SingleMom/SingleParent

Freund oder Feind? – Das Telefon und ich – Teil I

Meine lieben Leser, ihr lest richtig, dieses ist nur der erste Teil meiner ersten REIHE von Blogbeiträgen um das Thema „Das Telefon in der Familie“. Das Thema ist so ein breit gefächertes, dass es noch mindestens einen, vermutlich aber eher zwei weitere Teile geben wird, in denen zum Beispiel die Auswirkungen auf das Sprechverhalten, die sprachliche Entwicklung und das familiäre Miteinander der Schwerpunkt sein wird. Und ihr dürft gespannt sein: Ich werde sicherlich nicht auf die Mamas schimpfen, die auf dem Spielplatz mal eben gucken was die Freunde so auf Instagram posten…..denn wer ohne Sünde ist und so….ne? Also dann lasst mich mal beginnen:

Teil I – Das Telefon und ich – Ein Drama in einem einzigen Akt.

Als ich 22 Jahre alt war (also vor ein paar ganz wenigen Jahren) bin ich ohne Handy und ohne elektronische Gerätschaften ein halbes Jahr nach Südamerika gereist. Es gab damals schon Handys. Nicht so weit verbreitet allerdings und es gab auch Digitalkameras. Ein paar meiner Reisebekanntschaften hatten welche dabei und mussten immer tierisch drauf aufpassen, dass niemand sie klaute. Sie waren heiß begehrt. Mein teuerstes Gerät war wohl ein Minidisc Player, den ich nach ein paar Wochen völlig entnervt nach hause schickte (zusammen mit meinen vollgeknipsten Filmen übrigens), denn er und die ganzen Minidiscs wogen einfach viel zu viel. Ein Handy mitzunehmen wäre Wahnsinn gewesen. Es gab ohnehin nirgends Empfang und vermutlich hätten die Roaminggebühren damals meine Reise um 2 Monate verkürzt. Das Internet verbreitete sich aber so langsam auch in den kleinsten bolivianischen Dörfchen. Das war für mich überraschend und ist es immer noch, aber so war es. Man konnte also immerhin Emails nach hause schicken und in Kontakt treten. Und ab und an konnte man – wenn man Glück hatte, die Mama im ICQ-Chat oder MSN-Messenger treffen und chatten.

Wenn ich jetzt das Haus ohne Handy verlasse, das mache ich gelegentlich absichtlich (aber nur, wenn die Kinder sicher beim Papa oder bei der Oma sind – ich bin ja nicht total verrückt!?!?!?!) dann beschleicht mich immer ein mulmiges Gefühl. Immer.

Ich schlechte Mutter bin nicht erreichbar!

Das ist der Grund warum ich es mache. Ich mag es nicht, dass ich das Gefühl habe, etwas ganz furchtbar Dringendes verpassen zu können, wenn ich nicht erreichbar bin. Es gab ja auch schon den ein oder anderen Notfall, mein Sohn hätte fast mal sein kleines Fingerchen verloren, meine Tochter hat einen Schneidezahn weniger, Gehirnerschütterungen, Vergiftungen, ihr kennt das. Sowas passiert ja auch mal, wenn man dabei ist, aber noch kreislaufanregender ist es, wenn man eben nicht dabei ist.

Sobald man den Namen der Schule, des Kindergartens, des Horts, oder einfach derjenigen Person, die die Kinder gerade betreut auf dem Display erkennt, hält uns nichts mehr auf! RANGEHEN, SOFORT!

Mich interessiert echt, wie ein MRT von unserer Gehirnaktivität aussieht in solch einer Situation. Absolute Alarmbereitschaft. Hyperaktivität. Armageddon!

Aber die Kinder waren natürlich nicht allein, sie sind viel zu klein noch. Sie sind nie alleine. Es waren und sind immer Betreuer da, die sich gekümmert haben und kümmern und es ist natürlich ihre Pflicht mich zu informieren und natürlich will ich auch da sein, aber man fragt sich schon……

Wie zur Hölle lief das, als ich noch ein Kind war?!

