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Kinder, jetzt lernt ihr mich mal richtig kennen!!

„Mama, du hast ja lockige Haare?!“, sagte meine Tochter gestern zu mir. „So kenne ich dich ja gar nicht!“

Mal nebenbei bemerkt: Ich habe keine lockigen Haare, aber glatt ist das auch nicht. Ich habe mal mehr mal weniger Wellen und Knoten, aber eben meistens einen Mama-Bun oder Zopf wenn die Kinder und ich zusammen sind. Aber meine Tochter war ganz entsetzt von dem, was sich ihr da auf meinem Kopf offenbarte. Etwas Neues! Etwas ihr Unbekanntes…..ach Mädchen, wenn du wüsstest, dachte ich kurz. Nur kurz, dann fing die Maschinerie in meinem Kopf an zu werkeln und heraus kam dieser Blogeintrag.

Was mir an dem Beispiel mit meinen Haaren aber aufgefallen ist, ist folgendes:

Die Kinder kennen mich noch gar nicht.

Dem wollte ich möglichst schnell entgegentreten und so habe ich mir etwas ausgedacht:

Die Sommerferien stehen an. In manchen Bundesländern beginnen sie heute. Und wir haben endlich viel Zeit, die wir mit den Kindern verbringen können. Es ist doch wirklich die schönste Zeit des Jahres, die Kinder sind so glücklich und es erinnert mich so vieles an meine eigene Kindheit.

Also habe ich mit meinen Kindern ein kleines Spiel gespielt, das uns allen viel Freude gemacht hat. Es eignet sich optimal für längere Autofahrten, einen Tag am Strand, einen Wanderausflug…….und es lässt sich beliebig erweitern oder verkürzen. Ein Spiele-Hit für jede Altersklasse 😉

Eine Person stellt Fragen über sich selbst, die anderen antworten.

Z.B.:

  • Was ist meine Liebglingsfarbe? 
  • Mein liebstes Essen?
  • Was mag ich gar nicht?
  • Welcher ist mein Lieblingstag in der Woche?
  • Was ist mein Lieblingswetter?
  • Meine beste Freundin, mein bester Freund?
  • Woran erkennt man, dass ich wütend bin? (Laut meiner Kinder sehe ich dann aus wie ein Affe und wackel so komisch rum…..hmmmmm, ich glaub daran arbeite ich noch.)
  • Was ist mein Hobby?
  • Wieviele und welche Instrumente spiele ich?
  • Was mache ich, wenn ich ganz viel Zeit für mich habe? (Die Antworten waren sehr lustig, es begann mit „Aufräumen?“, woraufhin ich allerdings so lachen musste, dass beide ziemlich schnell die richtige Richtung einschlugen mit „Schlafen, Sport, Töpfern und Museum“. Beide denken ich würde bis spät, spät nachts aufbleiben, unter anderem um Diebe zu verjagen….niedlich!)
  • Wie hießen meine Freunde im Kindergarten?
  • Meine liebsten Fächer in der Schule?
  • Was müsst ihr tun, damit ich euch einen großen Wunsch erfülle. (Daraufhin habe ich so viele schmutzige, sanfte und feuchte Küssen bekommen….ich schmelze jetzt noch beim Gedanken daran.)

Danach war das Spiel beendet. Natürlich gibt es so viel mehr Fragen und Antworten und aus einer Frage ergibt sich die nächste und so weiter.

Und es ist mindestens ebenso erstaunlich, welche Antworten die Kinder auf diese Fragen über sich selbst geben.

Denn auch wenn wir meinen sie gut zu kennen, so sind sie eben doch eigene kleine Dinger, die sich ständig unkontrolliert entwickelte. Wenn gestern noch Kartoffeln der Hit waren, sind die jetzt eklig etc…..wer kennt das nicht.

In den letzten 7 Jahren habe ich viel Zeit damit verbracht meine Kinder kennen zu lernen. Wer schläft wie, was braucht der eine, was isst die andere, welches Kuscheltier wird benötigt und wie ist das Sozialverhalten der beiden. Wie gucken sie wenn sie müde sind und wenn sie hungrig sind etc. Ich meine die beiden ziemlich gut zu kennen. Aber kennen sie mich? Meine Kinder sind jetzt 5 und 7 und beginnen gerade erst sich so richtig dafür zu interessieren wie unterschiedlich Personen sind. Und sie wissen kaum etwas über mich.

Ich erzähle immer mal Geschichten von meinen Reisen – meist aus der Zeit als ich mit ihrem Papa vereist bin. Ganz selten auch von meinen Reisen alleine. Über meine berufliche Laufbahn, weiß mein Sohn, dass ich ein Buch geschrieben habe und damals viel im Fernsehen war, für meine Tochter war das ganz neu. Wie stolz sie geschaut hat.

Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich ihnen zeigen möchte wer ich bin.

Von einer sehr guten Therapeutin habe ich in der Zeit der Trennung einmal den Tipp bekommen „Wenn Sie gemeinsam essen, dann nehmen Sie sich ruhig einmal zuerst. Danach die Kinder.“ Ich habe mich gewundert, weil es doch irgendwie selbstverständlich für mich war, dass erst die Kinder satt sein sollten, so ähnlich wie „Kinder zu erst von Bord!“ Aber sie hatte total recht. Als Eltern gibt man alles für die Kinder. Ständig. Immer.

Als ich ihrem Tipp folgte und mir zuerst nahm, da guckte mein Sohn nicht schlecht. Das war lustig und ich sagte nur „Ja, ich habe ja auch gekocht und heute bin ich dran als erste.“ Tja und ich glaube sie haben es verstanden.

Gestern setzte ich mich ans Klavier – blankes Erstaunen füllte den Raum. Dass ich klimpern konnte, war ihnen bewusst, aber die Mama kann auch richtig spielen.

Jaaaaaa, die Mama kann noch viel mehr als das.

Die kann auch Saxophon – also n bisschen. Die kann auch echt gut Sport. Und Yoga. Die Vivi liest auch voll gerne und die Kinder könn(t)en dabei mittlerweile sehr gut im Garten spielen, ohne mich ständig zu sich zu zitieren. (Das üben wir noch….)

Es ist klar, dass sie mich noch nicht kennen. Sie waren die letzten 7 und 5 Jahre immer bei mir. Sie waren noch sehr klein und bedürftig. Da ist kein Platz für „Wer ist Mama eigentlich?“ Aber die Zeiten ändern sich und ich liebe diese Veränderungen. Natürlich kennen sie mich bisher „nur“ in meiner Mutter-Rolle, das ist der Gang der Dinge. Und ebenso natürlich bin ich mehr als das. Mir war dieser Schritt bisher nicht bewusst und ich freue mich sehr, den beiden das jetzt mitgeben zu können.

Sie sind sehr interessiert an mir. Sie freuen sich über die Dinge, die ich Ihnen erzähle und zeige. Sie finden es lustig und für mich ist es ein gutes Gefühl, dass sie mich kennen lernen.

Wie gut kennen euch eure Kinder? Habt ihr genügend Zeit, damit sie euch gut kennen lernen und wie handhabt ihr das? Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Es gibt keine sch*** Zahnfee!

Das nehme ich jetzt auf meine Kappe. Ich habe mir zugegebener Maßen nicht einmal die Mühe gemacht herauszufinden, woher – ethymologisch gesehen – diese beknackte Zahnfee-Idee herkommt. Sie gibt es ja auch im Englischen….aber es ist mir auch vollkommen egal.

