Abend der trägen Trantüten


Achtung Vorbild!

Die, nicht nur sprachlichen, Vorbilder (wir) der kommenden Generationen sind auf dem Weg träge Trantüten in die Welt zu geleiten. 20151025_105254_resized

Lehrern spreche ich meinen höchsten Respekt aus.

Nicht weil ich mir nicht vorstellen könnte mit 25 Kindern 5 Stunden am Tag das Lesen und Rechnen zu erlernen…..ok AUCH deswegen. (Ich habe es immer noch nicht geschafft, dass meine Kinder die Müslischale mit in die Küche nehmen. Wenigstens ab und zu…..)

Aber maßgeblich bewundere ich ihre Bereitschaft, sich mit den Eltern von diesen besagten Kindern auseinander zu setzen. Ich bin noch ein absoluter Anfänger was Elternabende angeht. Aber für diejenigen unter euch, die noch nie auf einem gewesen sind:

Es ist als werden Eltern, sobald sie einen Klassenraum betreten, wieder zu 16 jährigen Schülern.

Sie flezen auf Stühlen, kippeln, quatschen, schmatzen mit ihrem Kaugummi, tippen gelangweilt auf ihren Handys (das ist neu für mich) und – und das finde ich das Erstaunlichste – sie werden wahnsinnig aufmüpfig. Es scheint als befreit die Schule sie von allen gängigen erwachsenen Umgangsformen. Sie beantworten keine Fragen und wenn doch, dann nuscheln sie leise und ohne Blickkontakt in irgendeine Richtung.

Denkt man vielleicht, dass man mit Lehrern so umgehen muss oder gar darf? Für Lehrer (und ich bin keiner) ist das auch ein Abend, den sie sicherlich gerne privat verbringen würden. Es ist Arbeit ein Job – kein Hobby. Da saßen nun alle. Gähnend. Sich zurücklehnend. Aufs Handy schielend. Gelangweilt.

Es herrschte eine wahnsinnige Trägheit.

Ganz nach dem Motto „Ich habe eh keine Zeit hier irgendwas zu machen, hopphopp ich will heim.“ Wie Teenies. Das desinteressierte Gequassel wurde lauter und sobald der Lehrer darum bat nicht gestört zu werden, verdrehten besagte Eltern die Augen und kicherten. Ich wollte weder meinen Augen noch meinen Ohren trauen.

Ich will eigentlich auch gar nicht dazu gehören. Aber diesen Option gibt es nicht. Mitgehangen Mitgefangen sagt man bei uns. Und auch das ist wie früher. Wer nicht mitmacht und sich nicht gegen die Lehrermeinung stellt oder zumindest nicht ultra träge auf den Stühlchen kippelt, ist ein Streber.

Eines sollte gesagt sein: „Liebe Eltern! Mir macht das nichts. Ich war 13 Jahre lang ein Streber, ich halte auch noch weitere 20 Jahre aus!“

Im ernst jetzt, das ist doch peinlich! Und es ist nicht nur peinlich. Es ist schlichtweg schlechtes Benehmen.

Kein Elternteil würde wollen, dass die eigenen Kinder sich so verhalten, wenn wir selbst mit ihnen sprechen. Auch für die Schule wünschen sich die meisten Eltern von ihren wohlerzogenes Verhalten.

Denn die Kinder sind ein Spiegel unserer Erziehung, …..aber wir nicht?!?!

Jeder Sprecher ist ein Vorbild. Die Art und Weise, wie man als Person kommuniziert, zeigt nicht nur etwas über den eigenen Charakter und die eigenen Wertvorstellungen. Sie ist auch die Veranschaulichung der Vorstellung eines sozial adäquaten Umgangs miteinander. Und damit sind wir Vorbilder. Nicht nur für unsere Kinder und die Generationen nach uns.

Es geht nicht nur um die Kommunikation bei Elternabenden, sondern überall. Beim Arzt, in der U-Bahn, beim Metzger, mit dem Taxifahrer…..überall wo wir kommunizieren gilt:

Eine positive Kommunikationsstimmung schafft Resultate.

Im Umkehrschluss gilt: torpediert man diese Grundstimmung dann dauern Elternabende noch länger! NOCH LÄNGER!!! Man könnte meinen, dass so ein Abend schneller vorbei ist, wenn man still auf seinem Stuhl kauert. Dem ist aber nicht so. Signalisiert man dem Sprecher (in diesem Fall dem Lehrer oder dem Erzieher), dass man bei der Sache ist, macht sich Notizen, denkt mit, oder nickt an den richtigen Stellen (nicht durchgängig), dann ist man auf einem guten Weg Zeit einzusparen. Der Sprecher hat dann eine Rückversicherung, dass das Publikum wahrgenommen – im besten Fall sogar verstanden – hat, was das Anliegen war. Und das führt dazu, dass der Elternabend schlussendlich ergebnisorientiert und zügig vorbei geht.

Es ist wie damals in der Schule: Wenn man schon dort ist, kann man auch mitmachen.

Es werden sich sicher alle darüber freuen und zudem ist es deutlich weniger peinlich.

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