Meine Mutter hat ganz sicher nicht zuhause vor dem Festnetz gesessen und gewartet bis oder ob jemand anruft, weil sich die Kinder verletzt haben könnten oder noch schlimmer: Ihre Badehose vergessen haben könnten. Nein, als ich ein Kind war, waren Dinge eben so. Da rief niemand: „WO WARST DU DENN ICH HABE DICH 3x ANGERUFEN UND KEINER GING RAN?!“ Da konnte man es manchmal einfach nicht ändern. Ich bin kein Fan von „früher war alles besser“. Das finde ich auch gar nicht. Aber früher war vieles anders und das ist der Gang der Dinge. Manche Dinge sind einfach anders. Und jetzt ist jetzt.

Ich bin IMMER der Ansprechpartner, wenn es um die Kinder geht. 24 Stunden am Tag. Das kann einen schon mal an die eigenen Grenzen bringen und gerade deswegen entscheide ich mich sehr selten, aber bewusst dafür, mein Telefon nicht mitzunehmen. Ebenso entscheide ich mich auch oft dafür, mein Telefon nicht zu verwenden. Dann nämlich, wenn ich keine Zeit habe zu telefonieren. Dass es solche Momente täglich gibt, werdet ihr alle wissen. Alle Eltern wissen es wie es ist, wenn man vollbepackt mit Tüten und Gemälden und Steinchen und gesammelten Tannenzapfen um 16 Uhr vom Kindergarten kommt und an einer vollbefahrenen Straße zum Auto läuft oder auf dem Heimweg ist und das Telefon klingelt.

Nein, ich bin nicht erreichbar dann. Theoretisch schon, aber nicht praktisch.

Selbst wenn ich ran ginge, hätte der Gesprächspartner keine Freude an unserem Gespräch, „Achtung, Schatz, nicht so nah an den Straßenrand…nein ich kann das nicht auch noch halten…..stopp! GUCKEN! Sag mal, du wirst jetzt bald 5, du musst doch gucken!….da! Da vorne…nein nicht das Auto, das nächste…ja genau“ ….das will doch auch niemand hören! Ich will es ja nicht mal sagen…..

Auch um 17.30 Uhr ist es übrigens eine ziemlich verrückte Idee mich erreichen zu wollen, da fängt doch die Bettzeit an! Sowas weiß man doch….tststs…. Ebenso um 18.30 Uhr da lesen wir – manchmal streiten wir da auch noch aber da könnte ich dann auch nicht!  Und ab 19.30/19.45 Uhr habe ich oft ein Zeitfenster von so ca. 15 min. Da räume ich die Spuren des Tages weg, mache Schulbrote und Wäsche. Dann muss ich aber auch Schluss machen, denn sonst bin ich zu müde für mein Highlight des Tages.

Dann kommen MEINE 30min des Tages. Ich will dann Sport machen, zuhause und in Ruhe und ich will nicht ‚gemamat‘ werden in dieser Zeit. Egal von wem. Danach mache ich mir ein Abendbrot und dusche (ja ohne Kinderhändchen unter dem Duschvorhang, wenn alles nach Plan läuft). Dann gucke ich oft noch ein Serie und ….naja

…ich gebe zu, dass ich, seit es Netflix gibt die Notwendigkeit eines Telefonats immer weniger sehe. 

Aber auch in der Nacht bin ich wieder im Dienst und streichle Bäuchlein und tröste Träumchen und halte Füßchen und hole Wasser und suche verloren gegangene Kuscheltiere aus den hintersten Ecken. Jetzt wäre übrigens ein super Zeitpunkt mich anzurufen, wenn es mal dringend ist. Denn zwischen 3 und 5 Uhr morgens kann ich oft ohnehin nicht mehr einschlafen – und ich weiß, dass ich auch damit nicht alleine bin. Wie wär’s denn dann?!

Wie macht ihr das mit euren Telefonen?!

Vergesst nicht mir zu folgen und meine Beiträge zu abonnieren, dann verpasst ihr auch nichts.

 

 

  • nächster Teil I: Telefone, wir und unsere Babys und Kinder bis 3 Jahre (voraussichtlich 18.04.2017)
  • Teil II: Telefone, Geschwisterkinder und Kinder bis 7 Jahre (voraussichtlich 25.04.2017)

 

Ich bin eine S.M.I.T.H.