Ich habe die Nase so voll von den Wesen, die es angeblich gibt, die den Kindern ständig, pausenlos, immerzu und für jeden beknackten Scheiß Geschenke, Schokolade, Spielzeuge oder Geld versprechen.

Schnullerfee, Zahnfee, Töpfchenfee, Führerscheinfee, Menstruationsfee?! – im Ernst jetzt.

Wann hört das auf?! Wo soll das hinführen?! Wer hat sich das ausgedacht?! Und vor allem: WIESO?!?!?

Ich bin immer gerne bereit Kinder auch zu belohnen, für Dinge, die gut laufen. Oder sie einfach mal zu überraschen mit Kleinigkeiten. Wie meine Freundin einmal sagte: „Schockier‘ die Kinder, sag einfach mal JA!“

Aber hey,

den Kindern fällt nun einmal irgendwann der erste Zahn raus. Es ist ein Entwicklungsschritt – aber keine Fähigkeit.

Und es ist ein großes Ereignis. Aber es ist nicht mutig und irgendwie auch wenig belohnenswert, denn sie könnten es nicht einmal verhindern wenn sie wollten. Aber ich freue mich total mit ihnen. Mit dem Kind, über das Kind, über meine Wehmut, über sein Gefühl jetzt zu den Großen zu gehören. Ich will das überhaupt nicht verbinden mit nem Euro, oder nem Ninjago Karten-Pack.

Viel lieber, will ich, dass sie merken, dass Entwicklung etwas Tolles und Gutes ist und ich begleite sie. Aber ‚begleiten‘ heißt ja nicht ‚durchdrehen wenn etwas Natürliches passiert.‘

Was geschieht denn da? Wie stellt man sich vor, dass Kinder das Gewicht von Lob wahrnehmen? Nur durch Dinge? Was ist mit einer althergebrachten, festen Umarmung und einem frohen Gesicht? Wie wertvoll ist eine Kugel Eis zur Belohnung (die im Übrigen mittlerweile mit 1,10€ teurer ist als ein Ninjago-Pack!), oder einfach 10min langes und ausführliches Besprechen der hammerharten-mega-Leistung (ob jetzt aktiv oder passiv ist ja wurscht)?

Sich als Eltern die Zeit zunehmen, das Kind ausführlich zu loben, mit Worten, mit Körperlichkeit, mit Zeit. Das kommt irgendwie viel zu kurz in meinen Augen.  

Mein Sohn hat mir nach einem Wochenende beim Papa stolz seinen Zahn gezeigt. Endlich ist er raus. Man, das hat aber auch gedauert. Er guckte mich an und sagte „oh man, wie cool, dann kommt die Zahnfee wieder.“ und meine Tochter (der seit einem Unfall auch ein Zahn fehlt, zu der aber nie die Zahnfee gekommen ist, weil mir das damals nicht einmal bewusst war, dass das überhaupt ein Thema sein könnte) fing sofort an zu winseln…..“uuuuuhuuund iiiihiiiiich?“ Ich habe, in einem Zustand vollkommener Umnachtung noch versucht zu erklären, dass die Zahnfee nur kommt, wenn die Zähne bereit sind auszufallen und blablabla….irgendwann verfing ich mich im Lügengewirr und sagte zunächst leise „Also als ich so alt war wie ihr, da gab es gar keine Zahnfee.“ Die Gesichter hättet ihr mal sehen sollen.

„WAS?! Ja wer hat dir denn da die Geschenke gegeben?“ Und das war wohl der Moment in dem ich sagen musste, was ich schon eine ganze Zeit lang sagen wollte und ich sagte etwas zu genervt und ein klitzekleines bisschen zu laut: „Kinder, wisst ihr, als mir meine Milchzähne herausgefallen sind, habe ich nichts bekommen.“ „WAS?!“ „Ja, genau. Nichts. Die Zahnfee gibt es nämlich nicht! Das Geschenk, dass es im Tausch gegen den kleinen Zahn gibt, ist der nächste große Zahn. So ist das. Es. gibt. keine. Zahnfee. Wenn hier jemand irgendwem Geld oder Gold unters Kopfkissen steckt, dann sind das die Eltern. Eure Zähne fallen aus, ob ihr wollt oder nicht. Und ich bin sehr stolz, dass ihr zwei so tapfer seid. Aber es gibt KEINE Zahnfee – und Lou, wo wir gerade dabei sind: Es gibt auch keine Schnullerfee. Aber wenn du so tapfer bist und irgendwann deinen Schnuller abgeben kannst, dann machen wir uns einen schönen Nachmittag. Und du darfst aussuchen wohin wir gehen.“ Man das war eine Erleichterung. Die Kinder waren nicht sonderlich erstaunt. Ich glaube fast, sie hatten so etwas schon vermutet, die kleinen blitzgescheiten Dinger.

Ich finde diese Tendenz echt problematisch. Nicht nur, was die Fantasiegestalten Schnuller- und Zahnfee angeht. (Osterhase, Christkind und Weihnachtsmann sind da was ganz anderes. Die liegen in unseren Traditionen und in unserer Kultur verankert, klar ne?) Sondern auch diese überproportionale Loben von Handlungen.

Kinder werden in manchen Situationen gelobt und belohnt für nichts und wieder nichts. Fürs Spülmaschineeinräumen, fürs Nichtverwenden von Schimpfwörtern, Zimmeraufräumen, Rasenmäher, Müll rausbringen,  etc.

Manch ein Kind kritzelt in der Schule unerkennbare Bäumchen lustlos auf ein Blatt Papier, einfarbig, und möchte dann Abends von der Mama ein anerkennendes Lob.

Äh, Moment mal, das sieht man doch, dass du dir da keine Mühe gegeben hast! (Ich kenne mich mit solchen „Kunstwerken“ aus.) Und man sollte meinen, dass es auch unsere Aufgabe als Eltern ist, nicht uneingeschränkt alles absolut GROßARTIG (dazu gab es schon einen weiteren Exkurs von mir) zu finden, sondern eben auch beizubringen, ob etwas wirklich eine tolle Leistung ist, die wahrhaftiges und ernstes Lob verdient, oder ob man den Willen erkennt, aber auch die Faulheit. Und was Haushaltsaufgaben angeht: Ja natürlich werden die Kinder dafür gelobt. Aber es ist eben auch unser Alltag, in dem jeder etwas mithilft. Und nur, wenn sie bestimmte Aufgaben auch übernehmen, werden sie die Wertigkeit der Aufgaben auch erkennen. Es genügt ein Danke und ein Kuss. Diese Dinge sind selbstverständlich, oder sollten es meiner Meinung nach sein.

Es wird für sie nämlich ganz hart, wenn sie denken, dass die Welt so läuft und es ihnen dann jemand anderes beibringt.

Wir lieben sie doch. Das sind wir ihnen schuldig.

Also wenn eure Kinder dann bald erzählen, dass jemand erzählt hätte es gäbe keine Schnullerfee und auch keine Zahnfee. Das war dann wohl ich.

Wie handhabt ihr das? Und wenn ihr die Geschichten am Leben erhaltet, was denkt ihr darüber und warum? Es interessiert mich wirklich sehr.

