Geschichtchen

Was passiert beim Stimmbruch?

Als würde es nicht genügen, dass die Kinder in diesem Alter ohnehin in allen Belangen wackelig sind, also psychisch und emotional, oft auch motorisch weil die Körpergröße einfach nicht zur kognitiven Entwicklung passen will, fängt auch noch die Stimme an, überaus deutliche Kapriolen zu schlagen. Man kann nicht einmal so tun, als würde man es nicht bemerken. Die armen Kinder. Und am Intensivsten merkt man es bei Jungs – sie können und dürfen sich nicht einmal geheim entwickeln. Nein, im Stadium, in dem sie sich am Liebsten verkriechen würden, wird es für alle sicht- und hörbar!

SEHT HER ICH PUBERTIERE!

Ganz wissenschaftlich betrachtet, nennt sich diese Entwicklung bei Jungs übrigens Stimmwechsel oder Mutation. Die Bezeichnungen werden dem Stimmklang der armen Jungs schon gerecht. Die kleinen, noch niedlichen Jungen bekommen eine gruselige Stimme, die im milisekündlichen Wechsel zwischen schrillen, glasbrecherischen Frequenzen und tiefen Männertönen schwankt. Gepaart mit Heiserkeit oder kompletter Tonlosigkeit. Stimmbruch ist ein sehr bildliches Wort, die Stimme bricht, die Gläser, die elterlichen Nerven….leider ab und an auch der Stolz des betroffenen Kindes. Gelegentlich führt es aber dummer Weise zum Gegenteil und die Jungs probieren gerade dann ihre Stimmen in jeglicher Dynamik aus. Glücklicherweise jedoch, hält dieser Zustand normalerweise nicht ewig. Die Dauer kann sich auf einige Tage beschränken, sie kann aber auch Wochen anhalten. Sehr zum Leidwesen aller akustisch Beteiligten. Das Ergebnis jedoch ist, dass die Stimme der Jungs deutlich tiefer ist, als vor dem pubertären Vorgang. So soll es sein. Ein weiterer Schritt in Richtung Erwachsenwerden.
Tja, wie ist das aber bei Mädchen? Haben Sie keinen Stimmbruch? Keine Mutation? Aber so richtige Kleinmädchenstimmen haben 18 jährige Frauen in der Regel doch auch nicht. Was passiert bei Mädchen???
Mädchen durchlaufen ebenfalls einen Stimmwechsel. Der ist aber einfach deutlich geringer als bei Jungen. Man geht davon aus, dass sich bei Frauen die Stimmtonhöhe um ca. eine Terz senkt, bei Jungs ca. eine Oktave. Bei Mädchen wird der Wechsel nicht so deutlich wahrgenommen. Es gibt Phasen, da klingen die Stimmen heiser, aber viel mehr passiert häufig nicht. Die Veränderung ist relativ gering und daher halten sich die Begleiterscheinungen auch im Rahmen.
Initiiert wird der Stimmwechsel zwar durch Sexualhormone während der Pubertät, aber das wirklich ausschlaggebende Kriterium dafür wie stark sich der Umschwung auf den Stimmklang auswirkt, ist die mit der Hormonproduktion zusammenhängende Wachstumsphase. Für Jungs ebenso wie für Mädchen, denn durch das Wachstum verändert sich nicht nur die Länge der Stimmbänder, sondern ganz simpel auch die Resonanzräume, also die Mundhöhle, der Rachen etc. Da bei Frauen das Ansatzrohr (also alles was man zum Sprechen und Artikulieren braucht; vom Kehlkopf bis zu den Lippen) etwas kleiner ist als bei Männern, muss sich bei ihnen nicht so viel verändern. Die Stimmlippen wachsen bei Männern ungefähr doppelt so viel, werden also ca. 5-8mm länger. Bei Frauen nur 2-4 mm.
Also gibt es ihn doch – den Stimmwechsel bei Frauen.

Und zu unser aller Freude geht es dann im Alter weiter. Wenn sich die Hormone erneut verändern…..dazu ein anderes Mal mehr.

