Monats-Archive: April 2017

Es gibt keine sch*** Zahnfee!

Das nehme ich jetzt auf meine Kappe. Ich habe mir zugegebener Maßen nicht einmal die Mühe gemacht herauszufinden, woher – ethymologisch gesehen – diese beknackte Zahnfee-Idee herkommt. Sie gibt es ja auch im Englischen….aber es ist mir auch vollkommen egal.

Ich habe die Nase so voll von den Wesen, die es angeblich gibt, die den Kindern ständig, pausenlos, immerzu und für jeden beknackten Scheiß Geschenke, Schokolade, Spielzeuge oder Geld versprechen.

Schnullerfee, Zahnfee, Töpfchenfee, Führerscheinfee, Menstruationsfee?! – im Ernst jetzt.

Wann hört das auf?! Wo soll das hinführen?! Wer hat sich das ausgedacht?! Und vor allem: WIESO?!?!?

Ich bin immer gerne bereit Kinder auch zu belohnen, für Dinge, die gut laufen. Oder sie einfach mal zu überraschen mit Kleinigkeiten. Wie meine Freundin einmal sagte: „Schockier‘ die Kinder, sag einfach mal JA!“

Aber hey,

den Kindern fällt nun einmal irgendwann der erste Zahn raus. Es ist ein Entwicklungsschritt – aber keine Fähigkeit.

Und es ist ein großes Ereignis. Aber es ist nicht mutig und irgendwie auch wenig belohnenswert, denn sie könnten es nicht einmal verhindern wenn sie wollten. Aber ich freue mich total mit ihnen. Mit dem Kind, über das Kind, über meine Wehmut, über sein Gefühl jetzt zu den Großen zu gehören. Ich will das überhaupt nicht verbinden mit nem Euro, oder nem Ninjago Karten-Pack.

Viel lieber, will ich, dass sie merken, dass Entwicklung etwas Tolles und Gutes ist und ich begleite sie. Aber ‚begleiten‘ heißt ja nicht ‚durchdrehen wenn etwas Natürliches passiert.‘

Was geschieht denn da? Wie stellt man sich vor, dass Kinder das Gewicht von Lob wahrnehmen? Nur durch Dinge? Was ist mit einer althergebrachten, festen Umarmung und einem frohen Gesicht? Wie wertvoll ist eine Kugel Eis zur Belohnung (die im Übrigen mittlerweile mit 1,10€ teurer ist als ein Ninjago-Pack!), oder einfach 10min langes und ausführliches Besprechen der hammerharten-mega-Leistung (ob jetzt aktiv oder passiv ist ja wurscht)?

Sich als Eltern die Zeit zunehmen, das Kind ausführlich zu loben, mit Worten, mit Körperlichkeit, mit Zeit. Das kommt irgendwie viel zu kurz in meinen Augen.  

Mein Sohn hat mir nach einem Wochenende beim Papa stolz seinen Zahn gezeigt. Endlich ist er raus. Man, das hat aber auch gedauert. Er guckte mich an und sagte „oh man, wie cool, dann kommt die Zahnfee wieder.“ und meine Tochter (der seit einem Unfall auch ein Zahn fehlt, zu der aber nie die Zahnfee gekommen ist, weil mir das damals nicht einmal bewusst war, dass das überhaupt ein Thema sein könnte) fing sofort an zu winseln…..“uuuuuhuuund iiiihiiiiich?“ Ich habe, in einem Zustand vollkommener Umnachtung noch versucht zu erklären, dass die Zahnfee nur kommt, wenn die Zähne bereit sind auszufallen und blablabla….irgendwann verfing ich mich im Lügengewirr und sagte zunächst leise „Also als ich so alt war wie ihr, da gab es gar keine Zahnfee.“ Die Gesichter hättet ihr mal sehen sollen.