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Freund oder Feind? – Das Telefon und ich – Teil I

Meine lieben Leser, ihr lest richtig, dieses ist nur der erste Teil meiner ersten REIHE von Blogbeiträgen um das Thema „Das Telefon in der Familie“. Das Thema ist so ein breit gefächertes, dass es noch mindestens einen, vermutlich aber eher zwei weitere Teile geben wird, in denen zum Beispiel die Auswirkungen auf das Sprechverhalten, die sprachliche Entwicklung und das familiäre Miteinander der Schwerpunkt sein wird. Und ihr dürft gespannt sein: Ich werde sicherlich nicht auf die Mamas schimpfen, die auf dem Spielplatz mal eben gucken was die Freunde so auf Instagram posten…..denn wer ohne Sünde ist und so….ne? Also dann lasst mich mal beginnen:

Teil I – Das Telefon und ich – Ein Drama in einem einzigen Akt.

Als ich 22 Jahre alt war (also vor ein paar ganz wenigen Jahren) bin ich ohne Handy und ohne elektronische Gerätschaften ein halbes Jahr nach Südamerika gereist. Es gab damals schon Handys. Nicht so weit verbreitet allerdings und es gab auch Digitalkameras. Ein paar meiner Reisebekanntschaften hatten welche dabei und mussten immer tierisch drauf aufpassen, dass niemand sie klaute. Sie waren heiß begehrt. Mein teuerstes Gerät war wohl ein Minidisc Player, den ich nach ein paar Wochen völlig entnervt nach hause schickte (zusammen mit meinen vollgeknipsten Filmen übrigens), denn er und die ganzen Minidiscs wogen einfach viel zu viel. Ein Handy mitzunehmen wäre Wahnsinn gewesen. Es gab ohnehin nirgends Empfang und vermutlich hätten die Roaminggebühren damals meine Reise um 2 Monate verkürzt. Das Internet verbreitete sich aber so langsam auch in den kleinsten bolivianischen Dörfchen. Das war für mich überraschend und ist es immer noch, aber so war es. Man konnte also immerhin Emails nach hause schicken und in Kontakt treten. Und ab und an konnte man – wenn man Glück hatte, die Mama im ICQ-Chat oder MSN-Messenger treffen und chatten.

Wenn ich jetzt das Haus ohne Handy verlasse, das mache ich gelegentlich absichtlich (aber nur, wenn die Kinder sicher beim Papa oder bei der Oma sind – ich bin ja nicht total verrückt!?!?!?!) dann beschleicht mich immer ein mulmiges Gefühl. Immer.

Ich schlechte Mutter bin nicht erreichbar!

Das ist der Grund warum ich es mache. Ich mag es nicht, dass ich das Gefühl habe, etwas ganz furchtbar Dringendes verpassen zu können, wenn ich nicht erreichbar bin. Es gab ja auch schon den ein oder anderen Notfall, mein Sohn hätte fast mal sein kleines Fingerchen verloren, meine Tochter hat einen Schneidezahn weniger, Gehirnerschütterungen, Vergiftungen, ihr kennt das. Sowas passiert ja auch mal, wenn man dabei ist, aber noch kreislaufanregender ist es, wenn man eben nicht dabei ist.

Sobald man den Namen der Schule, des Kindergartens, des Horts, oder einfach derjenigen Person, die die Kinder gerade betreut auf dem Display erkennt, hält uns nichts mehr auf! RANGEHEN, SOFORT!

Mich interessiert echt, wie ein MRT von unserer Gehirnaktivität aussieht in solch einer Situation. Absolute Alarmbereitschaft. Hyperaktivität. Armageddon!

Aber die Kinder waren natürlich nicht allein, sie sind viel zu klein noch. Sie sind nie alleine. Es waren und sind immer Betreuer da, die sich gekümmert haben und kümmern und es ist natürlich ihre Pflicht mich zu informieren und natürlich will ich auch da sein, aber man fragt sich schon……

Wie zur Hölle lief das, als ich noch ein Kind war?!

Meine Mutter hat ganz sicher nicht zuhause vor dem Festnetz gesessen und gewartet bis oder ob jemand anruft, weil sich die Kinder verletzt haben könnten oder noch schlimmer: Ihre Badehose vergessen haben könnten. Nein, als ich ein Kind war, waren Dinge eben so. Da rief niemand: „WO WARST DU DENN ICH HABE DICH 3x ANGERUFEN UND KEINER GING RAN?!“ Da konnte man es manchmal einfach nicht ändern. Ich bin kein Fan von „früher war alles besser“. Das finde ich auch gar nicht. Aber früher war vieles anders und das ist der Gang der Dinge. Manche Dinge sind einfach anders. Und jetzt ist jetzt.

Ich bin IMMER der Ansprechpartner, wenn es um die Kinder geht. 24 Stunden am Tag. Das kann einen schon mal an die eigenen Grenzen bringen und gerade deswegen entscheide ich mich sehr selten, aber bewusst dafür, mein Telefon nicht mitzunehmen. Ebenso entscheide ich mich auch oft dafür, mein Telefon nicht zu verwenden. Dann nämlich, wenn ich keine Zeit habe zu telefonieren. Dass es solche Momente täglich gibt, werdet ihr alle wissen. Alle Eltern wissen es wie es ist, wenn man vollbepackt mit Tüten und Gemälden und Steinchen und gesammelten Tannenzapfen um 16 Uhr vom Kindergarten kommt und an einer vollbefahrenen Straße zum Auto läuft oder auf dem Heimweg ist und das Telefon klingelt.

Nein, ich bin nicht erreichbar dann. Theoretisch schon, aber nicht praktisch.

Selbst wenn ich ran ginge, hätte der Gesprächspartner keine Freude an unserem Gespräch, „Achtung, Schatz, nicht so nah an den Straßenrand…nein ich kann das nicht auch noch halten…..stopp! GUCKEN! Sag mal, du wirst jetzt bald 5, du musst doch gucken!….da! Da vorne…nein nicht das Auto, das nächste…ja genau“ ….das will doch auch niemand hören! Ich will es ja nicht mal sagen…..

Auch um 17.30 Uhr ist es übrigens eine ziemlich verrückte Idee mich erreichen zu wollen, da fängt doch die Bettzeit an! Sowas weiß man doch….tststs…. Ebenso um 18.30 Uhr da lesen wir – manchmal streiten wir da auch noch aber da könnte ich dann auch nicht!  Und ab 19.30/19.45 Uhr habe ich oft ein Zeitfenster von so ca. 15 min. Da räume ich die Spuren des Tages weg, mache Schulbrote und Wäsche. Dann muss ich aber auch Schluss machen, denn sonst bin ich zu müde für mein Highlight des Tages.

Dann kommen MEINE 30min des Tages. Ich will dann Sport machen, zuhause und in Ruhe und ich will nicht ‚gemamat‘ werden in dieser Zeit. Egal von wem. Danach mache ich mir ein Abendbrot und dusche (ja ohne Kinderhändchen unter dem Duschvorhang, wenn alles nach Plan läuft). Dann gucke ich oft noch ein Serie und ….naja

…ich gebe zu, dass ich, seit es Netflix gibt die Notwendigkeit eines Telefonats immer weniger sehe. 

Aber auch in der Nacht bin ich wieder im Dienst und streichle Bäuchlein und tröste Träumchen und halte Füßchen und hole Wasser und suche verloren gegangene Kuscheltiere aus den hintersten Ecken. Jetzt wäre übrigens ein super Zeitpunkt mich anzurufen, wenn es mal dringend ist. Denn zwischen 3 und 5 Uhr morgens kann ich oft ohnehin nicht mehr einschlafen – und ich weiß, dass ich auch damit nicht alleine bin. Wie wär’s denn dann?!