 

Foto: Susann Schroeter Fotografie

Mama, gibt es den Weihnachtsmann?

Sein oder nicht sein – die Frage nach dem Wesentlichen.

Letztes Jahr sagte mein Sohn (damals 4,5) zu mir: „Mama, der Arno hat gesagt es gibt gar keinen Weihnachtsmann. Und auch kein Christkind!“
BÄMM BÄMM! Zack! KINDHEIT ADE!
Mein erster Reflex führte dazu, dass ich fast meine Tochter aus ihrem Kinderstuhl katapultierte bei dem Versuch ihr schnell noch die Ohren zuzuhalten.
Meine Antwort war natürlich erst einmal: „Ach ja? Wie kommt er denn dazu sowas zu sagen?“ Innerlich hängte ich noch ein „Der alte Klugscheißer! Zerstört mal eben so die wunderbar heile Welt einer ganzen FAMILIE?!!?!?“
„Mama, der hat gesagt, dass sich jemand verkleidet und die Geschenke bringt. Und AUSSERDEEEEHEEEM hat niemand das Christkind gesehen. Also gibt es das auch gar nicht.“

Es ist ja so: Es geht mir doch gar nicht darum wer jetzt an was glaubt. Im ernst. Meine Familie ist eine religiöse Benetton Reklame. Bei uns gibt es von allem etwas und das habe ich immer als Bereicherung empfunden. Allerdings hat es mich auch immerhin so weit geprägt, dass ich niemals wieder in meinem Leben das Bedürfnis verspüren werden über Religionen zu diskutieren. Aber ich habe viele traditionelle und religiöse Feste gefeiert. Auch in mehrfacher Ausführung und als Kind auch mit mehrfachen Geschenken. Es interessiert einen ab einem bestimmten Alter natürlich nicht mehr, ob das alles erfunden ist, oder der Wahrheit entspricht. Wichtig ist für mich das Gefühl, das mich mit den Menschen und den Festen verbindet. Und das ist ein innigliches, sehr intimes, wunderschönes, festliches Gefühl. Ich möchte das für meine Kinder auch. Klar.
Wenn mich jetzt aber mein Sohn fragt, ob es das Christkind gibt oder nicht, dann will ich ihn nicht anlügen. Ich will aber auch nicht die Wahrheit sagen – und mal ganz philosophisch gefragt: Was ist schon die Wahrheit?

Schlussendlich endete unser kleines Gespräch dann so:

„Weißt du Söhnchen, es ist doch ganz einfach ein schönes Gefühl daran zu glauben, dass das Christkind zu uns kommt.“
„Ja schon…..aber“
„Siehst du. Es ist manchmal gar nicht so wichtig genau zu wissen ob es etwas gibt oder nicht. Wenn man schöne Gedanken damit hat ist das doch wunderschön.“
„Aber Arno hat gesagt….er hat noch nie eins gesehen.“
„Naja nur weil Arno es noch nicht gesehen hat, heißt es ja nicht, dass es keins gibt…?“
„Doch!“
„Ok, pass auf: Hat Arno, oder hast du schon einmal ein Stachelschwein gesehen?“
„Nein!“
„Siehste, gibt es aber trotzdem!“

Und da fing mein Sohn plötzlich an, bis über beide Ohren zu grinsen.

Bücherliste der Kerneknacker

Na klar, ich erzähle immer wie wichtig Lesen und Singen ist. Naja ich habe damit das Rad ja jetzt nicht neu erfunden. Ich werde sehr häufig gefragt, welche Bücher ich vorlese und was ich empfehlen kann.

Ich kann eigentlich gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich Sprache liebe. Deswegen ist es für mich wichtig, dass die Texte etwas Spezielles haben. Was das ist, kann sehr unterschiedlich sein. Von Worterfindungen und Non-Sense-Wörtern bis zu lyrisch anwandelnden Geschichten, dialektalen Einschlägen oder Reimen. Man kann mich mit sehr vielem Begeistern.