„WAS?! Ja wer hat dir denn da die Geschenke gegeben?“ Und das war wohl der Moment in dem ich sagen musste, was ich schon eine ganze Zeit lang sagen wollte und ich sagte etwas zu genervt und ein klitzekleines bisschen zu laut: „Kinder, wisst ihr, als mir meine Milchzähne herausgefallen sind, habe ich nichts bekommen.“ „WAS?!“ „Ja, genau. Nichts. Die Zahnfee gibt es nämlich nicht! Das Geschenk, dass es im Tausch gegen den kleinen Zahn gibt, ist der nächste große Zahn. So ist das. Es. gibt. keine. Zahnfee. Wenn hier jemand irgendwem Geld oder Gold unters Kopfkissen steckt, dann sind das die Eltern. Eure Zähne fallen aus, ob ihr wollt oder nicht. Und ich bin sehr stolz, dass ihr zwei so tapfer seid. Aber es gibt KEINE Zahnfee – und Lou, wo wir gerade dabei sind: Es gibt auch keine Schnullerfee. Aber wenn du so tapfer bist und irgendwann deinen Schnuller abgeben kannst, dann machen wir uns einen schönen Nachmittag. Und du darfst aussuchen wohin wir gehen.“ Man das war eine Erleichterung. Die Kinder waren nicht sonderlich erstaunt. Ich glaube fast, sie hatten so etwas schon vermutet, die kleinen blitzgescheiten Dinger.

Ich finde diese Tendenz echt problematisch. Nicht nur, was die Fantasiegestalten Schnuller- und Zahnfee angeht. (Osterhase, Christkind und Weihnachtsmann sind da was ganz anderes. Die liegen in unseren Traditionen und in unserer Kultur verankert, klar ne?) Sondern auch diese überproportionale Loben von Handlungen.

Kinder werden in manchen Situationen gelobt und belohnt für nichts und wieder nichts. Fürs Spülmaschineeinräumen, fürs Nichtverwenden von Schimpfwörtern, Zimmeraufräumen, Rasenmäher, Müll rausbringen,  etc.

Manch ein Kind kritzelt in der Schule unerkennbare Bäumchen lustlos auf ein Blatt Papier, einfarbig, und möchte dann Abends von der Mama ein anerkennendes Lob.

Äh, Moment mal, das sieht man doch, dass du dir da keine Mühe gegeben hast! (Ich kenne mich mit solchen „Kunstwerken“ aus.) Und man sollte meinen, dass es auch unsere Aufgabe als Eltern ist, nicht uneingeschränkt alles absolut GROßARTIG (dazu gab es schon einen weiteren Exkurs von mir) zu finden, sondern eben auch beizubringen, ob etwas wirklich eine tolle Leistung ist, die wahrhaftiges und ernstes Lob verdient, oder ob man den Willen erkennt, aber auch die Faulheit. Und was Haushaltsaufgaben angeht: Ja natürlich werden die Kinder dafür gelobt. Aber es ist eben auch unser Alltag, in dem jeder etwas mithilft. Und nur, wenn sie bestimmte Aufgaben auch übernehmen, werden sie die Wertigkeit der Aufgaben auch erkennen. Es genügt ein Danke und ein Kuss. Diese Dinge sind selbstverständlich, oder sollten es meiner Meinung nach sein.

Es wird für sie nämlich ganz hart, wenn sie denken, dass die Welt so läuft und es ihnen dann jemand anderes beibringt.

Wir lieben sie doch. Das sind wir ihnen schuldig.

Also wenn eure Kinder dann bald erzählen, dass jemand erzählt hätte es gäbe keine Schnullerfee und auch keine Zahnfee. Das war dann wohl ich.

Wie handhabt ihr das? Und wenn ihr die Geschichten am Leben erhaltet, was denkt ihr darüber und warum? Es interessiert mich wirklich sehr.