Ich freue mich, mich nun endlich in eine von mir selbst kreierte Schublade stecken zu können:

Ich bin eine SMITH –  den Begriff habe ich mir gerade selbst ausgedacht. Es ist das Akronym für:

Single Mother(s) iTerraced House(s)

(SoloMutter im Reihenhaus)

 

(Dass es akronymtauglich ist, ist zwar nett….aber leider nur Nebensache….) Lasst mich kurz vorweg nehmen, was mich heute beschäftigt hat. Ich wohne in einem Reihenhaus und es ist ein Traum. Ach was habe ich mich früher lustig gemacht…und siehe da, kaum hat man Kinder ist es der Traum. Nebenan alles voller Kinder, überall Spielstraßen, die Kinder draußen und ich habe Zeit für mich. So ähnlich hatte ich es mir vorgestellt und so ähnlich ist es auch. BIS AUF:

Ich bin nicht wie die anderen und das hört und sieht man.

Frei nach unserem Motto „Wir sind drei“, gehe ich also mit den Kindern in unseren Garten, denn das Unkraut muss raus und der Rasen gemäht werden und ganz dringend muss ich die Moskitotür zusammen- und einbauen, die Kinder suchen ihre Crogs, einer fehlt. Der Wasserhahn geht nicht auf. Lou (4) muss im Bad geholfen werden. Da kippt der Stuhl um. Dahinten ist die Steckdose – nicht dran gehen. Auch nicht an den Rasenmäher. Ach jeh, einer stößt die Milch um – die war doch in der Kühlschranktür. Hmmmm ok, vielleicht hat da jemand etwas zu fest an der Tür gezogen. Ob sie ein Eis dürfen? Ja klar, es ist zwar erst 10.30 Uhr aber es ist warm und es sind Ferien….für Eis braucht man keine Rechtfertigung. Oh der Alarm der Tiefkühltruhe, die Tür klemmt, ob ich endlich auch mal mitspielen kann, ja gleich, ich muss nur kurz……und so weiter.
Für alle diese Wehwehchen und Problemchen kommt hier nur ein Erwachsener in Frage. UND DAS BIN ICH. Ich weiß im Großen und Ganzen kennt das jeder Elternteil.

Nur: hier gibt es nur mich. Tag und Nacht.

Ich könnte schwören, dass nicht mal mehr meine Nachbarn nach einem Tag im Garten das Wort „Mama“ noch hören wollen.

Ich mache Frühstück und räume es weg. Kein „Kannst du mir bitte mal die Butter mitbringen?“ oder „Ja ich nehme auch noch einen Kaffee, bitte“. Es sind diese Kleinigkeiten, die manchmal eine sehr große Hilfe wären. Natürlich musst du immer während des Essens aufs Klo, kannste nix dafür, kein Problem, Schatz.

Was mir aber aufgefallen ist, ich werde beguckt. Angeguckt. Beobachtet gar. Und ich weiß auch genau warum:

Man kommt selten dazu mit mir zu sprechen. Ständig bin ich schon wieder weg….

Ich hetze morgens in die Schule und bringe Fionn. Während ein paar Eltern einen klitzekleinen Plausch halten, bin ich mit beiden Kindern in Eile. Küsschen, bis später, ich hole euch gegen 16 Uhr ab. Dann ab in den KiGa, meist treffe ich dort andere Eltern, ganz kurz sehe ich sie, aber ich muss weiter. Beim Abholen das gleiche Spiel. Elternabende: Sollte ich einen Babysitter gefunden haben, kann ich nicht zum Plausch bleiben – viel zu teuer. Aber nur ganz selten kann ich mir das überhaupt leisten. Wir treffen uns nicht zum Joggen, gehen nicht zum „Endlich mal Zeit für mich“-Kurs, denn wir haben nicht „endlich mal Zeit für uns“ und auch keinen Babysitter.

Ich möchte mich gerne in der Gemeinschaft einbringen und will auch, dass meine Kinder das an meinem Beispiel lernen. Wir tragen uns ein – ok das erledige ich natürlich – für Kuchenverkaufen beim Flohmarkt, da stehen wir dann zu Dritt und verkaufen. Auch bei der Gartenarbeit „Wir machen den KiGa Sommerfit“ kommen wir zu Dritt und ja natürlich:

Ich bin diejenige, die nicht mit den anderen quatscht, sondern neben den Aufgaben, zwei Kinder im Blick haben muss (und will).