Wie macht ihr das mit euren Telefonen?!

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  • nächster Teil I: Telefone, wir und unsere Babys und Kinder bis 3 Jahre (voraussichtlich 18.04.2017)
  • Teil II: Telefone, Geschwisterkinder und Kinder bis 7 Jahre (voraussichtlich 25.04.2017)

 

Wir müssen reden!

Wir müssen natürlich nicht. Wir wollen – ok das ist klar. Aber worüber reden wir mit unseren Kindern? Das ist ein Gedanke auf den mich Elternpower gebracht hat. An manchen Tagen gehen unsere Gespräche wirklich nur ein kliiiitzekleines bisschen weiter als „Wie war es im Kindergarten/Schule?“, „Was gab es zum Essen?“ und „Habt ihr schön gespielt?“. Gegen Abend folgen dann „Kommt ihr bitte zum essen?“ Habt ihr die Hausaufgaben gemacht?“ „Danach aber ab jetzt ins Bad und Zähneputzen.“, „Schlafanzüge an, dann darf sich jeder noch ein Buch aussuchen.“

Jetzt habe ich ein bisschen Glück, dass meine Kinder seeeeehr, sehr gesprächig sind. Sie finden immerzu Themen. Aber auch ich ertappe mich dabei, dass mir die Themen nicht immer liegen. Oder auch – aber das ist jetzt ein Geheimnis – nicht iiiiiimmer hochgradig interessant sind. Liegt es denn daran, dass wir manchmal nicht so richtig mit den Kindern sprechen? Sind unsere Kinder langweilig? Oder wir, weil wir nicht mehr genügend Phantasie haben, für eine imaginäre und verbale Schlacht der Ewoks? Nein, das glaube ich nicht. Natürlich sind die Interessengebieten von 38 jährigen und 6 jährigen nicht immer kongruent, aber das ist nicht der Grund. Wir sind einfach etwas gefangen in unserem Alltag. Beschäftigt mit Gedanken, mit Dingen die noch erledigt, geplant oder getan werden müssen. Natürlich. Ebenso wie die Kinder auch.

Neue Gesprächsthemen initiieren

Mit Kindern zu sprechen ist so unglaublich interessant und schön. Und vor allem ist es immerzu eine einzigartige Gelegenheit. Denn sie werden groß und größer und irgendwann haben wir mit ihnen ganz normale, erwachsene Unterhaltungen. Nur jetzt, wenn sie von klein zu groß heranwachsen ist Platz für ungenormte Formulierungen und Gedanken. Und die sind oft unvorhersehbar witzig und kreativ und wenn wir genau hinhören geben unsere Kinder auch viel über sich selbst preis. Oftmals sind diese Äußerung aufschlussreicher als jede Antwort zu Zähneputzen, Hausaufgaben und Mittagessen.

Solch eine Gesprächssituation zu schaffen ist nicht schwer. Kreative Unternehmungen fördern natürlich solche Themen. Ich gehe dazu mit den Kindern in Museen, lass sie dort erzählen was sie in den Bildern sehen. Wir vergleichen oder gehen einfach nur rum. Auch gerne mehrfach in die gleiche Ausstellung – Installationen sind toll und können auch zuhause nachgemacht werden. Meine Regel dazu ist allerdings, dass wir wieder gehen, sobald ich merke, dass sie keine Lust mehr haben. Eine positive Stimmung ist die Grundvorraussetzung für eine funktionierende Kommunikation. Wir basteln etwas ohne Vorgaben und mit viel Fantasie, gehen in den Wald und ich spiele mit ihnen ihre Rollenspiele. Ich lasse mir das Leben von ihnen in ihrer Welt erklären. Und es ist mehr als faszinierend, wie sie sich einige Dinge erklären, wie sie sich die Sprache zurecht legen um sich Dinge und Situationen zu erklären. Mein Sohn erklärte mir gestern, dass Streichhölzer ihren Namen zurecht hätten, denn damit könne man schließlich prima Streiche spielen. (Ich muss das noch einmal mit ihm besprechen….)

Über den Tag berichten

Nichts desto trotz lohnt es sich natürlich die Kinder zum Erzählen über den Alltag zu motivieren. Aber wie um alles in der Welt bringen wir sie dazu uns mitzuteilen wie ihr Tag war. Ohne dass sich unsere Kommunikation auf die oben aufgeführten Satzfetzen beschränkt.

Beziehungsweise, was ich noch wichtiger finde, Freude daran zu haben, ihren Tag mit uns zu teilen.

Ich empfinde es als sinnvolle Eigenschaft, denjenigen mit denen man zusammen lebt mitteilen zu können, was man erlebt hat und was einen bewegt.

Ich möchte gerne meinen Kindern das Gefühl vermitteln, dass ich sehr interessiert bin an ihrem Alltag, ohne dass sie das Gefühl haben sich genötigt zu fühlen, es mir erzählen zu müssen. Und ich denke der Schlüssel dazu ist mal wieder:

Vorbild sein!

Also setze ich mich abends an den Abendbrottisch und berichte von meinem Tag. Ich versuche solche wichtigen Informationen einzustreuen wie „Ach ja, ich hab einen Salat gegessen heute Mittag, ich muss dringend einkaufen, ich hätte viel lieber Nudeln gekocht. Hattet ihr Nudeln?“ Und schwuppdiwupp erzählen sie, dass es Nudeln ohne alles gab. Oder eben Brot. Und das wird vermutlich gar nicht stimmen, denn wenn es nach meinen Kindern ginge, dann gäbe es jeden Tag Nudeln ohne alles oder Brot zum Mittagessen. Aber es ist der Gesprächsansatz der zählt.

Das Leben – insbesondere das Leben mit Kindern – ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Je mehr Situationen wir schaffen, in denen wir die Welt in Ruhe mit den Kindern leben und wahrnehmen können, desto besser wird unsere Grundlage sein.

Wie handhabt ihr das?

Und noch eine Bitte: Wenn euch meine Blogposts gefallen, dann könnt ihr über die Buttons oben meinem Blog folgen. Und natürlich auf Instagram, Twitter und Facebook und teilt meine Posts, dann freue ich mich.

Alles Liebe

Vivi

Einfach mal die Klappe halten

Es klingt wie das Natürlichste auf der Welt und doch fällt es uns so unfassbar schwer.

EINFACH MAL NICHTS SAGEN

Ja es ist natürlich schwierig in einem Blog, der sich um Kommunikation kümmert einfach mal die Klappe zu halten. Aber wie sagt man so schön? Ohne Regen kein Sonnenschein, Ohne Hüh kein Hott ohne Hibbe kein Dribbe (Frankfurterisch für Hier und Dort) kurz: Ohne das Eine gibt es das Andere auch nicht.

Und in Bezug zur Kommunikation heißt das dann eben im Volksmund: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Heutzutage geht alles so schnell. Dieser Satz könnte von meiner Omi stammen. Sie hat ihn bestimmt auch einmal gesagt. Oder zweimal. Oder mehrfach. Was besonders schnell geht ist Kommunikation. Dabei geht ihr Stellenwert verloren. Menschen kommunizieren den ganzen Tag über soziale Medien, über SMS, Handy, Email….ständig. Und dabei werden bestimmte Dinge übersehen, die zu Lasten der  Kommunikation gehen. Das klingt total absurd und paradox. Ich fasse es noch einmal zusammen:

Wir kommunizieren den ganzen Tag, was zu Lasten der Kommunikation geht.