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Freund oder Feind? – Das Telefon und ich – Teil I

Meine lieben Leser, ihr lest richtig, dieses ist nur der erste Teil meiner ersten REIHE von Blogbeiträgen um das Thema „Das Telefon in der Familie“. Das Thema ist so ein breit gefächertes, dass es noch mindestens einen, vermutlich aber eher zwei weitere Teile geben wird, in denen zum Beispiel die Auswirkungen auf das Sprechverhalten, die sprachliche Entwicklung und das familiäre Miteinander der Schwerpunkt sein wird. Und ihr dürft gespannt sein: Ich werde sicherlich nicht auf die Mamas schimpfen, die auf dem Spielplatz mal eben gucken was die Freunde so auf Instagram posten…..denn wer ohne Sünde ist und so….ne? Also dann lasst mich mal beginnen:

Teil I – Das Telefon und ich – Ein Drama in einem einzigen Akt.

Als ich 22 Jahre alt war (also vor ein paar ganz wenigen Jahren) bin ich ohne Handy und ohne elektronische Gerätschaften ein halbes Jahr nach Südamerika gereist. Es gab damals schon Handys. Nicht so weit verbreitet allerdings und es gab auch Digitalkameras. Ein paar meiner Reisebekanntschaften hatten welche dabei und mussten immer tierisch drauf aufpassen, dass niemand sie klaute. Sie waren heiß begehrt. Mein teuerstes Gerät war wohl ein Minidisc Player, den ich nach ein paar Wochen völlig entnervt nach hause schickte (zusammen mit meinen vollgeknipsten Filmen übrigens), denn er und die ganzen Minidiscs wogen einfach viel zu viel. Ein Handy mitzunehmen wäre Wahnsinn gewesen. Es gab ohnehin nirgends Empfang und vermutlich hätten die Roaminggebühren damals meine Reise um 2 Monate verkürzt. Das Internet verbreitete sich aber so langsam auch in den kleinsten bolivianischen Dörfchen. Das war für mich überraschend und ist es immer noch, aber so war es. Man konnte also immerhin Emails nach hause schicken und in Kontakt treten. Und ab und an konnte man – wenn man Glück hatte, die Mama im ICQ-Chat oder MSN-Messenger treffen und chatten.

Wenn ich jetzt das Haus ohne Handy verlasse, das mache ich gelegentlich absichtlich (aber nur, wenn die Kinder sicher beim Papa oder bei der Oma sind – ich bin ja nicht total verrückt!?!?!?!) dann beschleicht mich immer ein mulmiges Gefühl. Immer.

Ich schlechte Mutter bin nicht erreichbar!

Das ist der Grund warum ich es mache. Ich mag es nicht, dass ich das Gefühl habe, etwas ganz furchtbar Dringendes verpassen zu können, wenn ich nicht erreichbar bin. Es gab ja auch schon den ein oder anderen Notfall, mein Sohn hätte fast mal sein kleines Fingerchen verloren, meine Tochter hat einen Schneidezahn weniger, Gehirnerschütterungen, Vergiftungen, ihr kennt das. Sowas passiert ja auch mal, wenn man dabei ist, aber noch kreislaufanregender ist es, wenn man eben nicht dabei ist.

Sobald man den Namen der Schule, des Kindergartens, des Horts, oder einfach derjenigen Person, die die Kinder gerade betreut auf dem Display erkennt, hält uns nichts mehr auf! RANGEHEN, SOFORT!

Mich interessiert echt, wie ein MRT von unserer Gehirnaktivität aussieht in solch einer Situation. Absolute Alarmbereitschaft. Hyperaktivität. Armageddon!

Aber die Kinder waren natürlich nicht allein, sie sind viel zu klein noch. Sie sind nie alleine. Es waren und sind immer Betreuer da, die sich gekümmert haben und kümmern und es ist natürlich ihre Pflicht mich zu informieren und natürlich will ich auch da sein, aber man fragt sich schon……

Wie zur Hölle lief das, als ich noch ein Kind war?!