Und just heute, in 20min werde ich zum ersten Mal seit ich-weiß-nicht-mehr-wann einen Sonntag mit sogar 2 (!!!) Vater-Mutter-Kind-Familien verbringen. Denn auch das ist so eine Sache. Sonntags ist Familientag und wir werden nicht zu Vater-Mutter-Kind-Events eingeladen. Ganz einfach. Bestimmt ohne böse Absicht, aber in der Regel liegt es daran, dass irgendwie die Ehefrauen denken ich würde mir ihren Mann angeln wollen und die Ehemänner denken, ich könnte ihren Frauen Flausen in den Kopf setzen. Das weiß ich aus den Berichten von den jeweils anderen…..und aus noch anderen Berichten weiß ich:

Das geht nicht nur mir so.

Kennt Ihr Dr. Alexandra Widmer, Christine Finke oder www.gingerbread.co.uk ?

Neben allen diesen Dingen, die sowohl Dr. Alexandra Widmer, als auch Christine Finke zu bewältigen haben, sind die beiden und die Organisation www.gingerbread.co.uk dennoch unser Sprachrohr. Sie halten Vorträge und sensibilisieren wie sie nur können für uns. Sie sind unsere Stimme. Ich habe keine Ahnung wie sie es machen, denn neben Beruf und Kindern und Haushalt etc. arbeiten und sprechen Sie für ein ganzes Segment dieser Gesellschaft der total unterrepräsentiert ist. Die sehr berühmtes Präsidentin von gingerbread ist J.K.Rowling, Harry Potter’s Mutter – und die weiß bescheid. Und sie kann es auch in wahrhaft magische Worte kleiden.

Nicht jeder kann J.K. Rowling sein und nicht jedem wohnt die Macht der Worte inne. Zumindest habe ich hiermit die Hoffnung meine Stimme vom Schweigen zu erheben. Ein Anfang ist gemacht!

Danke, ihr Befürworter! Danke Alexandra und Danke Christine und Danke J.K.! 

Und euch anderen alle bitte ich: Wenn ihr jemanden trefft der alleine ist, denkt nicht, er / sie will haben was ihr habt. Denkt nicht, wir jammern nur oder hätten nichts zu erzählen. Denkt nicht dass wir erwarten, dass 2 Elternfamilien uns den anderen Elternteil ersetzen sollen. Ich für meinen Teil hätte einfach gerne immer mal wieder Kontakt zu dem einen oder der anderen, und das obwohl es immer eng ist mit der Zeit. Aber bitte seid euch darüber im Klaren, dass wir oft  mit unserer Situation an sich (also ohne anwesenden  Partner) zufrieden sind. Es ist für uns einfach oft sehr viel und über ein klitzekleines bisschen Hilfe bei der Gartenarbeit, beim Abholen, oder einfach nur ein nettes Wort am Kuchenstand freuen wir uns sehr.

Meine Stimme war still, jetzt ist sie immerhin schon leise.

Der Rasen ist gemäht, das Unkraut….ok fertig ist man damit ja nie so richtig aber wir haben auch zusammen gespielt und ich war mindestens so müde wie die beiden. Erfolgreich also.

Bitte vergesst nicht meine Blogs zu teilen und zu liken. Je mehr Menschen uns hören, desto mehr können wir auch ein Teil der Gesellschaft sein.

 

Dorf rules!

Ok ok, ich sehe gerade es ist fast genau 1 ganzes Jahr her, dass ich einen letzten Blogeintrag verfasst habe.
Wer mir über die sozialen Medien folgt konnte bereits erahnen warum. ICH BIN UMGEZOGEN. Ich, meine zwei Kinder und allerlei Krims und Krams und Tüddeldidei und hier noch ein Kästchen und ein Haarspängchen und „ach-das-Lego-Teil-habe-ich-schon-die ganze-Zeit-gesucht-das-muss-auch-noch-mit“. Wir haben also unsere Milliarden Sachen gepackt und sind endlich von der Innenstadt weg und in einen wunderschönen, äußeren Stadtteil von Frankfurt gezogen.
Jetzt höre ich euch in Gedanken schreien:

