Tipps

Eintauchen statt Abtauchen – Rock ’n Roll(enspiel)

Manchmal – oft genau auf dem Fahrtweg zwischen Arbeit und Abholen – frag‘ ich mich: Bin ich zu schwach oder die Welt zu stark? Einerseits freue ich mich wie verrückt darauf die Kinder abzuholen und einen schönen aktiven Abend mit ihnen zu gestalten. Andererseits bin ich müde und manchmal mürbe. Der Alltag hat mich unerwartet erwachsen werden lassen. Und oft ist das einzige was ich mir wünsche: Ruhe oder zumindest eine PHerbsttürause.
An manchen Tagen kommen wir drei heim, allesamt müde vom ununterbrochenen Tag. Und dann naschen wir Brote vor der Glotze und kuscheln uns ganz eng aneinander.

An anderen Tagen aber, oft ohne es zu planen,  da wird unser Haus zum Zoo, zur Steinzeit, zur Werkstatt. Manchmal wird der sehr deutsche Wald zum Dschungel und unsere Fahrräder werden von Pegasi (sofern das der Plural von Pegasus ist) gezogen. Und was jetzt klingt wie eine Toffifee Werbung ist tatsächlich die Lösung zumindest eines meiner alltäglichen kleinen Problemchen. Denn manchmal fehlt mir die Zeit und die Geduld mich in die Kinderleben einzufühlen – und mein schlechtes Gewissen ist nur eine Frage von 5, 4, 3, 2…..Sekunden.

„Oh Gott, ich kann nicht mehr und werde nichts und niemandem gerecht!“

Mein Tipp:

EINTAUCHEN STATT ABTAUCHEN!

Natürlich muss man den ersten Schritt tun und beschließen:

„Ok ab jetzt lasse ich alles andere stehen und liegen. Ich mache jetzt nur noch Kind.“

Aber wenn das einmal getan ist, ab dann läuft der Engergieaustausch fast wie von alleine.

Die Kinder füllen meinen Tank mit Energie, die ich in so kurzer Zeit auf keine andere Art und Weise bekommen kann.Kastanien

Und jetzt ist endlich wieder Herbst! Und ich liiiiiiiiebe den Herbst. Ja ich liebe ihn, und damit meine ich jetzt nicht nur diesen goldenen, wenn die Sonne scheint und alles so bunt ist. Neeeeiiihein, das wäre ja zu easy. Ich liebe den Regen und den Nebel. Natürlich mag ich auch die Waldgeheimnisse, die Pfützen, den Schlamm, die klammen Finger und roten Nasen und die verhunzte Frisur.

Aber zugegeben, ich hatte einen Urlaub geplant, einen längst überfälligen, den ich aufgrund eines neuen Jobs nicht antreten kann. Also kam letzte Woche eins zum anderen und ich war einfach nur müde.

Und dann merkte ich: Oh ha, am Freitag ist ja das Herbstfest des Kindergartens – Thema Mittelalter! Und:

Ich liebe auch das Herbstfest!

In mir lief es ähnlich einvernehmlich ab, wie beim Kanzlerduell:

  • einerseits verspürte ich große Freude, denn im Ernst – Feste, das können die! Aber
  • andererseits bedeutet das so viel Organisation für mich. Die Kostüme und das Essen, das man mitbringt und es geht um 15 Uhr los, ich bin aber nie vor 15.30 Uhr in Frankfurt, und die Kinder wollten selbst noch etwas basteln und und und…..ich bin sicher ihr kennt das.

Also durchforstete ich Bastelideen und überlegte, wie ich mit wenig Aufwand ein hübsches Kostümchen für den kleinen Waldläufer und das noch kleinere Burgfräulein basteln könnte. Und während ich so überlegte und meinem „Alle basteln, also ich auch“-Mantra folge leisteten wollte, schlich sich ein Gedanke ein, der mir so unbekannt war, wie der Grund für den Erfolg der Kardashians. Ich dachte plötzlich:

„Oder ich bestelle einfach die Kostüme!“Wir_drei_Mittelalterfest

Ich höre schon die Reihen „Ich finde selbstgemacht viel schöner“ murmeln. Das bleibt ja jedem selbst überlassen. Für mich war das genau die Chance EINZUTAUCHEN statt ABZUTAUCHEN. Plötzlich war die Entscheidung getroffen und ich war so erleichtert. Ich konnte mit den Kindern zusammen genießen! Keine Arbeit, kein Zeitaufwand, kein „Nein ich will aber nicht diesen Stoff, sondern lieber den und Glitzer muss dran, aber auf keinen Fall hier rum und da laaaaang….“Mama_und_BohneEingang_Flou

Und noch ein Vorteil, wie ich finde, an gekauften Kostümen ist, dass die Kinder sofort erkennen wo was hinkommt und auch bei alltäglichen Rollenspielen ganz einfach und schnell wieder in ihre Kostüme schlüpfen können. (Ob das jetzt an meinem Basteltalent liegt oder nicht sei dahingestellt.) Die Kinder waren Feuer und Flamme und die Preise sind dank eines SALEs von Karneval-Universe auch für Sparfüchse
erschwinglich. Schon am nächsten Tag konnten wir sie ausprobieren, was natürlich wichtig war, denn wir mussten uns schließlich auch mit „Hallo, die Dame“ ansprechen und dabei einen Knicks machen, das will alles geübt sein.

Mein Fazit für diesen Beitrag in Sachen „Eintauchen anstatt abzutauchen“ ist: Je mehr Energie und Zeit ich dafür habe, mit den Kindern gemeinsam in Spiele und Rollen einzutauchen, desto mehr Spaß macht es mir. Ich kann nicht immer alles machen, wie ich es plane. Aber manchmal sind ungewohnte Wege mindestens genauso schön und aufregend.

Ich mache das garantiert wieder einmal. Vielleicht schon zu Halloween und dann könnt ihr alle vor Angst und Schrecken abtauchen – wenn wir auftauchen!

Bitte hinterlasst mir eure Kommentare und folgt mir hier oder auf den anderen sozialen Medien-Kanälen!

Kinder, jetzt lernt ihr mich mal richtig kennen!!

„Mama, du hast ja lockige Haare?!“, sagte meine Tochter gestern zu mir. „So kenne ich dich ja gar nicht!“

Mal nebenbei bemerkt: Ich habe keine lockigen Haare, aber glatt ist das auch nicht. Ich habe mal mehr mal weniger Wellen und Knoten, aber eben meistens einen Mama-Bun oder Zopf wenn die Kinder und ich zusammen sind. Aber meine Tochter war ganz entsetzt von dem, was sich ihr da auf meinem Kopf offenbarte. Etwas Neues! Etwas ihr Unbekanntes…..ach Mädchen, wenn du wüsstest, dachte ich kurz. Nur kurz, dann fing die Maschinerie in meinem Kopf an zu werkeln und heraus kam dieser Blogeintrag.

Was mir an dem Beispiel mit meinen Haaren aber aufgefallen ist, ist folgendes:

Die Kinder kennen mich noch gar nicht.

Dem wollte ich möglichst schnell entgegentreten und so habe ich mir etwas ausgedacht:

Die Sommerferien stehen an. In manchen Bundesländern beginnen sie heute. Und wir haben endlich viel Zeit, die wir mit den Kindern verbringen können. Es ist doch wirklich die schönste Zeit des Jahres, die Kinder sind so glücklich und es erinnert mich so vieles an meine eigene Kindheit.

Also habe ich mit meinen Kindern ein kleines Spiel gespielt, das uns allen viel Freude gemacht hat. Es eignet sich optimal für längere Autofahrten, einen Tag am Strand, einen Wanderausflug…….und es lässt sich beliebig erweitern oder verkürzen. Ein Spiele-Hit für jede Altersklasse 😉

Eine Person stellt Fragen über sich selbst, die anderen antworten.