Nur bitte keine Comics……ich lese sie einfach nicht gerne vor. Ich denke trotzdem, dass man sie vorlesen sollte. Wenn Kinder lesen, lesen sie. Das ist gut. Ganz einfach. Zum Lesen gehört meiner Meinung nach auch die haptische Erfahrung, wie sich also Bücher und Magazine und Zeitschriften unterscheiden. Das Blättern und Erkennen von Zusammenhängen ist für mich ein wichtiger Teil des Leseerlebnisses. Auch das Lesen von Comics fördert die Freude an Buchstaben und bisweilen auch die Rechtschreibung….nicht unbedingt die Grammatik aber eben auf jeden Fall den Spaß. Das allein genügt. Also zwinge ich mich ab und an und in bestimmten Situationen auch dazu Comics vorzulesen. Ich knirsche ganz schön mit den Zähnen. Auch jetzt beim Schreiben. Aber was tut man nicht alles für die süße Brut.

Ab welchem Alter Kinder welche Geschichten verstehen und mögen ist natürlich abhängig von den Kindern. Und von deren Präferenzen. Es gibt Kinder, die mögen zum Einschlafen gerne viele Bilder. Es gibt aber auch welche, die schon die Augen zumachen oder nicht mehr hinschauen und einfach nur gerne der Stimme des Vorlesers lauschen.

Es gibt die unterschiedlichsten Lesesituationen, die auch altersabhängig unterschiedlich wahrgenommen werden.

Bei kleinen und Kleinkindern ist die abendliche Vorlesezeit im Bett sicherlich nicht unbedingt dafür zu verwenden den Kindern noch etwas beizubringen. Bei älteren Kinder, im Schulalter, kann das aber sinnvoll sein. Man kann durchaus vor dem Schlafen noch einmal alles durchlesen, was man am nächsten Tag in der Schule braucht. Manchmal lernt das Gehirn in der Nacht weiter und das Wissen verfestigt sich. Das ist eine super praktische und teilweise auch erlernbare Fähigkeit.

Es spricht auch gar nichts dagegen vor dem Schlafengehen Sachbücher vorzulesen. Auch Märchen sind denkbar. Kinder hinterfragen Märchen nicht in dem Sinne, wie wir das tun. Manche Märchen sind aber wirklich sehr gruselig und erschreckend. Man kennt ja seine Kinder und weiß in der Regel was gut ist und was nicht. Manche Kinder leben ja auch als Feuerwehrmänner und träumen dann auch sehr gerne und völlig entspannt davon. Andere regt so etwas vollkommen auf.

Die abendliche Vorlesezeit ist wichtig für die Lesestimmung und für die Stimmung die die Kinder vor dem Einschlafen von uns überlassen bekommen. Vorlesen ist eine innige Verbindung von Außen- und Innenwelt und auch ich als Erwachsene genieße das sehr.

Ich gebe mir auch große Mühe. Ich verstelle die Stimmen. Ich artikuliere intensiv. Dadurch kann ich leise sprechen, was – so hoffe ich dann – zu einer ruhigen Bettatmosphäre beiträgt. Und wenn ich mich bemühe, macht es mir auch Spaß. Wenn ich beim Lesen daran denke, dass ich noch die Wäsche holen muss und morgen den Einkauf…..dann bin ich zwar fertig mit der Geschichte aber so richtig befriedigend war das meist nicht.

Dann gibt es natürlich den Fall, dass man zwei Kinder hat. Und wenn es keine Zwillinge sind haben sie einen Altersunterschied und dementsprechend unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn sie nicht zwei unterschiedliche Bettzeiten haben, kommt man zwangsläufig in die Situation, dass man beiden zeitgleich vorliest, dann darf sich bei mir jeder ein Buch bzw. eine Geschichte aussuchen. So viel Zeit muss sein. Dinge vor denen eines der Kinder Angst hat vermeide ich. Das erkläre ich auch. Ich denke zur Schlafenszeit muss man sich nicht mehr zusammenreißen müssen. Also werden Bücher herausgesucht, die nicht ängstigen. (Manchmal ist das wie die Suche nach dem heiligen Gral. Alles ist furchtbar beängstigend. Aber hey…..ne Phaaaaaase – klar!!!)