„SIE IST UMGEZOGEN?! EIN JAHR LANG?!“

Natürlich nicht. Aber irgendwie doch. Denn Umziehen mit Kindern (ob alleine oder nicht – und ich bin ja alleine) ist viel mehr, als das Bett von einer Wohnung in die nächste zu stellen. Es beginnt beim Aussortieren der gesamten Welt der kleinen Kinder. Was habe ich mir für Gedanken gemacht „Endlich kann der eklige Mundschutz aus dem Arztkoffer in den Müll“….es ist kein Witz…..keine 13 min später kommt Lou mit wässrigen Augen und zitternder Unterlippe ins chaotische „was einmal das Wohnzimmer war“-gewankt und schluchzt:

„Meeeheeeeein Muuhuuuundschuuuhuuuutz, das war mein aaaaahaaallllaaaaaallllaaaliebsta Muuuhuundschutz“

und ich denke:

OH GOTT. Da ist sie. Traumatisierung Nr.1.

Und da meinte ich zu erahnen, was mit den letzten Kindergartentagen, dem Freundeskreiswechsel, den neuen Gefilden, dem ersten Schultag, der ersten Geschwistertrennung und und und auf mich zukam –

HA! Ich hatte ja keine Ahnung.

Was ich irgendwie vergessen hatte, war: Mich selbst. Und meine Sachen. Und meine Klamotten!
Um den Kindern so viel Zeit wie möglich und so wenig Veränderung wie nötig abzuverlangen, begann ich meine Sachen als erstes einzupacken. Das schien sinnvoll. Ums kurz zu machen: Es war es nicht.
Nach dem Umzug hatte ich allerdings – so schön hier alles ist – zunächst Schwierigkeiten in den Alltag zurück zu finden. Jede Familie kämpft damit aber alleinerziehende Elternteile natürlich umso mehr. Nr. 1 hatte keinen Hortplatz, was meine Arbeit schlichtweg unmöglich machte.

(Wusstet ihr, dass Erstklässler teilweise nur bis 11.25 Uhr Unterricht haben?!?!? Wie soll man das denn machen? Nun denn, die Zeiten sind jetzt vorbei.) Beide Kinder haben einen tollen Betreuungsplatz bekommen. Jetzt starten wir hier wieder durch. Klar bleibt es anstrengend. Aber ich werde ab jetzt wieder versuchen in regelmäßigen Abständen von uns zu berichten, zu bloggen. Ich habe noch einige Themen geplant.
Es wird nicht nur um Kommunikation gehen. Auch einfach über mich, über uns, meine Gedanken, unsere Aktivitäten und mal sehen was sonst noch ansteht. Wenn ihr Wünsche habt: Immer her damit.
Mittlerweile hat sich auch eine kleine aber feine Leserschaft aus Großbritannien und Amerika hier eingefunden, ich werde mich also auch bald um Blogeinträge in Englisch bemühen.

Es geht bald wieder los! Schön, dass ihr meinen Eintrag gelesen habt.

Und: Dieses Dorf hier ist vielversprechend. Die Leute sind nett. Die Kinder sind gut angekommen und wir haben einen Garten.

Lou hat jetzt einen neuen Mundschutz. Sie hat bisher nie mehr damit gespielt.

So viel zur Traumatisierung.

5 Tipps, für eine Nacht ohne Kinder!

Beim Zeitmanagement der freien Zeit liegen Wunsch und Wahnsinn empfindlich nah beieinander.

Kaum sind die Kinder eine Nacht nicht bei mir, bekomme ich jedes Mal wieder richtig gute Tipps, die ich sogar manchmal befolge und ausführe – fast.

 

I. WOW DANN KANNST DU JA MAL WIEDER IN DIE SAUNA GEHEN!

Realität: Wow, ja! Das könnte ich…..gute Idee….muss nur vorher die Kamelhaardecke von meinen Beinen entfernen und …hier auch noch und wenn ich schon dabei bin – das ganze Programm. MitPediküre. Also das muss schon sein, bin zwar Mama aber ja kein Yeti. Auch wenn jetzt Winter ist. Ok zum Rasieren müsste ich duschen. Dann werde ich ja vor der Sauna auch schon nass….lohnt sich das? Ja vielleicht. Ok, nehme ich jemanden mit? Wäre nett, ja moment….wer könnte denn Zeit haben…..da muss doch jemand….naja, vielleicht ist es alleine auch gut.