Z.B.:

  • Was ist meine Liebglingsfarbe? 
  • Mein liebstes Essen?
  • Was mag ich gar nicht?
  • Welcher ist mein Lieblingstag in der Woche?
  • Was ist mein Lieblingswetter?
  • Meine beste Freundin, mein bester Freund?
  • Woran erkennt man, dass ich wütend bin? (Laut meiner Kinder sehe ich dann aus wie ein Affe und wackel so komisch rum…..hmmmmm, ich glaub daran arbeite ich noch.)
  • Was ist mein Hobby?
  • Wieviele und welche Instrumente spiele ich?
  • Was mache ich, wenn ich ganz viel Zeit für mich habe? (Die Antworten waren sehr lustig, es begann mit „Aufräumen?“, woraufhin ich allerdings so lachen musste, dass beide ziemlich schnell die richtige Richtung einschlugen mit „Schlafen, Sport, Töpfern und Museum“. Beide denken ich würde bis spät, spät nachts aufbleiben, unter anderem um Diebe zu verjagen….niedlich!)
  • Wie hießen meine Freunde im Kindergarten?
  • Meine liebsten Fächer in der Schule?
  • Was müsst ihr tun, damit ich euch einen großen Wunsch erfülle. (Daraufhin habe ich so viele schmutzige, sanfte und feuchte Küssen bekommen….ich schmelze jetzt noch beim Gedanken daran.)

Danach war das Spiel beendet. Natürlich gibt es so viel mehr Fragen und Antworten und aus einer Frage ergibt sich die nächste und so weiter.

Und es ist mindestens ebenso erstaunlich, welche Antworten die Kinder auf diese Fragen über sich selbst geben.

Denn auch wenn wir meinen sie gut zu kennen, so sind sie eben doch eigene kleine Dinger, die sich ständig unkontrolliert entwickelte. Wenn gestern noch Kartoffeln der Hit waren, sind die jetzt eklig etc…..wer kennt das nicht.

In den letzten 7 Jahren habe ich viel Zeit damit verbracht meine Kinder kennen zu lernen. Wer schläft wie, was braucht der eine, was isst die andere, welches Kuscheltier wird benötigt und wie ist das Sozialverhalten der beiden. Wie gucken sie wenn sie müde sind und wenn sie hungrig sind etc. Ich meine die beiden ziemlich gut zu kennen. Aber kennen sie mich? Meine Kinder sind jetzt 5 und 7 und beginnen gerade erst sich so richtig dafür zu interessieren wie unterschiedlich Personen sind. Und sie wissen kaum etwas über mich.

Ich erzähle immer mal Geschichten von meinen Reisen – meist aus der Zeit als ich mit ihrem Papa vereist bin. Ganz selten auch von meinen Reisen alleine. Über meine berufliche Laufbahn, weiß mein Sohn, dass ich ein Buch geschrieben habe und damals viel im Fernsehen war, für meine Tochter war das ganz neu. Wie stolz sie geschaut hat.

Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich ihnen zeigen möchte wer ich bin.

Von einer sehr guten Therapeutin habe ich in der Zeit der Trennung einmal den Tipp bekommen „Wenn Sie gemeinsam essen, dann nehmen Sie sich ruhig einmal zuerst. Danach die Kinder.“ Ich habe mich gewundert, weil es doch irgendwie selbstverständlich für mich war, dass erst die Kinder satt sein sollten, so ähnlich wie „Kinder zu erst von Bord!“ Aber sie hatte total recht. Als Eltern gibt man alles für die Kinder. Ständig. Immer.

Als ich ihrem Tipp folgte und mir zuerst nahm, da guckte mein Sohn nicht schlecht. Das war lustig und ich sagte nur „Ja, ich habe ja auch gekocht und heute bin ich dran als erste.“ Tja und ich glaube sie haben es verstanden.

Gestern setzte ich mich ans Klavier – blankes Erstaunen füllte den Raum. Dass ich klimpern konnte, war ihnen bewusst, aber die Mama kann auch richtig spielen.

Jaaaaaa, die Mama kann noch viel mehr als das.

Die kann auch Saxophon – also n bisschen. Die kann auch echt gut Sport. Und Yoga. Die Vivi liest auch voll gerne und die Kinder könn(t)en dabei mittlerweile sehr gut im Garten spielen, ohne mich ständig zu sich zu zitieren. (Das üben wir noch….)

Es ist klar, dass sie mich noch nicht kennen. Sie waren die letzten 7 und 5 Jahre immer bei mir. Sie waren noch sehr klein und bedürftig. Da ist kein Platz für „Wer ist Mama eigentlich?“ Aber die Zeiten ändern sich und ich liebe diese Veränderungen. Natürlich kennen sie mich bisher „nur“ in meiner Mutter-Rolle, das ist der Gang der Dinge. Und ebenso natürlich bin ich mehr als das. Mir war dieser Schritt bisher nicht bewusst und ich freue mich sehr, den beiden das jetzt mitgeben zu können.

Sie sind sehr interessiert an mir. Sie freuen sich über die Dinge, die ich Ihnen erzähle und zeige. Sie finden es lustig und für mich ist es ein gutes Gefühl, dass sie mich kennen lernen.

Wie gut kennen euch eure Kinder? Habt ihr genügend Zeit, damit sie euch gut kennen lernen und wie handhabt ihr das? Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Oh Gott – es sind Ferien!

Die letzte Woche Ferien hat nun begonnen und ich habe gerade im Radio Beträge zum Thema „Was tun in den Ferien, wenn auch noch schlechtes Wetter ist?“

Da gibt es ganz nette Idee. Wachsbilder zum Beispiel, oder auch Sockenmemory oder oder oder. Neben einer Milliarden anderer Ideen ist meine erste Idee immer: Matschklamotten an und einfach raus, aber ich verstehe schon, wenn das nicht für jeden etwas ist.

Was mich ein klitzekleines bisschen an der Thematik stört ist, der – zugegebenermaßen von mir interpretierte – Hilferuf: Oh Gott, es sind Ferien! Jetzt muss ich mich den ganzen Tag um meine Kinder kümmern! Eine Frau rief im Radio an, sie backe gerade Kuchen. Lächelnd sagte sie „Ja, man will den Kindern ja was Gutes tun und mit ihnen gemeinsam etwas tun. Sie steht mir schon etwas im Weg…und wenn ich ans Aufräumen denken….“

Kindergartenferien/Schulferien bedeutet: Freizeit mit den Kindern!

Ich habe zu diesen Themen immer gleich 2 Gedanken:

1.) Der Weg ist das Ziel: Es geht nicht zwingend darum, dass da ein wunderschöner Kuchen entsteht, sondern, dass die haptischen Erfahrungen stattfinden. Motorik geschult wird, geschleckt und geschlabbert wird. Dass man über nicht alltägliche Dinge redet, der Wortschatz erweitert wird und es ein schönes Erlebnis wird. Es muss gar kein Ehrgeiz dabei sein. Ob der Kuchen nun was wird oder nicht….das ist nicht unbedingt oberste Priorität.

2.) Was denkt man, wenn man so etwas sagt, was die denken, die daneben stehen? Aussagen wie „Wir backen zusammen, aber sie stehen mir schon im Weg.“ „Na klar, wird immer alles verschüttet.“ oder einfach nur „Oh Gott, Kindergarten/Schulferien, jedes Mal wieder der Horror.“ (Das ist übrigens ein Zitat einer Mutter aus dem Kindergarten meiner Kinder. Wenn wir unsere Kinder mit Respekt behandeln wollen, dann sind solche elterlichen Aussagen aber kein gutes Vorbild.

Kinderohren führen in Kinderseelen!

Auch Kinder haben Ohren und gerade sie haben einen Anspruch darauf von uns geschützt und gut behandelt zu werden. Ich finde es nicht in Ordnung wenn wir so tun, als wäre es die größte Arbeit von allen mit ihnen Zeit zu verbringen. Natürlich ist es manchmal für uns nicht so einfach. Wir müssten arbeiten, wichtige Gespräch führen, organisieren, einkaufen, ans Kochen denken, Wäsche machen, Auto repariere…..was auch immer. Wir sollten dieses und jenes tun und jetzt sind Ferien und wir müssen uns umstellen. Aber dafür können unsere Kinder doch nichts.