Sehr gerne stelle ich euch hier zusammen, welches meine momentanen Lieblingsbücher sind. Also natürlich hinsichtlich der Kinder. Es nützt ja nicht so viel, wenn ich die Bücher mag und niemand zuhört. Klar. Es ist eine kleine Auswahl. Und nicht vollständig. Aber das sind so die Bücher, die ich auch gerne verschenke und sehr gerne vorlese.

Das hier ist keine bezahlte Werbung. Ich werde und wurde von niemandem bezahlt, die Bücher hier aufzuführen. Ich bin ganz von allein auf den Krams hier gekommen 😉 Die Reihenfolge spielt hier keine Rolle.

Die Schnecke und der Buckelwal

Axel Scheffler und Julia Donaldson 

Ich bin ein großer Fan der beiden Autoren. „Die Schnecke und der Buckelwal“ ist mein unumstrittenes liebstes Vorlesebuch. Aber ich bin auch ganz angetan von „Mein Haus ist zu eng und zu klein“, „Für Hund und Katz‘ ist auch noch Platz“, „Flori Flunkerfisch“ (den Anfang kann mein Sohn auswendig, was aber auch am äußerst gelungenen Hörspiel dazu liegt.) und „Riese Rick macht sich schick“  (den kann die gesammelte Familie fast auswendig)

Diese Bücher sind alle in Reimform geschrieben. Die Autoren verwenden unterschiedliche Reimformen und Rhythmen, so dass die Kinder und die Vorleser gleichermaßen beschäftigt werden und bleiben. Durch Alliterationen (also ähnliche klingende Wortanfänge) entstehen geradezu sprachliche Herausforderungen an denen Kinder und Erwachsene ihre Artikulation üben können. („Silbrige Schneckenschrift-Schnur“) Zu dem sind es einfach sehr schöne und humorvolle Geschichten in einer schönen dichten, aber nicht komplizierten oder aufdringlichen Sprache.

Bei drei auf den Bäumen

Saskia Hula und Ulrike Möltgen

Ein tolles Buch über einen Tiger, der einen Urwald im Griff hat und ein Stachelschwein, dass kurz und ungefragt Gast des Urwaldes wird. Es versteht den Tiger und seine Drohungen einfach nicht.

Ein Buch auch über das Anderssein in anderen Ländern, übers Sprechen und das was hinter den Worten steht.

Mir gefällt besonders, neben der aktuellen Thematik, die aber nur uns Erwachsenen klar sein dürfte, die Dynamik der Geschichte. Man kann laut und leise, seltsam und drohend, heiser und bestimmend, niedlich und furchteinflößend sprechen. Es kann für uns Vorleser eine Herausforderung sein. Ich mag das sehr. Man kann es aber auch einfach nur vorlesen. Klar!!!

Ich bin der Stärkste im ganzen Land

Mario Ramos und Markus Weber

Ein Wolf der sich gerne seine Bestätigung durch die Bewohner des Waldes holt…..bis eben dieser kleine „Quabbelwabbel“ auftaucht.

Eine kurze, schöne und lustige Geschichte, die zeigt „große Klappe nichts dahinter“. Nicht wer am lautesten brüllt ist automatisch der „Bestimmer“, um es mal mit den Worten der Zielgruppe zu sagen.

Flosse Fell und Federbett

Nadja Budde

Ein sehr nett geschriebenes und illustriertes Buch. Kleine feine überraschende Reime mit Humor. Ein schönes Geschenk und eines meiner absolut liebsten kurzen Geschichtchen. Gibt es auch im Pixieformat und lohnt sich in jedem Fall.

So schön ist der Herbst

Rose Flock und Iwamura Kazuo

Matz und Fratz und das Lisettchen sind die Kinder einer Eichhörnchenfamilie, die niedliche sanfte Kinderabenteuer erleben. Das Buch ist eines von mehreren Büchern über die kleine Familie, die im Baum lebt. Unaufgeregt, niedlich gezeichnet und ein ruhiges kleines Abendteuer vor dem Zubettgehen.