Meine Mutter hat ganz sicher nicht zuhause vor dem Festnetz gesessen und gewartet bis oder ob jemand anruft, weil sich die Kinder verletzt haben könnten oder noch schlimmer: Ihre Badehose vergessen haben könnten. Nein, als ich ein Kind war, waren Dinge eben so. Da rief niemand: „WO WARST DU DENN ICH HABE DICH 3x ANGERUFEN UND KEINER GING RAN?!“ Da konnte man es manchmal einfach nicht ändern. Ich bin kein Fan von „früher war alles besser“. Das finde ich auch gar nicht. Aber früher war vieles anders und das ist der Gang der Dinge. Manche Dinge sind einfach anders. Und jetzt ist jetzt.

Ich bin IMMER der Ansprechpartner, wenn es um die Kinder geht. 24 Stunden am Tag. Das kann einen schon mal an die eigenen Grenzen bringen und gerade deswegen entscheide ich mich sehr selten, aber bewusst dafür, mein Telefon nicht mitzunehmen. Ebenso entscheide ich mich auch oft dafür, mein Telefon nicht zu verwenden. Dann nämlich, wenn ich keine Zeit habe zu telefonieren. Dass es solche Momente täglich gibt, werdet ihr alle wissen. Alle Eltern wissen es wie es ist, wenn man vollbepackt mit Tüten und Gemälden und Steinchen und gesammelten Tannenzapfen um 16 Uhr vom Kindergarten kommt und an einer vollbefahrenen Straße zum Auto läuft oder auf dem Heimweg ist und das Telefon klingelt.

Nein, ich bin nicht erreichbar dann. Theoretisch schon, aber nicht praktisch.

Selbst wenn ich ran ginge, hätte der Gesprächspartner keine Freude an unserem Gespräch, „Achtung, Schatz, nicht so nah an den Straßenrand…nein ich kann das nicht auch noch halten…..stopp! GUCKEN! Sag mal, du wirst jetzt bald 5, du musst doch gucken!….da! Da vorne…nein nicht das Auto, das nächste…ja genau“ ….das will doch auch niemand hören! Ich will es ja nicht mal sagen…..

Auch um 17.30 Uhr ist es übrigens eine ziemlich verrückte Idee mich erreichen zu wollen, da fängt doch die Bettzeit an! Sowas weiß man doch….tststs…. Ebenso um 18.30 Uhr da lesen wir – manchmal streiten wir da auch noch aber da könnte ich dann auch nicht!  Und ab 19.30/19.45 Uhr habe ich oft ein Zeitfenster von so ca. 15 min. Da räume ich die Spuren des Tages weg, mache Schulbrote und Wäsche. Dann muss ich aber auch Schluss machen, denn sonst bin ich zu müde für mein Highlight des Tages.

Dann kommen MEINE 30min des Tages. Ich will dann Sport machen, zuhause und in Ruhe und ich will nicht ‚gemamat‘ werden in dieser Zeit. Egal von wem. Danach mache ich mir ein Abendbrot und dusche (ja ohne Kinderhändchen unter dem Duschvorhang, wenn alles nach Plan läuft). Dann gucke ich oft noch ein Serie und ….naja

…ich gebe zu, dass ich, seit es Netflix gibt die Notwendigkeit eines Telefonats immer weniger sehe. 

Aber auch in der Nacht bin ich wieder im Dienst und streichle Bäuchlein und tröste Träumchen und halte Füßchen und hole Wasser und suche verloren gegangene Kuscheltiere aus den hintersten Ecken. Jetzt wäre übrigens ein super Zeitpunkt mich anzurufen, wenn es mal dringend ist. Denn zwischen 3 und 5 Uhr morgens kann ich oft ohnehin nicht mehr einschlafen – und ich weiß, dass ich auch damit nicht alleine bin. Wie wär’s denn dann?!

Wie macht ihr das mit euren Telefonen?!

Vergesst nicht mir zu folgen und meine Beiträge zu abonnieren, dann verpasst ihr auch nichts.