Im Gegenteil, je mehr wir uns mit ihnen beschäftigen, desto schöner und erfüllter wird diese Zeit auch. Wenn ich versuche mir vorzustellen, dass jemand in meiner Anwesenheit über mich sagt: „Naja, und dann muss ich mit Vivi auch noch einen Wein trinken gehen….du weißt ja….anstrengend!“ also gebauchpinselt und geliebt würde ich mich dabei nicht fühlen.

Wir sind die Eltern – wir wollen, dass sie sich geliebt fühlen.

Im Alltagsstress geht uns häufiger der Denkansatz verloren, dass die Kinder unser Leben sind. Dass sie es sind, weswegen wir tun was wir tun. Dass sie unsere Erfüllung sind und nichts dazu leisten müssen. Alles was sie tun und was uns anstrengt, gehört zum Paket. Und nur wenn wir dieses Paket auch komplett annehmen, können wir von ihnen profitieren. Von ihren witzigen, kreativen Handlungen, Bewegungen, Äußerungen. Von ihren Liebeserklärungen, ihrem Zorn, der irgendwann verfliegt wenn sie in unseren Armen schluchzen und wir merken, dass wir ihre Welt sind – noch.

Diese Privilegien haben wir nur einen kurzen Zeitraum in ihrem Leben. Der ist aber mit ziemlicher Sicherheit in den Kindergartenferien!

Mein Anliegen heute ist: Passt auf die Kinderohren auf. Sie führen direkt in ihre Seelen. Und genießt es, denn was ich so über pubertierende Kinder gehört habe, bedeutet, dass auch das bald ein Ende hat. Die Ohren schließen sich irgendwann……

Abgesehen von alldem: Kinder müssen nicht den ganzen Tag bespielt werden. Ruhe und eigeninitiatives Spiel ist vielleicht nicht zu jedem Zeitpunkt für jedes Kind eine Option (Ich habe damit Erfahrung, unterschiedlicher könnten meine beiden nicht sein.) aber auch das ist etwas, das mit Übung irgendwann gelingt. Langeweile ist nicht gleich Langeweile.

In diesem Sinne: Was denkt ihr? Wie handhabt ihr diese Situationen? Lasst es mich wissen. Und folgt meinem Blog über die Icons in der rechten Spalte.

Alles Liebe und vor allem viel Spaß für die restlichen Ferien und die anstehenden langen Wochenenden.

Wir müssen reden!

Wir müssen natürlich nicht. Wir wollen – ok das ist klar. Aber worüber reden wir mit unseren Kindern? Das ist ein Gedanke auf den mich Elternpower gebracht hat. An manchen Tagen gehen unsere Gespräche wirklich nur ein kliiiitzekleines bisschen weiter als „Wie war es im Kindergarten/Schule?“, „Was gab es zum Essen?“ und „Habt ihr schön gespielt?“. Gegen Abend folgen dann „Kommt ihr bitte zum essen?“ Habt ihr die Hausaufgaben gemacht?“ „Danach aber ab jetzt ins Bad und Zähneputzen.“, „Schlafanzüge an, dann darf sich jeder noch ein Buch aussuchen.“

Jetzt habe ich ein bisschen Glück, dass meine Kinder seeeeehr, sehr gesprächig sind. Sie finden immerzu Themen. Aber auch ich ertappe mich dabei, dass mir die Themen nicht immer liegen. Oder auch – aber das ist jetzt ein Geheimnis – nicht iiiiiimmer hochgradig interessant sind. Liegt es denn daran, dass wir manchmal nicht so richtig mit den Kindern sprechen? Sind unsere Kinder langweilig? Oder wir, weil wir nicht mehr genügend Phantasie haben, für eine imaginäre und verbale Schlacht der Ewoks? Nein, das glaube ich nicht. Natürlich sind die Interessengebieten von 38 jährigen und 6 jährigen nicht immer kongruent, aber das ist nicht der Grund. Wir sind einfach etwas gefangen in unserem Alltag. Beschäftigt mit Gedanken, mit Dingen die noch erledigt, geplant oder getan werden müssen. Natürlich. Ebenso wie die Kinder auch.

Neue Gesprächsthemen initiieren

Mit Kindern zu sprechen ist so unglaublich interessant und schön. Und vor allem ist es immerzu eine einzigartige Gelegenheit. Denn sie werden groß und größer und irgendwann haben wir mit ihnen ganz normale, erwachsene Unterhaltungen. Nur jetzt, wenn sie von klein zu groß heranwachsen ist Platz für ungenormte Formulierungen und Gedanken. Und die sind oft unvorhersehbar witzig und kreativ und wenn wir genau hinhören geben unsere Kinder auch viel über sich selbst preis. Oftmals sind diese Äußerung aufschlussreicher als jede Antwort zu Zähneputzen, Hausaufgaben und Mittagessen.

Solch eine Gesprächssituation zu schaffen ist nicht schwer. Kreative Unternehmungen fördern natürlich solche Themen. Ich gehe dazu mit den Kindern in Museen, lass sie dort erzählen was sie in den Bildern sehen. Wir vergleichen oder gehen einfach nur rum. Auch gerne mehrfach in die gleiche Ausstellung – Installationen sind toll und können auch zuhause nachgemacht werden. Meine Regel dazu ist allerdings, dass wir wieder gehen, sobald ich merke, dass sie keine Lust mehr haben. Eine positive Stimmung ist die Grundvorraussetzung für eine funktionierende Kommunikation. Wir basteln etwas ohne Vorgaben und mit viel Fantasie, gehen in den Wald und ich spiele mit ihnen ihre Rollenspiele. Ich lasse mir das Leben von ihnen in ihrer Welt erklären. Und es ist mehr als faszinierend, wie sie sich einige Dinge erklären, wie sie sich die Sprache zurecht legen um sich Dinge und Situationen zu erklären. Mein Sohn erklärte mir gestern, dass Streichhölzer ihren Namen zurecht hätten, denn damit könne man schließlich prima Streiche spielen. (Ich muss das noch einmal mit ihm besprechen….)

Über den Tag berichten

Nichts desto trotz lohnt es sich natürlich die Kinder zum Erzählen über den Alltag zu motivieren. Aber wie um alles in der Welt bringen wir sie dazu uns mitzuteilen wie ihr Tag war. Ohne dass sich unsere Kommunikation auf die oben aufgeführten Satzfetzen beschränkt.

Beziehungsweise, was ich noch wichtiger finde, Freude daran zu haben, ihren Tag mit uns zu teilen.

Ich empfinde es als sinnvolle Eigenschaft, denjenigen mit denen man zusammen lebt mitteilen zu können, was man erlebt hat und was einen bewegt.

Ich möchte gerne meinen Kindern das Gefühl vermitteln, dass ich sehr interessiert bin an ihrem Alltag, ohne dass sie das Gefühl haben sich genötigt zu fühlen, es mir erzählen zu müssen. Und ich denke der Schlüssel dazu ist mal wieder:

Vorbild sein!

Also setze ich mich abends an den Abendbrottisch und berichte von meinem Tag. Ich versuche solche wichtigen Informationen einzustreuen wie „Ach ja, ich hab einen Salat gegessen heute Mittag, ich muss dringend einkaufen, ich hätte viel lieber Nudeln gekocht. Hattet ihr Nudeln?“ Und schwuppdiwupp erzählen sie, dass es Nudeln ohne alles gab. Oder eben Brot. Und das wird vermutlich gar nicht stimmen, denn wenn es nach meinen Kindern ginge, dann gäbe es jeden Tag Nudeln ohne alles oder Brot zum Mittagessen. Aber es ist der Gesprächsansatz der zählt.