Einer mehr

Yvonne Hergane und Christiane Pieper

Ein Bilderbuch genau wie ich es mag. Lustige wirklich sehr farbenfrohe Bilder, mit unterhaltsamen Kinderreimen. Anstatt immer jemanden zu verlieren, wird der Kinderbande auf jeder Seite ein Kind hinzugefügt. Man braucht etwas Konzentration um dieses Kind ausfindig zu machen, aber in der Regel sind da die lesenden Kinder ja besser als man selbst.

Ein tolles Buch um ein Gefühl für das eigenständige Lesen zu entwickeln. Meine Kinder nehmen es sehr gerne mit aufs Klo 😉 Ich glaube das ist ein gutes Zeichen. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken, auch ohne Lesekompetenz und doch ist es ein einfaches Buch. Einfach schön.

Das kleine Blau und das kleine Gelb

Leo Lionni und Günter Strohbach

Ein Klassiker der Kinderliteratur denke ich. Zumindest in meinen 4-Wänden. Ich kann von diesem Buch nicht genug bekommen. Die Basics der Farbenlehre, die Freundschaft von zwei Farbklecksen. Ich liebe dieses Buch inniglich.

Pipikack

Stephanie Blake

Der kleine Hase Simon kann und will nichts sagen außer diesem einen Wort – bis er eines Tages gefressen wird……

Es überrascht nicht, dass die Kinder dieses Buch lieben. Ich finde es auch toll. Es findet eine tolle Interaktion zwischen den Kindern und mir statt und es ist Platz für die Worte, die man sonst versucht nicht zu oft hören zu müssen. Simpel und gut!

Kaspar Mütze und der Riese Wirrwarr

Janosch

Ich mag Janosch an sich sehr gerne. Die Kritik, dass es sich gelegentlich nicht einmal um vollständige Sätze handelt. Kann ich nicht teilen. Echt jetzt. Warum? Nicht vollständig?

Janosch schaffte es schon immer, die kindliche Welt in greifbare Worte zu packen. Mit einer kindlichen Regellosigkeit verwendet und erfindet er Sprache, Sprachspiele, Reime, Geschichten und Märchen. Die Fantasie, die diesen Geschichten innewohnt ist schier grenzenlos. Alles ist erlaubt in dieser abenteuerlichen, tierischen Welt. Ein Traumland, in dem ich mich gerne aufhalte. Auch länger als 5 Seiten lang.

Ich freue mich immer – wirklich immer – über neue Vorschläge. Wenn euch diese Listen interessieren, dann kann und werde ich die Listen immer wieder erneuern. Also wenn ihr das Thema aufgreifen wollt, dann freue ich mich.

Also? Was sind eure Meinungen?
Und vergesst nicht in der rechten Spalte eure Email Adresse einzutragen, dann verpasst ihr keinen Blogeintrag!

5 Tipps, für eine Nacht ohne Kinder!

Beim Zeitmanagement der freien Zeit liegen Wunsch und Wahnsinn empfindlich nah beieinander.

Kaum sind die Kinder eine Nacht nicht bei mir, bekomme ich jedes Mal wieder richtig gute Tipps, die ich sogar manchmal befolge und ausführe – fast.

 

I. WOW DANN KANNST DU JA MAL WIEDER IN DIE SAUNA GEHEN!

Realität: Wow, ja! Das könnte ich…..gute Idee….muss nur vorher die Kamelhaardecke von meinen Beinen entfernen und …hier auch noch und wenn ich schon dabei bin – das ganze Programm. MitPediküre. Also das muss schon sein, bin zwar Mama aber ja kein Yeti. Auch wenn jetzt Winter ist. Ok zum Rasieren müsste ich duschen. Dann werde ich ja vor der Sauna auch schon nass….lohnt sich das? Ja vielleicht. Ok, nehme ich jemanden mit? Wäre nett, ja moment….wer könnte denn Zeit haben…..da muss doch jemand….naja, vielleicht ist es alleine auch gut.