Mir passiert das auch. Ständig. Ein Grund mehr darüber zu bloggen. Noch schnell eine Nachricht schicken…Anrede? Ach keine Zeit. Wird sie schon verstehen….LG anstatt Liebe Grüße muss reichen…..oh meine Autokorrektur macht aus LG direkt ‚Liebe Grüße‘ wie nett von ihr.

Dabei ist das Gesagte so wichtig. Es verbindet und entzweit. Und dazu gehört nicht nur das WAS gesagt oder geschrieben wurde, sondern auch das WIE.

Dauerkommunikation als Stressfaktor

Wer schon einmal so richtig heiser war und nicht sprechen durfte, dem ist vielleicht aufgefallen, wie schwierig das ist. Komisch eigentlich. Haben wir wirklich den ganzen Tag immer so viel Interessantes zu sagen, dass wir einfach nicht still sein können? Ich denke die Antwort liegt klar auf der Hand: NEIN. Es liegt wirklich nicht daran, dass wir selbst so unfassbar interessant sind.

Über manche Dinge denken wir einfach nicht genug nach. In der Zeit bevor Kommunikation 24/7 möglich war, musste man sich gut überlegen, ob das Thema es wert war einen Brief zu verfassen. Mit Kuli und Papier. Oder einen Telefonanruf zu tätigen, bei dem man nicht gleichzeitig das Haus aufräumen konnte, weil das Telefonkabel einen ziemlich kargen Radius aufwies. Die Kommunikation und die als wichtig erachteten Themen wurden mehrfach überdacht.

Wir sind es nicht mehr gewöhnt uns mit unseren Gedanken auseinander zu setzen bevor wir sie jemandem mitteilen. Dadurch führen wir Gespräche häufig via Text, neuerdings auch als Sprachnachricht, mehrfach am Tag und in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Der Fokus ist nicht mehr geschärft auf dieses eine spezielle Thema, denn eigentlich…..ist es vielleicht gar nicht so wichtig wie zunächst angenommen.

Ein Gespräch ist Eintreten in das Leben des anderen – auch für Kinder

Wenn man sich in ein Gespräch begibt, dann betritt man das Leben des anderen, bzw. lässt den anderen hinein. Und das gilt auch für Kinder. Auch Kinder haben das Recht, dass ihre Ruhe geachtet wird. Dazu gehört, dass man sie nicht ständig bespricht. Natürlich spreche ich hier von verbal normal entwickelten Kindern, aber wenn ein Kind einfach mal herumsitzt und Kassette (jaja, meine Kinder hören Kassetten) hört, oder bastelt, oder wie auch immer in seinen eigenen Gedanken und mit sich selbst beschäftigt ist, dann sollten wir EINFACH MAL DIE KLAPPE HALTEN. Ich habe mich selbst ertappt. „Alle klar bei dir?“, „Hast du Hunger?“, „Brauchst du etwas, mein Schatz?“ Ich kann nicht behaupten, dass diese Gesprächsansätze übermäßig interessant gewesen wären. Weder für mich noch für meine Kinder. Ich habe das gesagt, weil ich Kontakt suchte. Aber warum? Weil SIE mich brauchten? Nein nein nein. Weil ICH gedacht habe ich müsste/sollte/könnte etwas tun.

Die Botschaft der Stille

In der Stille liegt eine Botschaft und wenn wir uns einmal Mühe geben einfach einmal nichts zu sagen dann wird diese Botschaft laut. In dem Moment bekommt das gesprochene Wort wieder Gewicht. Kommunikation bekommt einen Stellenwert, weil Überkommunikation wegfällt.

Nicht jeder Gedanke ist es Wert ausgesprochen zu werden. Zum eigenen Wohle und auch aus Respekt dem Gesprächspartner gegenüber. Unser Gegenüber, ob Kind oder Erwachsener, ist ja nicht unser Mülleimer. Manche Gedanken von anderen und bitte entschuldigt diesen Vergleich, aber ich finde ihn passend, also manche ausgesprochenen Gedanken sind wie Pupse:

  • Man will sie nicht.
  • Sie sind schnell raus und können nicht zurückgenommen werden.
  • Manche sind auch wirklich unverschämt!
  • Man wurde auch nicht gefragt, sonst hätte man nein gesagt.
  • Es sind nicht einmal die eigenen.
  • Und wenn sie erst einmal da sind, dann bekommt man sie so leicht auch nicht mehr weg.
  • Sie stören und sie gehen uns viel zu nah. Viel zu nah.

Manch einen Pups behält man also besser für sich und das gilt auch für Gedankenpupse. Man darf sich ruhig öfter mal fragen, ob die Wichtigkeit eines Gedankens auch nach 20 sek. nachdenken noch Bestand hat, oder ob es sich nur um etwas Flüchtiges handelt. Überkommunikation ist nicht immer notwendig. Geschweige denn schön.

Und jetzt fragt man sich, wie ich wohl auf dieses Thema gekommen bin? Ja ratet mal! Meine Kinder reden. Reden und reden und reden. Den ganzen Tag. Sie können noch nicht schreiben, deswegen reden sie. Gerne gleichzeitig, miteinander, mit mir, mit ihren Tieren, mit den Nachbarn, mit Fremden, mit jedem und allem. Meine Tochter führt sogar Gespräche mit der Sonne und ausgewählten Regentropfen. (Was ich dank mütterlichen Hormonen unfassbar niedlich finde.) Und wisst ihr was ich ihnen jetzt mal beibringe? Schweigen! Genau!  Natürlich werde ich ihnen nicht das Reden verbieten oder sagen „Hey Leute, klappe halten, ist doch auch schön, wenn wir mal nichts sagen.“ Nein, ich werde ihnen erst einmal ganz einfach versuchen beizubringen was Stille mit uns macht. Und wie schön das sein kann.

Und dann werde ich es hier berichten. Ich werde es euch mitteilen….denn nach so viel Schweigen muss es einfach raus!

Wie seht ihr das?

 

Kinderbuchliebling im Januar

Was für ein schönes Vorhaben von Biene von Klitzekleinedinge. Wir posten alle unsere Kinderbuchfavoriten im Januar!

Na da mache ich doch mehr als gerne mit. Mein liebstes Lieblingsbuch ist das Buch

Kamfu mir helfen?Kamfu mir helfen vorne

von Dirk und Barbara Schmidt. Das sind übrigens Mutter und Sohn. Sie schreibt und er ilustriert und heraus kommt ein wundervolles und liebevolles Werk

Ein Elefant stolpert („fpolpert“) und verbiegt sich dabei seinen Rüssel, weil er ihn einfach nicht mehr gerade bekommt wendet er sich an die unterschiedlichsten Tiere mit der Frage „Kamfu vielleicht helfen mir?“

Die Tiere geben Tipps und bemühen sich, bis es schlussendlich eine kleine Fliege hinbekommt…..aber wie…..

Das Buch ist wunderbar einfach geschrieben mit einer tollen Verkettung sprachlicher Verwirrungen. Sowohl die Kinder als auch ich haben Freude daran, die lustig geschriebenen Worte so auszusprechen wie sie geschrieben stehen und damit den Elefanten nach zu ahmen. Für meinen Sohn ist es sogar schwierig die „falsche“ Lautung nachzuahmen. Was für ihn schwierig ist, ist für mich interessant.Kamfu mir helfen hinten

Dadurch, dass dieser Satz im Alltag mit Kindern auch sehr sehr häufig fällt…..(Ich bin hier ja vermutlich nicht die einzige die ständig gerufen wird, oder?!) lässt sich der Satz  in den Alltag einbauen und wiederholen, was das Leseerlebnis vertieft.