Das Leben – insbesondere das Leben mit Kindern – ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Je mehr Situationen wir schaffen, in denen wir die Welt in Ruhe mit den Kindern leben und wahrnehmen können, desto besser wird unsere Grundlage sein.

Wie handhabt ihr das?

Und noch eine Bitte: Wenn euch meine Blogposts gefallen, dann könnt ihr über die Buttons oben meinem Blog folgen. Und natürlich auf Instagram, Twitter und Facebook und teilt meine Posts, dann freue ich mich.

Alles Liebe

Vivi

Einfach mal die Klappe halten

Es klingt wie das Natürlichste auf der Welt und doch fällt es uns so unfassbar schwer.

EINFACH MAL NICHTS SAGEN

Ja es ist natürlich schwierig in einem Blog, der sich um Kommunikation kümmert einfach mal die Klappe zu halten. Aber wie sagt man so schön? Ohne Regen kein Sonnenschein, Ohne Hüh kein Hott ohne Hibbe kein Dribbe (Frankfurterisch für Hier und Dort) kurz: Ohne das Eine gibt es das Andere auch nicht.

Und in Bezug zur Kommunikation heißt das dann eben im Volksmund: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Heutzutage geht alles so schnell. Dieser Satz könnte von meiner Omi stammen. Sie hat ihn bestimmt auch einmal gesagt. Oder zweimal. Oder mehrfach. Was besonders schnell geht ist Kommunikation. Dabei geht ihr Stellenwert verloren. Menschen kommunizieren den ganzen Tag über soziale Medien, über SMS, Handy, Email….ständig. Und dabei werden bestimmte Dinge übersehen, die zu Lasten der  Kommunikation gehen. Das klingt total absurd und paradox. Ich fasse es noch einmal zusammen:

Wir kommunizieren den ganzen Tag, was zu Lasten der Kommunikation geht.

Mir passiert das auch. Ständig. Ein Grund mehr darüber zu bloggen. Noch schnell eine Nachricht schicken…Anrede? Ach keine Zeit. Wird sie schon verstehen….LG anstatt Liebe Grüße muss reichen…..oh meine Autokorrektur macht aus LG direkt ‚Liebe Grüße‘ wie nett von ihr.

Dabei ist das Gesagte so wichtig. Es verbindet und entzweit. Und dazu gehört nicht nur das WAS gesagt oder geschrieben wurde, sondern auch das WIE.

Dauerkommunikation als Stressfaktor

Wer schon einmal so richtig heiser war und nicht sprechen durfte, dem ist vielleicht aufgefallen, wie schwierig das ist. Komisch eigentlich. Haben wir wirklich den ganzen Tag immer so viel Interessantes zu sagen, dass wir einfach nicht still sein können? Ich denke die Antwort liegt klar auf der Hand: NEIN. Es liegt wirklich nicht daran, dass wir selbst so unfassbar interessant sind.

Über manche Dinge denken wir einfach nicht genug nach. In der Zeit bevor Kommunikation 24/7 möglich war, musste man sich gut überlegen, ob das Thema es wert war einen Brief zu verfassen. Mit Kuli und Papier. Oder einen Telefonanruf zu tätigen, bei dem man nicht gleichzeitig das Haus aufräumen konnte, weil das Telefonkabel einen ziemlich kargen Radius aufwies. Die Kommunikation und die als wichtig erachteten Themen wurden mehrfach überdacht.

Wir sind es nicht mehr gewöhnt uns mit unseren Gedanken auseinander zu setzen bevor wir sie jemandem mitteilen. Dadurch führen wir Gespräche häufig via Text, neuerdings auch als Sprachnachricht, mehrfach am Tag und in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Der Fokus ist nicht mehr geschärft auf dieses eine spezielle Thema, denn eigentlich…..ist es vielleicht gar nicht so wichtig wie zunächst angenommen.

Ein Gespräch ist Eintreten in das Leben des anderen – auch für Kinder

Wenn man sich in ein Gespräch begibt, dann betritt man das Leben des anderen, bzw. lässt den anderen hinein. Und das gilt auch für Kinder. Auch Kinder haben das Recht, dass ihre Ruhe geachtet wird. Dazu gehört, dass man sie nicht ständig bespricht. Natürlich spreche ich hier von verbal normal entwickelten Kindern, aber wenn ein Kind einfach mal herumsitzt und Kassette (jaja, meine Kinder hören Kassetten) hört, oder bastelt, oder wie auch immer in seinen eigenen Gedanken und mit sich selbst beschäftigt ist, dann sollten wir EINFACH MAL DIE KLAPPE HALTEN. Ich habe mich selbst ertappt. „Alle klar bei dir?“, „Hast du Hunger?“, „Brauchst du etwas, mein Schatz?“ Ich kann nicht behaupten, dass diese Gesprächsansätze übermäßig interessant gewesen wären. Weder für mich noch für meine Kinder. Ich habe das gesagt, weil ich Kontakt suchte. Aber warum? Weil SIE mich brauchten? Nein nein nein. Weil ICH gedacht habe ich müsste/sollte/könnte etwas tun.

Die Botschaft der Stille

In der Stille liegt eine Botschaft und wenn wir uns einmal Mühe geben einfach einmal nichts zu sagen dann wird diese Botschaft laut. In dem Moment bekommt das gesprochene Wort wieder Gewicht. Kommunikation bekommt einen Stellenwert, weil Überkommunikation wegfällt.

Nicht jeder Gedanke ist es Wert ausgesprochen zu werden. Zum eigenen Wohle und auch aus Respekt dem Gesprächspartner gegenüber. Unser Gegenüber, ob Kind oder Erwachsener, ist ja nicht unser Mülleimer. Manche Gedanken von anderen und bitte entschuldigt diesen Vergleich, aber ich finde ihn passend, also manche ausgesprochenen Gedanken sind wie Pupse:

  • Man will sie nicht.
  • Sie sind schnell raus und können nicht zurückgenommen werden.
  • Manche sind auch wirklich unverschämt!
  • Man wurde auch nicht gefragt, sonst hätte man nein gesagt.
  • Es sind nicht einmal die eigenen.
  • Und wenn sie erst einmal da sind, dann bekommt man sie so leicht auch nicht mehr weg.
  • Sie stören und sie gehen uns viel zu nah. Viel zu nah.

Manch einen Pups behält man also besser für sich und das gilt auch für Gedankenpupse. Man darf sich ruhig öfter mal fragen, ob die Wichtigkeit eines Gedankens auch nach 20 sek. nachdenken noch Bestand hat, oder ob es sich nur um etwas Flüchtiges handelt. Überkommunikation ist nicht immer notwendig. Geschweige denn schön.

Und jetzt fragt man sich, wie ich wohl auf dieses Thema gekommen bin? Ja ratet mal! Meine Kinder reden. Reden und reden und reden. Den ganzen Tag. Sie können noch nicht schreiben, deswegen reden sie. Gerne gleichzeitig, miteinander, mit mir, mit ihren Tieren, mit den Nachbarn, mit Fremden, mit jedem und allem. Meine Tochter führt sogar Gespräche mit der Sonne und ausgewählten Regentropfen. (Was ich dank mütterlichen Hormonen unfassbar niedlich finde.) Und wisst ihr was ich ihnen jetzt mal beibringe? Schweigen! Genau!  Natürlich werde ich ihnen nicht das Reden verbieten oder sagen „Hey Leute, klappe halten, ist doch auch schön, wenn wir mal nichts sagen.“ Nein, ich werde ihnen erst einmal ganz einfach versuchen beizubringen was Stille mit uns macht. Und wie schön das sein kann.

Und dann werde ich es hier berichten. Ich werde es euch mitteilen….denn nach so viel Schweigen muss es einfach raus!

Wie seht ihr das?