Dann nehme ich mein Buch mit und lese ganz viel. Ganz viel!

Ich könnte mit dem Bus fahren….och neeee…ist ja schon dunkel. Ich nehme das Auto. Heizung an – Uaaahhhh müde bin ich jetzt schon. Ok, aber vielleicht schaffe ich es das ganze Buch dort zu lesen.

Ich habe Zeit, es ist ja Nachtsauna wie ich sehe….ach nein NACKT-Sauna, als ob das nicht klar wäre. Ich brauche wirklich Kontaktlinsen.

So, ok, also dann jetzt, rein in die Hitze. Oh Gott. Ohnmacht. Ich bin es nicht mehr gewöhnt. Ok, langsam atmen. Die Entspannung kommt. Der Schweiß auch. Danke lieber Körper. Sauna ohne Schweiß ist Folter. Jetzt abkühlen…..nein ich kann nicht mit Eiswasser. Mein Körper tut überall weh. Ich kann ihm das nicht zumuten. Lauwarm für mich. Ok, ein bisschen kälter….ja danke, stopp genügt. Ok, jetzt ab auf die Liege. Fußbad eventuell nachher – bin ja hier nicht im Bootcamp. Ok ich lege mich nur ganz kurz mal hier her…..ohhhhh jetzt kann die Entspannung kommen. Was?! Schon 21 Uhr? Ich muss eingenickt ein. Mist. Sauna macht zu. Ab nach hause!

 

II. GEH DOCH MAL WIEDER AUS

Realität: Ja mache ich. Heute ist der Tag der Tage! Ich gehe mal wieder aus. Hmmm…..wohin könnte ich gehen….ok zuerst ins Restaurant an der Ecke, da ist immer ab 18 Uhr Happy Hour. Das ist gut. Da sitze ich an der Bar. Weil ich einschlafe, wenn ich später ausgehe. So, da sitze ich jetzt. Hm. Noch niemand da außer mir. Wirkt das nicht traurig? Die Muddi da alleine an der Bar? Ach, nette Barkeeper sind das, wir quatschen ein bisschen. Ein Mexikaner arbeitet beim Mexikaner – ist lustig oder? Wie die wohl aussehen? Nächstes Mal doch lieber mit Brille, schon ganz schön schummerig das Licht hier…..Huch, schon der 3. GinTonic. Ob ich mich mit jemandem treffe? Gute Frage, ähm, nein. Bin nur zur Happy Hour hier. Ja die Happy Hour ist dann jetzt auch vorbei. Wo meine Freunde sind? Ich glaub zuhause bei ihren Kindern. Und die anderen? Welche anderen? Meine Arbeitskollegen – ja ich bin Selbstständig. Ach ja, ich zahle, danke, och günstig. Danke sehr. Ich komme wieder. Schon 21 Uhr? Ja dann mal nix wie ab ins Bett. In 9 Stunden kommen die Kinder wieder.

 

III. ACH WIE SCHÖN, ENDLICH MAL WIEDER ZEIT FÜR DICH

Realität: Jaaaaaaa ganz für mich. Ich habe Zeit für mich. Sonst verbringe ich sie ja immer mit irgendwem – tausend Leute, die ich täglich anrufe, die alle nur mit mir Zeit verbringen wollen. Weil ich ständig total sozial und vor allem spontan, irgendwo einfach nur so abhänge. Selbstständig halt, wie man es sich so vorstellt. Überall mit einem Coffe-To-Go-Becher in der Hand und so voll social halt. Da ich sonst immer von unfassbar vielen Erwachsenen umgeben bin, bin ich froh, dass heute mal wieder alles anders ist.  Wer will sich schon immer mit Erwachsenen unterhalten? Genau! Heute habe ich ja endlich Zeit für mich. Die nutze ich natürlich auch  und arbeiten ohne die Kinder abzuholen ist ja fast wie Zeit für mich. Und einkaufen ohne Kinder….auch ein bisschen. Pah!