Ich kann das Buch wirklich nur jedem ans Herz legen! Es ist sicherlich nicht mein letztes Buch der beiden Autoren.

Bücherliste der Kerneknacker

Na klar, ich erzähle immer wie wichtig Lesen und Singen ist. Naja ich habe damit das Rad ja jetzt nicht neu erfunden. Ich werde sehr häufig gefragt, welche Bücher ich vorlese und was ich empfehlen kann.

Ich kann eigentlich gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich Sprache liebe. Deswegen ist es für mich wichtig, dass die Texte etwas Spezielles haben. Was das ist, kann sehr unterschiedlich sein. Von Worterfindungen und Non-Sense-Wörtern bis zu lyrisch anwandelnden Geschichten, dialektalen Einschlägen oder Reimen. Man kann mich mit sehr vielem Begeistern.

Nur bitte keine Comics……ich lese sie einfach nicht gerne vor. Ich denke trotzdem, dass man sie vorlesen sollte. Wenn Kinder lesen, lesen sie. Das ist gut. Ganz einfach. Zum Lesen gehört meiner Meinung nach auch die haptische Erfahrung, wie sich also Bücher und Magazine und Zeitschriften unterscheiden. Das Blättern und Erkennen von Zusammenhängen ist für mich ein wichtiger Teil des Leseerlebnisses. Auch das Lesen von Comics fördert die Freude an Buchstaben und bisweilen auch die Rechtschreibung….nicht unbedingt die Grammatik aber eben auf jeden Fall den Spaß. Das allein genügt. Also zwinge ich mich ab und an und in bestimmten Situationen auch dazu Comics vorzulesen. Ich knirsche ganz schön mit den Zähnen. Auch jetzt beim Schreiben. Aber was tut man nicht alles für die süße Brut.

Ab welchem Alter Kinder welche Geschichten verstehen und mögen ist natürlich abhängig von den Kindern. Und von deren Präferenzen. Es gibt Kinder, die mögen zum Einschlafen gerne viele Bilder. Es gibt aber auch welche, die schon die Augen zumachen oder nicht mehr hinschauen und einfach nur gerne der Stimme des Vorlesers lauschen.

Es gibt die unterschiedlichsten Lesesituationen, die auch altersabhängig unterschiedlich wahrgenommen werden.

Bei kleinen und Kleinkindern ist die abendliche Vorlesezeit im Bett sicherlich nicht unbedingt dafür zu verwenden den Kindern noch etwas beizubringen. Bei älteren Kinder, im Schulalter, kann das aber sinnvoll sein. Man kann durchaus vor dem Schlafen noch einmal alles durchlesen, was man am nächsten Tag in der Schule braucht. Manchmal lernt das Gehirn in der Nacht weiter und das Wissen verfestigt sich. Das ist eine super praktische und teilweise auch erlernbare Fähigkeit.

Es spricht auch gar nichts dagegen vor dem Schlafengehen Sachbücher vorzulesen. Auch Märchen sind denkbar. Kinder hinterfragen Märchen nicht in dem Sinne, wie wir das tun. Manche Märchen sind aber wirklich sehr gruselig und erschreckend. Man kennt ja seine Kinder und weiß in der Regel was gut ist und was nicht. Manche Kinder leben ja auch als Feuerwehrmänner und träumen dann auch sehr gerne und völlig entspannt davon. Andere regt so etwas vollkommen auf.

Die abendliche Vorlesezeit ist wichtig für die Lesestimmung und für die Stimmung die die Kinder vor dem Einschlafen von uns überlassen bekommen. Vorlesen ist eine innige Verbindung von Außen- und Innenwelt und auch ich als Erwachsene genieße das sehr.

Ich gebe mir auch große Mühe. Ich verstelle die Stimmen. Ich artikuliere intensiv. Dadurch kann ich leise sprechen, was – so hoffe ich dann – zu einer ruhigen Bettatmosphäre beiträgt. Und wenn ich mich bemühe, macht es mir auch Spaß. Wenn ich beim Lesen daran denke, dass ich noch die Wäsche holen muss und morgen den Einkauf…..dann bin ich zwar fertig mit der Geschichte aber so richtig befriedigend war das meist nicht.

Dann gibt es natürlich den Fall, dass man zwei Kinder hat. Und wenn es keine Zwillinge sind haben sie einen Altersunterschied und dementsprechend unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn sie nicht zwei unterschiedliche Bettzeiten haben, kommt man zwangsläufig in die Situation, dass man beiden zeitgleich vorliest, dann darf sich bei mir jeder ein Buch bzw. eine Geschichte aussuchen. So viel Zeit muss sein. Dinge vor denen eines der Kinder Angst hat vermeide ich. Das erkläre ich auch. Ich denke zur Schlafenszeit muss man sich nicht mehr zusammenreißen müssen. Also werden Bücher herausgesucht, die nicht ängstigen. (Manchmal ist das wie die Suche nach dem heiligen Gral. Alles ist furchtbar beängstigend. Aber hey…..ne Phaaaaaase – klar!!!)

Sehr gerne stelle ich euch hier zusammen, welches meine momentanen Lieblingsbücher sind. Also natürlich hinsichtlich der Kinder. Es nützt ja nicht so viel, wenn ich die Bücher mag und niemand zuhört. Klar. Es ist eine kleine Auswahl. Und nicht vollständig. Aber das sind so die Bücher, die ich auch gerne verschenke und sehr gerne vorlese.

Das hier ist keine bezahlte Werbung. Ich werde und wurde von niemandem bezahlt, die Bücher hier aufzuführen. Ich bin ganz von allein auf den Krams hier gekommen 😉 Die Reihenfolge spielt hier keine Rolle.

Die Schnecke und der Buckelwal

Axel Scheffler und Julia Donaldson 

Ich bin ein großer Fan der beiden Autoren. „Die Schnecke und der Buckelwal“ ist mein unumstrittenes liebstes Vorlesebuch. Aber ich bin auch ganz angetan von „Mein Haus ist zu eng und zu klein“, „Für Hund und Katz‘ ist auch noch Platz“, „Flori Flunkerfisch“ (den Anfang kann mein Sohn auswendig, was aber auch am äußerst gelungenen Hörspiel dazu liegt.) und „Riese Rick macht sich schick“  (den kann die gesammelte Familie fast auswendig)

Diese Bücher sind alle in Reimform geschrieben. Die Autoren verwenden unterschiedliche Reimformen und Rhythmen, so dass die Kinder und die Vorleser gleichermaßen beschäftigt werden und bleiben. Durch Alliterationen (also ähnliche klingende Wortanfänge) entstehen geradezu sprachliche Herausforderungen an denen Kinder und Erwachsene ihre Artikulation üben können. („Silbrige Schneckenschrift-Schnur“) Zu dem sind es einfach sehr schöne und humorvolle Geschichten in einer schönen dichten, aber nicht komplizierten oder aufdringlichen Sprache.

Bei drei auf den Bäumen

Saskia Hula und Ulrike Möltgen

Ein tolles Buch über einen Tiger, der einen Urwald im Griff hat und ein Stachelschwein, dass kurz und ungefragt Gast des Urwaldes wird. Es versteht den Tiger und seine Drohungen einfach nicht.

Ein Buch auch über das Anderssein in anderen Ländern, übers Sprechen und das was hinter den Worten steht.