 

Was tun, wenn Kinder aggressiv sind

Warum ich von stillen Treppen / Stühlen und Ecken nichts halte

Wenn die kleinen Fäustchen fliegen, aus den Mündchen gruselige Schimpfworte schießen und die Augen mit Wuttränen gefüllt sind, finden kleine Kinder oft nur diesen einen Weg aus ihrer Misere, der uns ordentlich missfällt. Aggressivität.

Es gibt wenige Themen, die uns Eltern so an die Nerven gehen, wie die Aggressionen unserer Kinder. Als wäre unser innigstes Bestreben lauter kleine Sonnenscheinchen großzuziehen. Ich muss zugeben, dass mir das ein sehr lieber Gedanke ist, leider weit entfernt von der Realität. Auch ich finde harte Auseinandersetzungen nicht schön. Und das ist untertrieben. Diese harten Diskussionen, Streits und Wutausbrüche……:

Es nervt mich. Es macht mich sauer. Es macht mich traurig. Ich fühle mich hilflos…

…und manchmal bin ich so wütend, dass ich am Liebsten genauso reagieren würde wie mein 6 oder 3 jähriges Gegenüber. Ich will auch manchmal kratzen, beißen, spucken, schubsen und laute und wüste Beschimpfungen von mir geben. Tja…..erwachsen zu sein ist eine Bürde.

Als mein Sohn zwei war musste ich ihn von den Tageseltern abholen. Diese Verbindung hatte ohnehin nie gut funktioniert. Und als ich ihn, hochschwanger wie ich war, abholte, erklärte mir der Tagesvater, mein Sohn habe das jüngste Mädchen umgeschubst und habe versucht mit dem BobbyCar drüber zu fahren. Ok, das war natürlich nicht so lustig. (Ich gestehe….ich musste lachen….aber klar: Nicht lustig!) Und gefährlich! Und da ich ja selbst gerade drauf und dran war ein Mini-Geschwisterchen zu produzieren, war ich auf seine Erklärung gespannt. Als ich fragte: „Sag mal, das tut doch weh. Was hast du denn gedacht, was du da machst?“ da sagte er  „Ich wollte Brummschanze spielen.“ (Das war das Wort für Sprungschanze.) Also der Hintergedanke war nicht böse, aber die Umsetzung so weitblickend, wie es für dieses Alter nun einmal normal ist. Der Weitblick reicht höchstens bis zur eignen Nasenspitze. Höchstens!

Woher kommen die Aggressionen?

Es gibt natürlich viele unterschiedliche Gründe für Aggressivität. Auch Kinder haben ihre Gründe. Gerade Kinder haben ihre Gründe, denn ihnen fehlt häufig der Überblick über die Gesamtsituation.

Aggressives Verhalten ist eine Form der Kommunikation

Gerade so um das zweite Lebensjahr fangen die Kinder zum ersten Mal an zu schlagen, zu kratzen, zu beißen und zu schubsen. Aus manchen der süßen kleinen Menschlein werden plötzlich Monsterchen. Das ist ungefähr auch die Zeit, in der die Kinder merken, was man alles ausrichten kann, indem man Botschaften sendet. Verbal oder motorisch – das ist erstmal genau die Frage. Die sprachliche Qualifikation wächst überproportional und sie verstehen oft vielmehr als sie sprechen können. Das ist eine frustrierende Situation. Die Kinder haben eine relativ genaue Vorstellung von dem, was sie mitteilen möchten, jedoch können sie es nur schwer ausdrücken. Mit diesem Frust gehen Kinder sehr unterschiedlich um. Manche werden still, manche arbeiten emsig an der Wortbildung und geben nicht auf, bevor sie ausgedrückt haben, was sie sagen möchten. Wieder anderen dauert das einfach zu lange. Sie werden dann „motorisch“ kommunikativ, was wir als aggressiv ansehen. Stimmt ja auch irgendwie.

Konsequenzen sind ein Muss

Aggressives Verhalten  muss natürlich Konsequenzen haben. Und da sind wir beim Thema. Aggressiven Kindern muss man selbstverständlich auch Regeln zeigen. Man muss verbalisieren, also Worte finden, und zeigen, dass das kein annehmbares Verhalten ist. Dass so etwas nicht geht und keinesfalls zu tolerieren ist. Dies sollten wir immer mit liebevollen Elternaugen tun. Wir als Eltern haben die Aufgabe auch durch unser konsequentes Verhalten den Kindern zu zeigen, wo die Grenzen liegen. Immer wieder, damit die Kinder lernen können, dass solche Grenzen nicht überschritten werden dürfen – unnachgiebig aber liebevoll.  „Wer haut und spuckt geht heim“, dann muss man auch heim gehen, wenn man es gesagt hat, man muss aber dann nicht wie wild an seinem Kind herum zerren, auch wenn man selbst frustriert ist. Das ist konsequentes Verhalten

Die Kinder sollten aus den Situationen heraus genommen werden, um die anderen Kinder zu schützen und auch um ihnen selbst zu zeigen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Dabei ist es natürlich sehr wichtig, liebevoll zu bleiben. Denn kaum etwas ist schädlicher als aggressiv auf aggressives Verhalten zu reagieren. Damit meine ich aber nicht, dass man die Kinder zuquatscht. Man muss schon klar und deutlich klar machen: Das hier geht nicht.

Warum die „stille Treppe“ keine Lösung ist

…zumindest nicht in meinen Augen.

Die Motorik und der innere Antrieb sind sehr eng miteinander verbunden. Wenn man nun Kinder aus einer sehr emotionalen, ärgerlichen Situation heraus nimmt und sie auf die stille Treppe, den Stuhl, die Ecke oder sonstwohin schickt, dann wird der Augenmerk auf etwas anderes gelenkt. Es ist nicht die Konfliktlösung die im Vordergrund steht, sondern der Wunsch nach Ruhe. Also, dass das Kind still ist.

Außerdem veranschaulicht es dem Kind auf eine sehr einfache und wenig eloquente Art, dass die Erwachsenen die superiore Position einnehmen. Das sollte uns Erwachsenen klar sein und es ist nicht an uns, dies so plump darstellen zu müssen. Natürlich sind wir überlegen. Aber genau deswegen müssen wir es nicht zeigen oder beweisen. Das ist die Natur der Dinge.

Die Kinder können und werden nicht reflektieren wenn sie so sehr damit beschäftig sind den Vorgaben „still“ und „sitzen“ zu entsprechen. Eine Reflexion über das Gesagte kann nicht stattfinden. Alles was in den Kindern vorgeht – wenn überhaupt ist „Ok, wenn ich still bin kann ich aufstehen, wenn ich still bin, still, wenn ich still bin…“

Eine alternative Lösung ist sehr simpel. Die Kinder in ihr eigenes Zimmer zu schicken bzw. sie dorthin zu bringen, ist in meinen Augen deutlich sinnvoller. Denn dort haben sie ihre eigenen Dinge. Sollten sie sie vor Wut kaputt machen, werden sie Konsequenz spüren, die da heißen könnten „Wenn du aus Wut etwas kaputt machst, dann gibt es das nicht noch einmal.“ Sie können sich austoben, sie können wieder zu sich finden und dabei sind sie in ihrer eigenen Umgebung. Die Botschaft ist die gleiche: „Wenn du beruhigter bist, darfst du heraus kommen.“ oder – wenn es ganz schlimm war – „Du bleibst hier bis ich dich hole.“ (Damit meine ich natürlich nicht, dass die Kinder dort ewig bleiben. Man muss natürlich gucken gehen dass es ihnen gut geht und nach 10 min ist die Zeitspanne häufig schon längst erreicht.)

Für Kinder, die in ihrem eigenen Zimmer bereits mit Videogames, Handy und TV ausgestattet sind, herrscht hier natürlich ein Verbot für diese Zeit.

Das ist eine Idee – keine strikte Leitlinie. Dennoch: Die stille Treppe führt in meinen Augen überhaupt nicht in die richtige Richtung.