Ich kaufe mir eine ganze Packung hanuta und die esse ich dann alleine.

Nach der Arbeit auf der Couch. Wie jeden Abend. Aber heute habe ich Zeit für mich. Schlafen ja keine Kinder nebenan. Fühlt sich ganz anders an…..

Heute lasse ich die Türen auf und im Kinderzimmer einfach mal das Licht an. Verrückt!

 

IV. WEIßT DU SCHON WAS DU MIT DER GANZEN ZEIT MACHST?

Realität: In den ganzen 24 Stunden? Ja klar, ich habe viel vor. Es ist so vieles liegengeblieben. Wo war noch meine Liste. Ja, hm….ok also erst einmal einkaufen. Nein erst einmal Autoputzen, sonst muss ich ja die Einkäufe raus und rein hieven. Autowaschen, Einkaufen….ach Mist, jetzt stehe ich im Stau. Berufsverkehr ich dachte schon Ferienverkehr hahaha…hätte ich fast vergessen. Ist ja wie Urlaub so eine Nacht ohne Kinder. Ich mache mal das Radio ganz laut und schalte nicht um wenn Nachrichten kommen. Faszinierende Freiheiten, die man so haben kann! So jetzt aber ab nach hause. Muss dringend aufräumen. Noch alles in die Wohnung geschleppt. Puh, ok. Ach du jeh….da steht ja noch das Frühstück. Mist, immer ich. Ok, wer sonst?

Oh nein, Nr.1 hat seine Fußballschuhe vergessen. Schlechte Mutter ich.  Wieviele Stunden habe ich noch 19?! Was da alles noch passieren kann!!

Die Welt steht mir offen, ok erstmal kurz auf der Couch ausruhen. Frühstück kann ich auch später wegräumen…….

Oh Verdammt, bin wohl weggedöst! WAS?! Schon 23 Uhr? Bin eingeschlafen….ok, schnell ins Bett. Schlafen ist auch gut, und morgen kann ich ja auch endlich mal ausschlafen!

 

V. WOW HEUTE KANNST DU SO RICHTIG AUSSCHLAFEN

Realität: Ja kann ich. Heute besser gesagt morgen früh kann ich mal so richtig ausschlafen. Keiner bekommt mich aus den Federn. Am Besten gehe ich gleich ins Bett….gäääähnnnn….zzzzzz…. Huch, was? 4 Uhr? Oh, schnell wieder einschlafen. Heute kann ich schlafen. Ganz lang, keiner weckt mich. Los schlafen! Jetzt!…….Verdammt….ok ich gehe nochmal aufs Klo. So, jetzt wird geschlafen. Hach gemütlich die 140cm Matratze, wenn man mal alleine drauf liegt…… Mmmh, riecht lecker, das Kissen von der Tochter…..Was wohl die Kinder machen….? Naja, sie werden vermutlich jetzt schlafen. – Aber nicht mehr lange hehehe….aber ich darf ja ausschlafen. Also gut.

Nicht denken jetzt. Schlafen. Mmhhh was ist denn das?

Die Heizung geht ja schon um 5 Uhr wieder an! Werden davon die Kinder sonst wach? Muss ich morgen mal drauf achten. Ach und unbedingt Knusperbärmüsli kaufen. Fürs Frühstück. Aber erst ausschlafen. Ja Jetzt. Wenn ich allerdings schon früh einkaufen gehe, habe ich nachher mehr Zeit nochmal auf der Matratze zu liegen alleine. Ok, aber noch ein bisschen schlafen. Jetzt! Oder aufstehen? Also die ganze Zeit so umzudenken nützt ja auch nix.

Da kann ich auch aufstehen…..oder lieber doch noch schlafen?

 

Hättet ihr noch mehr gute Tipps? Bitte immer her damit – ich schwöre ich probiere sie alle aus (wenn ich nicht vorher einschlafe)!

Bearbeitet: 23. Mai 2017

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