Dann nehme ich mein Buch mit und lese ganz viel. Ganz viel!

Ich könnte mit dem Bus fahren….och neeee…ist ja schon dunkel. Ich nehme das Auto. Heizung an – Uaaahhhh müde bin ich jetzt schon. Ok, aber vielleicht schaffe ich es das ganze Buch dort zu lesen.

Ich habe Zeit, es ist ja Nachtsauna wie ich sehe….ach nein NACKT-Sauna, als ob das nicht klar wäre. Ich brauche wirklich Kontaktlinsen.

So, ok, also dann jetzt, rein in die Hitze. Oh Gott. Ohnmacht. Ich bin es nicht mehr gewöhnt. Ok, langsam atmen. Die Entspannung kommt. Der Schweiß auch. Danke lieber Körper. Sauna ohne Schweiß ist Folter. Jetzt abkühlen…..nein ich kann nicht mit Eiswasser. Mein Körper tut überall weh. Ich kann ihm das nicht zumuten. Lauwarm für mich. Ok, ein bisschen kälter….ja danke, stopp genügt. Ok, jetzt ab auf die Liege. Fußbad eventuell nachher – bin ja hier nicht im Bootcamp. Ok ich lege mich nur ganz kurz mal hier her…..ohhhhh jetzt kann die Entspannung kommen. Was?! Schon 21 Uhr? Ich muss eingenickt ein. Mist. Sauna macht zu. Ab nach hause!

 

II. GEH DOCH MAL WIEDER AUS

Realität: Ja mache ich. Heute ist der Tag der Tage! Ich gehe mal wieder aus. Hmmm…..wohin könnte ich gehen….ok zuerst ins Restaurant an der Ecke, da ist immer ab 18 Uhr Happy Hour. Das ist gut. Da sitze ich an der Bar. Weil ich einschlafe, wenn ich später ausgehe. So, da sitze ich jetzt. Hm. Noch niemand da außer mir. Wirkt das nicht traurig? Die Muddi da alleine an der Bar? Ach, nette Barkeeper sind das, wir quatschen ein bisschen. Ein Mexikaner arbeitet beim Mexikaner – ist lustig oder? Wie die wohl aussehen? Nächstes Mal doch lieber mit Brille, schon ganz schön schummerig das Licht hier…..Huch, schon der 3. GinTonic. Ob ich mich mit jemandem treffe? Gute Frage, ähm, nein. Bin nur zur Happy Hour hier. Ja die Happy Hour ist dann jetzt auch vorbei. Wo meine Freunde sind? Ich glaub zuhause bei ihren Kindern. Und die anderen? Welche anderen? Meine Arbeitskollegen – ja ich bin Selbstständig. Ach ja, ich zahle, danke, och günstig. Danke sehr. Ich komme wieder. Schon 21 Uhr? Ja dann mal nix wie ab ins Bett. In 9 Stunden kommen die Kinder wieder.

 

III. ACH WIE SCHÖN, ENDLICH MAL WIEDER ZEIT FÜR DICH

Realität: Jaaaaaaa ganz für mich. Ich habe Zeit für mich. Sonst verbringe ich sie ja immer mit irgendwem – tausend Leute, die ich täglich anrufe, die alle nur mit mir Zeit verbringen wollen. Weil ich ständig total sozial und vor allem spontan, irgendwo einfach nur so abhänge. Selbstständig halt, wie man es sich so vorstellt. Überall mit einem Coffe-To-Go-Becher in der Hand und so voll social halt. Da ich sonst immer von unfassbar vielen Erwachsenen umgeben bin, bin ich froh, dass heute mal wieder alles anders ist.  Wer will sich schon immer mit Erwachsenen unterhalten? Genau! Heute habe ich ja endlich Zeit für mich. Die nutze ich natürlich auch  und arbeiten ohne die Kinder abzuholen ist ja fast wie Zeit für mich. Und einkaufen ohne Kinder….auch ein bisschen. Pah!

Ich kaufe mir eine ganze Packung hanuta und die esse ich dann alleine.