Mir gefällt besonders, neben der aktuellen Thematik, die aber nur uns Erwachsenen klar sein dürfte, die Dynamik der Geschichte. Man kann laut und leise, seltsam und drohend, heiser und bestimmend, niedlich und furchteinflößend sprechen. Es kann für uns Vorleser eine Herausforderung sein. Ich mag das sehr. Man kann es aber auch einfach nur vorlesen. Klar!!!

Ich bin der Stärkste im ganzen Land

Mario Ramos und Markus Weber

Ein Wolf der sich gerne seine Bestätigung durch die Bewohner des Waldes holt…..bis eben dieser kleine „Quabbelwabbel“ auftaucht.

Eine kurze, schöne und lustige Geschichte, die zeigt „große Klappe nichts dahinter“. Nicht wer am lautesten brüllt ist automatisch der „Bestimmer“, um es mal mit den Worten der Zielgruppe zu sagen.

Flosse Fell und Federbett

Nadja Budde

Ein sehr nett geschriebenes und illustriertes Buch. Kleine feine überraschende Reime mit Humor. Ein schönes Geschenk und eines meiner absolut liebsten kurzen Geschichtchen. Gibt es auch im Pixieformat und lohnt sich in jedem Fall.

So schön ist der Herbst

Rose Flock und Iwamura Kazuo

Matz und Fratz und das Lisettchen sind die Kinder einer Eichhörnchenfamilie, die niedliche sanfte Kinderabenteuer erleben. Das Buch ist eines von mehreren Büchern über die kleine Familie, die im Baum lebt. Unaufgeregt, niedlich gezeichnet und ein ruhiges kleines Abendteuer vor dem Zubettgehen.

Einer mehr

Yvonne Hergane und Christiane Pieper

Ein Bilderbuch genau wie ich es mag. Lustige wirklich sehr farbenfrohe Bilder, mit unterhaltsamen Kinderreimen. Anstatt immer jemanden zu verlieren, wird der Kinderbande auf jeder Seite ein Kind hinzugefügt. Man braucht etwas Konzentration um dieses Kind ausfindig zu machen, aber in der Regel sind da die lesenden Kinder ja besser als man selbst.

Ein tolles Buch um ein Gefühl für das eigenständige Lesen zu entwickeln. Meine Kinder nehmen es sehr gerne mit aufs Klo 😉 Ich glaube das ist ein gutes Zeichen. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken, auch ohne Lesekompetenz und doch ist es ein einfaches Buch. Einfach schön.

Das kleine Blau und das kleine Gelb

Leo Lionni und Günter Strohbach

Ein Klassiker der Kinderliteratur denke ich. Zumindest in meinen 4-Wänden. Ich kann von diesem Buch nicht genug bekommen. Die Basics der Farbenlehre, die Freundschaft von zwei Farbklecksen. Ich liebe dieses Buch inniglich.

Pipikack

Stephanie Blake

Der kleine Hase Simon kann und will nichts sagen außer diesem einen Wort – bis er eines Tages gefressen wird……

Es überrascht nicht, dass die Kinder dieses Buch lieben. Ich finde es auch toll. Es findet eine tolle Interaktion zwischen den Kindern und mir statt und es ist Platz für die Worte, die man sonst versucht nicht zu oft hören zu müssen. Simpel und gut!

Kaspar Mütze und der Riese Wirrwarr

Janosch

Ich mag Janosch an sich sehr gerne. Die Kritik, dass es sich gelegentlich nicht einmal um vollständige Sätze handelt. Kann ich nicht teilen. Echt jetzt. Warum? Nicht vollständig?

Janosch schaffte es schon immer, die kindliche Welt in greifbare Worte zu packen. Mit einer kindlichen Regellosigkeit verwendet und erfindet er Sprache, Sprachspiele, Reime, Geschichten und Märchen. Die Fantasie, die diesen Geschichten innewohnt ist schier grenzenlos. Alles ist erlaubt in dieser abenteuerlichen, tierischen Welt. Ein Traumland, in dem ich mich gerne aufhalte. Auch länger als 5 Seiten lang.

Ich freue mich immer – wirklich immer – über neue Vorschläge. Wenn euch diese Listen interessieren, dann kann und werde ich die Listen immer wieder erneuern. Also wenn ihr das Thema aufgreifen wollt, dann freue ich mich.

Also? Was sind eure Meinungen?
Und vergesst nicht in der rechten Spalte eure Email Adresse einzutragen, dann verpasst ihr keinen Blogeintrag!

Richtig mit den Kindern sprechen

Inspiriert durch den sehr sanften und liebevoll geschriebenen Blogpost von Susanne von „Geborgen Wachsen“ und meinem gestrigen Erlebnis mit meiner Tochter, ist dieser Text hier entstanden.

Meine Tochter (3) saß gestern am Abendbrot-Tisch, zeigte mit dem Finger auf mich, machte ein undefiniertes Gesicht und sagte:

 

„Und jetzt geh‘ und räum‘ dein Zimmer auf!“

Ich musste so lachen. Meine Freundin, die mit ihren Kindern zu Besuch war auch. Die Tochter hatte aber keine Ahnung, was damit gemeint war. Und da ereilten mich gleich diverse Fragen:

1.) Was davon versteht sie nicht?
2.) Kann sie nicht aufräumen?
3.) Versteht sie den Befehlston nicht?
4.) Warum weiß sie nicht was das heißt – es ist doch echt nicht so schwierig zu verstehen?

Die Antworten auf die oben gestellten Fragen sind: Ich rede einfach so nicht mit meinen Kindern. Oder besser gesagt: Es ist nicht die Art, in der ich mit meinen Kindern reden will. Ganz im ernst…..es könnte mir schon mal passieren. Aber es ist nicht die Art und Weise von der ich überzeugt bin. Deswegen können sie mit so einem Satz nichts anfangen. Dass sie ihn aber ausprobieren um zu schauen wie die Reaktion darauf aussieht, finde ich klasse. An Tochters undefiniertem Gesicht ließ sich so gut erkennen, dass sie keine Idee hatte, wie das alles gemeint war. Natürlich kennt sie jedes einzelne Wort. Aber wenn man Wörter aneinander reiht kommt noch lange keine sinnvolle Äußerung zustande.

Die Kommunikation, nicht nur mit Kindern, beinhaltet ganz viele unterschiedliche Aspekte. Susanne hat ein paar davon bereits sehr schön und sanft zusammen gefasst. Es ist natürlich bekannt, dass man mit Kindern bestenfalls in liebevoller Sprache umgeht. Auch, dass man Kindern, die ja erst im Begriff sind, das Sprechen und den Gebrauch von Sprache und Sprechen zu erlernen, mit möglichst eindeutiger Wortwahl durch den Alltag geleitet. Das wird hier sehr schön gezeigt. Es geht hierbei aber um noch einiges mehr.
Das Gesagte setzt sich immer auch zusammen aus den Dingen, die sich nicht in Worten verschriftlichen lassen. Die Redensart „Der Ton macht die Musik.“ ist bekannt. Es ist also auch abhängig davon WIE etwas gesagt wird. Ob man nun freundlich sagt „Das hast du ja toll gemacht.“ oder den exakten Satz in einem sarkastischen Unterton formuliert, macht einen ungemeinen Unterschied. Für die Kinder allerdings erstmal nicht. Denn sie können das seltsame Gefühl, das sie ereilte, als gesprochen wurde gar nicht zuordnen. Zumindest nicht zu Beginn des Sprechlernprozesses. Ab Schulalter könnte das schon funktionieren und natürlich ist das auch abhängig von der Art und Weise wie zuhause gesprochen wird. Wenn das Kind dort viel mit Ironie in Verbindung kommt, wird es diesen Unterton eher verstehen, als in einem Zuhause, in dem sehr viel Wert auf den „korrekten“ Ton gelegt wird. Dabei gibt es kein besser oder schlechter. Es sind einfach zwei unterschiedliche Arten des heimischen Familientons.
Weiterhin spielt eine Rolle, ob man sich körperlich dem Kind zuwendet, ob man in Ruhe spricht und vor allem auch ob man sich selbst, während man spricht, mit dem Gesprochenen beschäftigt.
Wenn man auf dem Handy eine Nachricht tippt und dabei sagt: „Und jetzt geh und räum dein Zimmer auf.“ dann wird vermutlich erst einmal gar nichts passieren. Wenn der Erwachsene der Thematik keine Aufmerksamkeit schenkt, warum sollte es dann das Kind tun?