Strategien sind die LösungSanduhren

Was kann man tun?! Wenn man möchte, dass die Kinder aus dieser Entwicklungsphase gestärkt hervor gehen, kann man sie natürlich unterstützen.  Dafür benötigen wir einen weiteren Schritt.

Eine maßgebliche Veränderung lässt sich herbei führen, in dem man den Kindern eine Strategie mit an die Hand gibt, eine alternative Verhaltensweise. Man kann versuchen, die motorische Kommunikation in verbale Kommunikation umzulenken. Zum Beispiel könnte man dem Kind erklären, was es stattdessen machen soll, ein paar simple Beispiele:

  • Das Schubsen auf der Rutsche könnte man strategisch um wandeln in dem man sagt „Es wird nicht geschubst! Du willst vorbei, dann sag ‚Entschuldigung, kann ich vorbei?‘ „
  • Wenn einem Kind vor Wut die Fäustchen zittern könnte man beispielsweise sagen „Hör mal, wenn dir wieder die Fäustchen zittern, dann komm zu mir und wir können zusammen so laut schreien wie es geht. – Schlagen ist aber verboten! Dann geht es sofort heim!“
  • Nicht enden wollenden Schimpfworttiraden von Kindern kann man entgegenwirken, indem man die Kinder mit einer Eieruhr aufs Zimmer schickt. Ich habe dafür Eieruhren von 30 sek. bis 10min. Die Kinder können somit selbst sehen, wann sie wieder heraus kommen dürfen. Funktioniert bei uns relativ gut, es gehört zum Komplex der Selbstbestimmtheit.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten den Kindern Strategien an die Hand zu geben. Wenn dir keine passende Strategie einfällt, dann kontaktiere mich, oder kommentiere einfach. Bestimmt finden wir gemeinsam eine Lösung.

Klare Ansagen und alternative Strategien bringen den Erfolg

Zusammengefasst kann man sagen, dass sich eine Kombination aus Reglementierungen und alternativen Handlungsideen eine gute Option ist und zwar für alle Beteiligten. Durch unser Vorhaben eine alternative Strategie zum Hauen, Schlagen und Beißen zu entwickeln, müssen wir uns intensiv mit der Thematik beschäftigen. Das führt dazu, dass das wütende Kind bereits merkt „Oha, da interessiert sich ja jemand für mich…..und schimpft nicht nur blöd rum!“

Es ist also für alle von Vorteil.

Wie sehr ihr das Thema? Bitte lasst es mich wissen!

Kinderbuchliebling im Januar

Was für ein schönes Vorhaben von Biene von Klitzekleinedinge. Wir posten alle unsere Kinderbuchfavoriten im Januar!

Na da mache ich doch mehr als gerne mit. Mein liebstes Lieblingsbuch ist das Buch

Kamfu mir helfen?Kamfu mir helfen vorne

von Dirk und Barbara Schmidt. Das sind übrigens Mutter und Sohn. Sie schreibt und er ilustriert und heraus kommt ein wundervolles und liebevolles Werk

Ein Elefant stolpert („fpolpert“) und verbiegt sich dabei seinen Rüssel, weil er ihn einfach nicht mehr gerade bekommt wendet er sich an die unterschiedlichsten Tiere mit der Frage „Kamfu vielleicht helfen mir?“

Die Tiere geben Tipps und bemühen sich, bis es schlussendlich eine kleine Fliege hinbekommt…..aber wie…..

Das Buch ist wunderbar einfach geschrieben mit einer tollen Verkettung sprachlicher Verwirrungen. Sowohl die Kinder als auch ich haben Freude daran, die lustig geschriebenen Worte so auszusprechen wie sie geschrieben stehen und damit den Elefanten nach zu ahmen. Für meinen Sohn ist es sogar schwierig die „falsche“ Lautung nachzuahmen. Was für ihn schwierig ist, ist für mich interessant.Kamfu mir helfen hinten

Dadurch, dass dieser Satz im Alltag mit Kindern auch sehr sehr häufig fällt…..(Ich bin hier ja vermutlich nicht die einzige die ständig gerufen wird, oder?!) lässt sich der Satz  in den Alltag einbauen und wiederholen, was das Leseerlebnis vertieft.

Ich kann das Buch wirklich nur jedem ans Herz legen! Es ist sicherlich nicht mein letztes Buch der beiden Autoren.

Wie Kinder Sprachen lernen

„It goes lose, wie der Franzose sagt“ – pflegte mein Klavierlehrer vor jeder Stunde zu scherzen – heute kann ich drüber lachen…..

Jeder, der eine Fremdsprache spricht, hat sich vielleicht schon einmal überlegt, was eine Sprache ausmacht. Oder zumindest, warum man einfach nicht so klingt, wie ein Muttersprachler.

Was macht denn eine Sprache so aus? Das muss man sich einmal überlegen. Ist es das Aneinanderreihen von erlernter Grammatik? Sind es die Wörter? Das Verständnis von komplexeren Satzstrukturen und der Melodie?

Wohl kaum. Dennoch: Eine Sprache derart zu dechiffrieren ist wohl nötig, um sie zu erlernen. Aber um eine Sprache richtig gut sprechen zu können, braucht man ein paar wichtige Zutaten. Eine Hauptzutat ist wohl, der Wille!

Man muss sich auf eine Sprach einlassen, komplett, um sie zu internalisieren; zu verinnerlichen.

 

Für mich gilt ganz klar: Das Erlernen einer Sprache, ist eine wunderbare Erfahrung und ein Können, dass sich immer wieder einsetzen lässt – von dem man nur profitieren kann. In allen Aspekten.

Initiiert durch den Artikel von tollabea ist mein  folgender Text entstanden. Ich sehe die Dinge anders. Aber man muss nicht eins gegen das andere ersetzen. Vervollständigen ist vielleicht ein sinnvollerer Ansatz.

Übereinstimmen kann ich damit, dass man üben muss, damit eine Sprache erlernt wird. Ok, dem stimme ich zu. Uneingeschränkt.

Aber bereits beim Vergleich von Zähneputzen und Sprachenlernen, da hakt es meiner Meinung nach ziemlich.

In wie fern ist das Zähneputzen mit dem Sprachenlernen gleichzusetzen? Wenn ich mir nicht die Zähne putze, werde ich krank. Die Zähne fallen aus, oder bekommen Löcher.

Wenn ich die Fremdsprache nicht übe……dann passiert genau genommen nichts. Außer dass ich die Sprache nicht lerne. Im ernst jetzt….ungeputze Zähne sind schon echt ganz schön eklig und ungesund obendrein. Und ohne ein paar von ihnen ist das Sprechen – auch in der eigenen Muttersprache – ganz schön schwierig. Aber keine Fremdsprache zu sprechen ist damit nicht vergleichbar. Klar wollen wir gerne, dass unsere Kinder das können – und bis zu einem gewissen Grad muss das in der Schule auch klappen. Aber noch lieber als dass mein Kind mit 18, vier Fremdsprachen beherrscht, hätte ich doch, dass es mit 18 noch ein weitgehend intaktes Gebiss hat.

Also die Priorisierung in diesem Artikel entspricht nicht meiner Ansicht.

Nicht umsonst bezeichnen wir das in der Schule gelernte Fremdsprachenwissen als „Schulenglisch“ oder „Schulfranzösich“ nicht selten mit dem vorangehenden Wort ’nur‘ versehen. Ob man eine Fremdsprache nur in der Schule gelernt hat, oder im jeweiligen Land, ob im Austausch, mit AuPairs, Tandems, Freunden mit anderen Muttersprachen o.ä. macht einen wesentlichen Unterschied und wir wissen, dass das wenn überhaupt gerade mal so genügt um sagen zu können, dass man eine Sprache grundlegend beherrscht.