Nach der Arbeit auf der Couch. Wie jeden Abend. Aber heute habe ich Zeit für mich. Schlafen ja keine Kinder nebenan. Fühlt sich ganz anders an…..

Heute lasse ich die Türen auf und im Kinderzimmer einfach mal das Licht an. Verrückt!

 

IV. WEIßT DU SCHON WAS DU MIT DER GANZEN ZEIT MACHST?

Realität: In den ganzen 24 Stunden? Ja klar, ich habe viel vor. Es ist so vieles liegengeblieben. Wo war noch meine Liste. Ja, hm….ok also erst einmal einkaufen. Nein erst einmal Autoputzen, sonst muss ich ja die Einkäufe raus und rein hieven. Autowaschen, Einkaufen….ach Mist, jetzt stehe ich im Stau. Berufsverkehr ich dachte schon Ferienverkehr hahaha…hätte ich fast vergessen. Ist ja wie Urlaub so eine Nacht ohne Kinder. Ich mache mal das Radio ganz laut und schalte nicht um wenn Nachrichten kommen. Faszinierende Freiheiten, die man so haben kann! So jetzt aber ab nach hause. Muss dringend aufräumen. Noch alles in die Wohnung geschleppt. Puh, ok. Ach du jeh….da steht ja noch das Frühstück. Mist, immer ich. Ok, wer sonst?

Oh nein, Nr.1 hat seine Fußballschuhe vergessen. Schlechte Mutter ich.  Wieviele Stunden habe ich noch 19?! Was da alles noch passieren kann!!

Die Welt steht mir offen, ok erstmal kurz auf der Couch ausruhen. Frühstück kann ich auch später wegräumen…….

Oh Verdammt, bin wohl weggedöst! WAS?! Schon 23 Uhr? Bin eingeschlafen….ok, schnell ins Bett. Schlafen ist auch gut, und morgen kann ich ja auch endlich mal ausschlafen!

 

V. WOW HEUTE KANNST DU SO RICHTIG AUSSCHLAFEN

Realität: Ja kann ich. Heute besser gesagt morgen früh kann ich mal so richtig ausschlafen. Keiner bekommt mich aus den Federn. Am Besten gehe ich gleich ins Bett….gäääähnnnn….zzzzzz…. Huch, was? 4 Uhr? Oh, schnell wieder einschlafen. Heute kann ich schlafen. Ganz lang, keiner weckt mich. Los schlafen! Jetzt!…….Verdammt….ok ich gehe nochmal aufs Klo. So, jetzt wird geschlafen. Hach gemütlich die 140cm Matratze, wenn man mal alleine drauf liegt…… Mmmh, riecht lecker, das Kissen von der Tochter…..Was wohl die Kinder machen….? Naja, sie werden vermutlich jetzt schlafen. – Aber nicht mehr lange hehehe….aber ich darf ja ausschlafen. Also gut.

Nicht denken jetzt. Schlafen. Mmhhh was ist denn das?

Die Heizung geht ja schon um 5 Uhr wieder an! Werden davon die Kinder sonst wach? Muss ich morgen mal drauf achten. Ach und unbedingt Knusperbärmüsli kaufen. Fürs Frühstück. Aber erst ausschlafen. Ja Jetzt. Wenn ich allerdings schon früh einkaufen gehe, habe ich nachher mehr Zeit nochmal auf der Matratze zu liegen alleine. Ok, aber noch ein bisschen schlafen. Jetzt! Oder aufstehen? Also die ganze Zeit so umzudenken nützt ja auch nix.

Da kann ich auch aufstehen…..oder lieber doch noch schlafen?

 

Hättet ihr noch mehr gute Tipps? Bitte immer her damit – ich schwöre ich probiere sie alle aus (wenn ich nicht vorher einschlafe)!

Bearbeitet: 23. Mai 2017

Ein falsches Wort!

Wer ist schon alleinerziehend?! IMG_0645

Als alleinstehender Elternteil ist man so einiges. Man ist alleinverantwortlich, alleineinkaufend,
alleinschleppend, alleinkochend, alleinabholend, alleinaufräumend, alleinverdienend, alleinfreudig, alleingelangweilt oder alleinüberlastet. Was man aber meistens nicht ist, ist: alleinerziehend.
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