Es gibt eine sehr simple Regel in der Kommunikation, die ich in meinen wissenschaftlichen Untersuchungen beweisen konnte:

Wenn sich der Sprecher Mühe gibt, von den Zuhörern verstanden zu werden, dann erhöht sich die Bereitschaft der Zuhörer, auch tatsächlich zuzuhören.

Das klingt so profan. Ist es auch, wenn wir uns daran hielten. Tun wir aber nicht immer…..geht auch nicht immer. Wir sind ja Menschen. Aber es kann uns ein Anhaltspunkt sein. Sowohl im Privaten als auch im Beruflichen. Es hat in meinen Augen auch etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun. Ich als Sprecher gebe mir Mühe für euch, und ihr gebt euch Mühe für mich. Das ist eine grundsätzliche Einstellung im sozialen Miteinander.

Als Beispiel:
Ich sitze auf einem Spielplatz. Neben mir ein Papa mit einem etwa 6 jährigen Sohn. Der Sohn schnappt sich ein Rad und fährt los. Der Papa des Kindes sitzt zurückgelehnt, beide Arme zur Seite gestreckt und auf die Rücklehne gelegt, auf der Parkbank und ruft: „Nicht wegfahren! Nur hier auf dem Spielplatz!“ der Sohn blickt zum Vater, guckt kurz, taxiert die Situation, dreht sich um und fährt weg. Nach einer Runde UM den Spielplatz, (nicht IM Spielplatz) wird der Papa unruhiger und ruft lauter: „Hey! Hörst du schlecht, ich habe gesagt, du sollst bitte hier bleiben!“.
Also fährt der Sohn weiter.
Bei der nächsten Runde erhebt sich der Vater und ohne etwas zu sagen, hält der Sohn an und steigt vom Rad.

Der Sohn hörte natürlich nicht schlecht. Wir haben ja gesehen, dass er sich sogar umgedreht und gut überlegt hat was er am Besten tun könnte. Wäre der Vater aber gleich aufgestanden und hätte somit den direkten Kontakt zur Situation und seinem Sohn hergestellt, wäre der Junge vermutlich im Rahmen des Spielplatzes geblieben.
Es war nicht einmal eine unfreundliche Situation. Weder Vater noch Kind waren gereizt. Ich würde es eher als eine misslungene Kommunikation bezeichnen. Und das ist irgendwie eine Zeitverschwendung, oder nicht?

Wenn es jetzt um die Kommunikation mit Babys geht, dann denke ich ist Susannes Ansatz sehr ambitioniert und auch sehr einfühlsam. Ich würde nur hinzufügen wollen, dass auch die Kraft der nonverbalen Kommunikation hier eine sehr große Rolle spielt und spielen kann. Zärtliche ruhige Bewegungen und gesungene Liebkosungen….all das schafft eine wunderbare Kommunikationsatmosphäre für Säuglinge und kleine Babys.

Eine Sache, die mir immer wieder auffällt, ist dass Kinder von Erwachsenen verbal häufig auf den Arm genommen werden. Dass das für die sprachliche Entwicklung durchaus von Vorteil sein kann, sehe ich in Grenzen ähnlich. Aber auch Kinder haben ein Recht auf Ruhe. Ich denke aber dass dieses Thema Potenzial hat ein ganzer, alleiniger Text zu werden 😉

Ach ja: Woher kam denn jetzt dieser Satz von meiner Tochter?

Heute früh hörten wir Kassetten, wie immer wenn wir Zähneputzen. Und da sagte doch der strenge Bernhard Blocksberg (der einzige, der in Bibis Familie Ordnung nicht herbei hexen kann) zu seiner Tochter eben diesen Satz! Aha! Ha! und nochmals AAAAHAAAAA!!!

Also: Wie ist es bei euch? Wie seht ihr das?

Verflucht und Zugehört!

Wenn Kinder schimpfen lernen, und wie!?
Dieses schönes Wortspiel mit meinen Kindern, hat mich heute einmal auf die Idee gebracht einen Beitrag über ein Erlebnis mit dem größeren der beiden, zu schreiben. Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich es bloggen soll, aber: Ich mag die Geschichte. Und sie zeigt, wie schwer es die kleinen kluges Köpfchen mit der Sprache und dem Sprechen haben. Nicht alles was so scheußlich klingt, ist auch so scheußlich zu verstehen.

Also:

Wie sollte es auch anders sein – mein Sohn ist sehr verbal veranlagt. Ich frage mich auch woher er das hat. Er redet sich um Kopf und Kragen. Vokabeln, Wörter, Phrasen und Strukturen speichert er in seinem gut riechenden, schlauen Köpfchen
wie ein ausgetrockneter Schwamm jeden Tropfen Wasser. Es wirkt als bereite er sich auf Großes vor. Er redet gerne schon bevor ihm klar ist, was er da so sagt Weiterlesen

Der Mama ihre komischen Regeln

Von Fällen und Un-Fällen

20150622_150000Ob ich mich da nun verhört habe oder nicht…..ich weiß es nicht genau. Manchmal beschäftigt mich eine Sache so sehr, dass ich gar nicht mehr weiß was jetzt richtig oder falsch ist. Ich bin betriebsblind oder einfach zu müde – letzteres ist natürlich immer eine Option. (Mein letzter Geistesblitz beim Einkaufen: „Oh es gibt schon wieder Rumkugeln….mmmmh das essen die Kinder sicher auch gerne.“)
Im Radio habe ich aber das neue Lied von Silbermond gehört. Es heißt „leichtes Gepäck“ und ich könnte schwören, dass die Sängerin singt „es reist sich besser mit leichteN Gepäck.“
Was ich da meine zu hören, also „leichtn Gepäck“ ist ein Phänomen des Sprechens, das sogar sehr leicht zu erklären ist. Man nennt es Ökonomisierung der Sprechweise und auch Assimilation, was soviel bedeutet wie:

So isses einfacher für die Zunge! Weiterlesen

Sprechunterstüzung leisten

AlleHaendeFür Sprechlerner brauchen wir Geduld und Aufmerksamkeit.

Sie hingegen brauchen minimale Unterstützung. Die selbstverständlichste aller Grundregeln, ist auch diejenige, auf die Erwachsene viel zu häufig noch bestehen müssen.

AUSREDEN LASSEN

Ein sicheres Zeichen dafür, dass man am Gesagten eines Sprechers nicht interessiert ist, Weiterlesen

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