 

 

  • nächster Teil I: Telefone, wir und unsere Babys und Kinder bis 3 Jahre (voraussichtlich 18.04.2017)
  • Teil II: Telefone, Geschwisterkinder und Kinder bis 7 Jahre (voraussichtlich 25.04.2017)

 

Ich bin eine S.M.I.T.H.

Ich freue mich, mich nun endlich in eine von mir selbst kreierte Schublade stecken zu können:

Ich bin eine SMITH –  den Begriff habe ich mir gerade selbst ausgedacht. Es ist das Akronym für:

Single Mother(s) iTerraced House(s)

(SoloMutter im Reihenhaus)

 

(Dass es akronymtauglich ist, ist zwar nett….aber leider nur Nebensache….) Lasst mich kurz vorweg nehmen, was mich heute beschäftigt hat. Ich wohne in einem Reihenhaus und es ist ein Traum. Ach was habe ich mich früher lustig gemacht…und siehe da, kaum hat man Kinder ist es der Traum. Nebenan alles voller Kinder, überall Spielstraßen, die Kinder draußen und ich habe Zeit für mich. So ähnlich hatte ich es mir vorgestellt und so ähnlich ist es auch. BIS AUF:

Ich bin nicht wie die anderen und das hört und sieht man.

Frei nach unserem Motto „Wir sind drei“, gehe ich also mit den Kindern in unseren Garten, denn das Unkraut muss raus und der Rasen gemäht werden und ganz dringend muss ich die Moskitotür zusammen- und einbauen, die Kinder suchen ihre Crogs, einer fehlt. Der Wasserhahn geht nicht auf. Lou (4) muss im Bad geholfen werden. Da kippt der Stuhl um. Dahinten ist die Steckdose – nicht dran gehen. Auch nicht an den Rasenmäher. Ach jeh, einer stößt die Milch um – die war doch in der Kühlschranktür. Hmmmm ok, vielleicht hat da jemand etwas zu fest an der Tür gezogen. Ob sie ein Eis dürfen? Ja klar, es ist zwar erst 10.30 Uhr aber es ist warm und es sind Ferien….für Eis braucht man keine Rechtfertigung. Oh der Alarm der Tiefkühltruhe, die Tür klemmt, ob ich endlich auch mal mitspielen kann, ja gleich, ich muss nur kurz……und so weiter.
Für alle diese Wehwehchen und Problemchen kommt hier nur ein Erwachsener in Frage. UND DAS BIN ICH. Ich weiß im Großen und Ganzen kennt das jeder Elternteil.

Nur: hier gibt es nur mich. Tag und Nacht.

Ich könnte schwören, dass nicht mal mehr meine Nachbarn nach einem Tag im Garten das Wort „Mama“ noch hören wollen.

Ich mache Frühstück und räume es weg. Kein „Kannst du mir bitte mal die Butter mitbringen?“ oder „Ja ich nehme auch noch einen Kaffee, bitte“. Es sind diese Kleinigkeiten, die manchmal eine sehr große Hilfe wären. Natürlich musst du immer während des Essens aufs Klo, kannste nix dafür, kein Problem, Schatz.

Was mir aber aufgefallen ist, ich werde beguckt. Angeguckt. Beobachtet gar. Und ich weiß auch genau warum:

Man kommt selten dazu mit mir zu sprechen. Ständig bin ich schon wieder weg….

Ich hetze morgens in die Schule und bringe Fionn. Während ein paar Eltern einen klitzekleinen Plausch halten, bin ich mit beiden Kindern in Eile. Küsschen, bis später, ich hole euch gegen 16 Uhr ab. Dann ab in den KiGa, meist treffe ich dort andere Eltern, ganz kurz sehe ich sie, aber ich muss weiter. Beim Abholen das gleiche Spiel. Elternabende: Sollte ich einen Babysitter gefunden haben, kann ich nicht zum Plausch bleiben – viel zu teuer. Aber nur ganz selten kann ich mir das überhaupt leisten. Wir treffen uns nicht zum Joggen, gehen nicht zum „Endlich mal Zeit für mich“-Kurs, denn wir haben nicht „endlich mal Zeit für uns“ und auch keinen Babysitter.