Aber lasse ich auch das einmal einfach so dahin gestellt, frage ich mich weiter, nach der Kompatibilität des Vergleichs:

  • Ist Sprachenlernen so einfach wie Zähneputzen? – Nein
  • Kann jeder, jede Sprache so gut beherrschen wie Zähneputzen? – vermutlich nicht
  • Sollten wir bei Kindern im gleichen Alter mit den Fremdsprachen beginnen in dem wir beginnen ihnen die Zähne zu putzen? – NEIN! Himmel hilf.

Man lernt eine Sprache dann besonders gut, wenn man sich für sie interessiert. Und das ist sicher nicht, wenn man jeden Tag abliefern muss. Und selbst wenn der Lerner den Maßstäben entsprechend lernt, so ist das Erlernte schnell wieder verschwunden. Denn ein maßgeblicher Faktor, der Theorie fehlt hier:

DAS GEFÜHL FEHLT

Sprache und Sprechen leben vom Gefühl, von einem Miteinander. Man spricht nicht umsonst vom Sprachgefühl. Es geht ums Singen, um Musik – also die Musik der Sprache. Die Intonation, also die Sprechmelodie und um einen wohlwollenden inneren Bezug. Es geht um den Kontakt zur Lautformung etc.

Sprachen zu erlernen macht sich nicht alleine an einem guten Vokabular fest. Wenn man will, dass die Kinder oder man selbst eine Sprache lernt und lebt, dann tut man gut daran, den Spaß zu erhalten. Und der wird längerfristig erzeugt. Durch Urlaube, Musik, gute emotionale Verbindungen, Austausch oder Auslandsaufenthalte etc.

Die Vorschläge des Artikels, nämlich jeden Tag 5 Sätze zu sagen, aufzunehmen und per Smartphone an einen Lehrkörper zu senden….. Üben ist immer gut. Freiwillig und ohne Druck ist am Besten. Wobei – natürlich – es kommt auf das Ziel an. Wenn es uns genügt, dass unsere Kinder Sätze aneinanderreihen, Wörter und Grammatik beachten – ok, das würde vermutlich funktionieren.

Nur: Das macht keine Sprache aus!

 

Habt Ihr noch Lust auf konkretere Tipps? Lasst es mich wissen!

Bücherliste der Kerneknacker

Na klar, ich erzähle immer wie wichtig Lesen und Singen ist. Naja ich habe damit das Rad ja jetzt nicht neu erfunden. Ich werde sehr häufig gefragt, welche Bücher ich vorlese und was ich empfehlen kann.

Ich kann eigentlich gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich Sprache liebe. Deswegen ist es für mich wichtig, dass die Texte etwas Spezielles haben. Was das ist, kann sehr unterschiedlich sein. Von Worterfindungen und Non-Sense-Wörtern bis zu lyrisch anwandelnden Geschichten, dialektalen Einschlägen oder Reimen. Man kann mich mit sehr vielem Begeistern.

Nur bitte keine Comics……ich lese sie einfach nicht gerne vor. Ich denke trotzdem, dass man sie vorlesen sollte. Wenn Kinder lesen, lesen sie. Das ist gut. Ganz einfach. Zum Lesen gehört meiner Meinung nach auch die haptische Erfahrung, wie sich also Bücher und Magazine und Zeitschriften unterscheiden. Das Blättern und Erkennen von Zusammenhängen ist für mich ein wichtiger Teil des Leseerlebnisses. Auch das Lesen von Comics fördert die Freude an Buchstaben und bisweilen auch die Rechtschreibung….nicht unbedingt die Grammatik aber eben auf jeden Fall den Spaß. Das allein genügt. Also zwinge ich mich ab und an und in bestimmten Situationen auch dazu Comics vorzulesen. Ich knirsche ganz schön mit den Zähnen. Auch jetzt beim Schreiben. Aber was tut man nicht alles für die süße Brut.

Ab welchem Alter Kinder welche Geschichten verstehen und mögen ist natürlich abhängig von den Kindern. Und von deren Präferenzen. Es gibt Kinder, die mögen zum Einschlafen gerne viele Bilder. Es gibt aber auch welche, die schon die Augen zumachen oder nicht mehr hinschauen und einfach nur gerne der Stimme des Vorlesers lauschen.

Es gibt die unterschiedlichsten Lesesituationen, die auch altersabhängig unterschiedlich wahrgenommen werden.

Bei kleinen und Kleinkindern ist die abendliche Vorlesezeit im Bett sicherlich nicht unbedingt dafür zu verwenden den Kindern noch etwas beizubringen. Bei älteren Kinder, im Schulalter, kann das aber sinnvoll sein. Man kann durchaus vor dem Schlafen noch einmal alles durchlesen, was man am nächsten Tag in der Schule braucht. Manchmal lernt das Gehirn in der Nacht weiter und das Wissen verfestigt sich. Das ist eine super praktische und teilweise auch erlernbare Fähigkeit.

Es spricht auch gar nichts dagegen vor dem Schlafengehen Sachbücher vorzulesen. Auch Märchen sind denkbar. Kinder hinterfragen Märchen nicht in dem Sinne, wie wir das tun. Manche Märchen sind aber wirklich sehr gruselig und erschreckend. Man kennt ja seine Kinder und weiß in der Regel was gut ist und was nicht. Manche Kinder leben ja auch als Feuerwehrmänner und träumen dann auch sehr gerne und völlig entspannt davon. Andere regt so etwas vollkommen auf.

Die abendliche Vorlesezeit ist wichtig für die Lesestimmung und für die Stimmung die die Kinder vor dem Einschlafen von uns überlassen bekommen. Vorlesen ist eine innige Verbindung von Außen- und Innenwelt und auch ich als Erwachsene genieße das sehr.

Ich gebe mir auch große Mühe. Ich verstelle die Stimmen. Ich artikuliere intensiv. Dadurch kann ich leise sprechen, was – so hoffe ich dann – zu einer ruhigen Bettatmosphäre beiträgt. Und wenn ich mich bemühe, macht es mir auch Spaß. Wenn ich beim Lesen daran denke, dass ich noch die Wäsche holen muss und morgen den Einkauf…..dann bin ich zwar fertig mit der Geschichte aber so richtig befriedigend war das meist nicht.

Dann gibt es natürlich den Fall, dass man zwei Kinder hat. Und wenn es keine Zwillinge sind haben sie einen Altersunterschied und dementsprechend unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn sie nicht zwei unterschiedliche Bettzeiten haben, kommt man zwangsläufig in die Situation, dass man beiden zeitgleich vorliest, dann darf sich bei mir jeder ein Buch bzw. eine Geschichte aussuchen. So viel Zeit muss sein. Dinge vor denen eines der Kinder Angst hat vermeide ich. Das erkläre ich auch. Ich denke zur Schlafenszeit muss man sich nicht mehr zusammenreißen müssen. Also werden Bücher herausgesucht, die nicht ängstigen. (Manchmal ist das wie die Suche nach dem heiligen Gral. Alles ist furchtbar beängstigend. Aber hey…..ne Phaaaaaase – klar!!!)

Sehr gerne stelle ich euch hier zusammen, welches meine momentanen Lieblingsbücher sind. Also natürlich hinsichtlich der Kinder. Es nützt ja nicht so viel, wenn ich die Bücher mag und niemand zuhört. Klar. Es ist eine kleine Auswahl. Und nicht vollständig. Aber das sind so die Bücher, die ich auch gerne verschenke und sehr gerne vorlese.

Das hier ist keine bezahlte Werbung. Ich werde und wurde von niemandem bezahlt, die Bücher hier aufzuführen. Ich bin ganz von allein auf den Krams hier gekommen 😉 Die Reihenfolge spielt hier keine Rolle.