Ich möchte mich gerne in der Gemeinschaft einbringen und will auch, dass meine Kinder das an meinem Beispiel lernen. Wir tragen uns ein – ok das erledige ich natürlich – für Kuchenverkaufen beim Flohmarkt, da stehen wir dann zu Dritt und verkaufen. Auch bei der Gartenarbeit „Wir machen den KiGa Sommerfit“ kommen wir zu Dritt und ja natürlich:

Ich bin diejenige, die nicht mit den anderen quatscht, sondern neben den Aufgaben, zwei Kinder im Blick haben muss (und will).

Und just heute, in 20min werde ich zum ersten Mal seit ich-weiß-nicht-mehr-wann einen Sonntag mit sogar 2 (!!!) Vater-Mutter-Kind-Familien verbringen. Denn auch das ist so eine Sache. Sonntags ist Familientag und wir werden nicht zu Vater-Mutter-Kind-Events eingeladen. Ganz einfach. Bestimmt ohne böse Absicht, aber in der Regel liegt es daran, dass irgendwie die Ehefrauen denken ich würde mir ihren Mann angeln wollen und die Ehemänner denken, ich könnte ihren Frauen Flausen in den Kopf setzen. Das weiß ich aus den Berichten von den jeweils anderen…..und aus noch anderen Berichten weiß ich:

Das geht nicht nur mir so.

Kennt Ihr Dr. Alexandra Widmer, Christine Finke oder www.gingerbread.co.uk ?

Neben allen diesen Dingen, die sowohl Dr. Alexandra Widmer, als auch Christine Finke zu bewältigen haben, sind die beiden und die Organisation www.gingerbread.co.uk dennoch unser Sprachrohr. Sie halten Vorträge und sensibilisieren wie sie nur können für uns. Sie sind unsere Stimme. Ich habe keine Ahnung wie sie es machen, denn neben Beruf und Kindern und Haushalt etc. arbeiten und sprechen Sie für ein ganzes Segment dieser Gesellschaft der total unterrepräsentiert ist. Die sehr berühmtes Präsidentin von gingerbread ist J.K.Rowling, Harry Potter’s Mutter – und die weiß bescheid. Und sie kann es auch in wahrhaft magische Worte kleiden.

Nicht jeder kann J.K. Rowling sein und nicht jedem wohnt die Macht der Worte inne. Zumindest habe ich hiermit die Hoffnung meine Stimme vom Schweigen zu erheben. Ein Anfang ist gemacht!

Danke, ihr Befürworter! Danke Alexandra und Danke Christine und Danke J.K.! 

Und euch anderen alle bitte ich: Wenn ihr jemanden trefft der alleine ist, denkt nicht, er / sie will haben was ihr habt. Denkt nicht, wir jammern nur oder hätten nichts zu erzählen. Denkt nicht dass wir erwarten, dass 2 Elternfamilien uns den anderen Elternteil ersetzen sollen. Ich für meinen Teil hätte einfach gerne immer mal wieder Kontakt zu dem einen oder der anderen, und das obwohl es immer eng ist mit der Zeit. Aber bitte seid euch darüber im Klaren, dass wir oft  mit unserer Situation an sich (also ohne anwesenden  Partner) zufrieden sind. Es ist für uns einfach oft sehr viel und über ein klitzekleines bisschen Hilfe bei der Gartenarbeit, beim Abholen, oder einfach nur ein nettes Wort am Kuchenstand freuen wir uns sehr.

Meine Stimme war still, jetzt ist sie immerhin schon leise.

Der Rasen ist gemäht, das Unkraut….ok fertig ist man damit ja nie so richtig aber wir haben auch zusammen gespielt und ich war mindestens so müde wie die beiden. Erfolgreich also.

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