Die Schnecke und der Buckelwal

Axel Scheffler und Julia Donaldson 

Ich bin ein großer Fan der beiden Autoren. „Die Schnecke und der Buckelwal“ ist mein unumstrittenes liebstes Vorlesebuch. Aber ich bin auch ganz angetan von „Mein Haus ist zu eng und zu klein“, „Für Hund und Katz‘ ist auch noch Platz“, „Flori Flunkerfisch“ (den Anfang kann mein Sohn auswendig, was aber auch am äußerst gelungenen Hörspiel dazu liegt.) und „Riese Rick macht sich schick“  (den kann die gesammelte Familie fast auswendig)

Diese Bücher sind alle in Reimform geschrieben. Die Autoren verwenden unterschiedliche Reimformen und Rhythmen, so dass die Kinder und die Vorleser gleichermaßen beschäftigt werden und bleiben. Durch Alliterationen (also ähnliche klingende Wortanfänge) entstehen geradezu sprachliche Herausforderungen an denen Kinder und Erwachsene ihre Artikulation üben können. („Silbrige Schneckenschrift-Schnur“) Zu dem sind es einfach sehr schöne und humorvolle Geschichten in einer schönen dichten, aber nicht komplizierten oder aufdringlichen Sprache.

Bei drei auf den Bäumen

Saskia Hula und Ulrike Möltgen

Ein tolles Buch über einen Tiger, der einen Urwald im Griff hat und ein Stachelschwein, dass kurz und ungefragt Gast des Urwaldes wird. Es versteht den Tiger und seine Drohungen einfach nicht.

Ein Buch auch über das Anderssein in anderen Ländern, übers Sprechen und das was hinter den Worten steht.

Mir gefällt besonders, neben der aktuellen Thematik, die aber nur uns Erwachsenen klar sein dürfte, die Dynamik der Geschichte. Man kann laut und leise, seltsam und drohend, heiser und bestimmend, niedlich und furchteinflößend sprechen. Es kann für uns Vorleser eine Herausforderung sein. Ich mag das sehr. Man kann es aber auch einfach nur vorlesen. Klar!!!

Ich bin der Stärkste im ganzen Land

Mario Ramos und Markus Weber

Ein Wolf der sich gerne seine Bestätigung durch die Bewohner des Waldes holt…..bis eben dieser kleine „Quabbelwabbel“ auftaucht.

Eine kurze, schöne und lustige Geschichte, die zeigt „große Klappe nichts dahinter“. Nicht wer am lautesten brüllt ist automatisch der „Bestimmer“, um es mal mit den Worten der Zielgruppe zu sagen.

Flosse Fell und Federbett

Nadja Budde

Ein sehr nett geschriebenes und illustriertes Buch. Kleine feine überraschende Reime mit Humor. Ein schönes Geschenk und eines meiner absolut liebsten kurzen Geschichtchen. Gibt es auch im Pixieformat und lohnt sich in jedem Fall.

So schön ist der Herbst

Rose Flock und Iwamura Kazuo

Matz und Fratz und das Lisettchen sind die Kinder einer Eichhörnchenfamilie, die niedliche sanfte Kinderabenteuer erleben. Das Buch ist eines von mehreren Büchern über die kleine Familie, die im Baum lebt. Unaufgeregt, niedlich gezeichnet und ein ruhiges kleines Abendteuer vor dem Zubettgehen.

Einer mehr

Yvonne Hergane und Christiane Pieper

Ein Bilderbuch genau wie ich es mag. Lustige wirklich sehr farbenfrohe Bilder, mit unterhaltsamen Kinderreimen. Anstatt immer jemanden zu verlieren, wird der Kinderbande auf jeder Seite ein Kind hinzugefügt. Man braucht etwas Konzentration um dieses Kind ausfindig zu machen, aber in der Regel sind da die lesenden Kinder ja besser als man selbst.

Ein tolles Buch um ein Gefühl für das eigenständige Lesen zu entwickeln. Meine Kinder nehmen es sehr gerne mit aufs Klo 😉 Ich glaube das ist ein gutes Zeichen. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken, auch ohne Lesekompetenz und doch ist es ein einfaches Buch. Einfach schön.

Das kleine Blau und das kleine Gelb

Leo Lionni und Günter Strohbach

Ein Klassiker der Kinderliteratur denke ich. Zumindest in meinen 4-Wänden. Ich kann von diesem Buch nicht genug bekommen. Die Basics der Farbenlehre, die Freundschaft von zwei Farbklecksen. Ich liebe dieses Buch inniglich.

Pipikack

Stephanie Blake

Der kleine Hase Simon kann und will nichts sagen außer diesem einen Wort – bis er eines Tages gefressen wird……

Es überrascht nicht, dass die Kinder dieses Buch lieben. Ich finde es auch toll. Es findet eine tolle Interaktion zwischen den Kindern und mir statt und es ist Platz für die Worte, die man sonst versucht nicht zu oft hören zu müssen. Simpel und gut!

Kaspar Mütze und der Riese Wirrwarr

Janosch

Ich mag Janosch an sich sehr gerne. Die Kritik, dass es sich gelegentlich nicht einmal um vollständige Sätze handelt. Kann ich nicht teilen. Echt jetzt. Warum? Nicht vollständig?

Janosch schaffte es schon immer, die kindliche Welt in greifbare Worte zu packen. Mit einer kindlichen Regellosigkeit verwendet und erfindet er Sprache, Sprachspiele, Reime, Geschichten und Märchen. Die Fantasie, die diesen Geschichten innewohnt ist schier grenzenlos. Alles ist erlaubt in dieser abenteuerlichen, tierischen Welt. Ein Traumland, in dem ich mich gerne aufhalte. Auch länger als 5 Seiten lang.

Ich freue mich immer – wirklich immer – über neue Vorschläge. Wenn euch diese Listen interessieren, dann kann und werde ich die Listen immer wieder erneuern. Also wenn ihr das Thema aufgreifen wollt, dann freue ich mich.

Also? Was sind eure Meinungen?
Und vergesst nicht in der rechten Spalte eure Email Adresse einzutragen, dann verpasst ihr keinen Blogeintrag!

Richtig mit den Kindern sprechen

Inspiriert durch den sehr sanften und liebevoll geschriebenen Blogpost von Susanne von „Geborgen Wachsen“ und meinem gestrigen Erlebnis mit meiner Tochter, ist dieser Text hier entstanden.

Meine Tochter (3) saß gestern am Abendbrot-Tisch, zeigte mit dem Finger auf mich, machte ein undefiniertes Gesicht und sagte:

 

„Und jetzt geh‘ und räum‘ dein Zimmer auf!“

Ich musste so lachen. Meine Freundin, die mit ihren Kindern zu Besuch war auch. Die Tochter hatte aber keine Ahnung, was damit gemeint war. Und da ereilten mich gleich diverse Fragen:

1.) Was davon versteht sie nicht?
2.) Kann sie nicht aufräumen?
3.) Versteht sie den Befehlston nicht?
4.) Warum weiß sie nicht was das heißt – es ist doch echt nicht so schwierig zu verstehen?

Die Antworten auf die oben gestellten Fragen sind: Ich rede einfach so nicht mit meinen Kindern. Oder besser gesagt: Es ist nicht die Art, in der ich mit meinen Kindern reden will. Ganz im ernst…..es könnte mir schon mal passieren. Aber es ist nicht die Art und Weise von der ich überzeugt bin. Deswegen können sie mit so einem Satz nichts anfangen. Dass sie ihn aber ausprobieren um zu schauen wie die Reaktion darauf aussieht, finde ich klasse. An Tochters undefiniertem Gesicht ließ sich so gut erkennen, dass sie keine Idee hatte, wie das alles gemeint war. Natürlich kennt sie jedes einzelne Wort. Aber wenn man Wörter aneinander reiht kommt noch lange keine sinnvolle Äußerung zustande.

Die Kommunikation, nicht nur mit Kindern, beinhaltet ganz viele unterschiedliche Aspekte. Susanne hat ein paar davon bereits sehr schön und sanft zusammen gefasst. Es ist natürlich bekannt, dass man mit Kindern bestenfalls in liebevoller Sprache umgeht. Auch, dass man Kindern, die ja erst im Begriff sind, das Sprechen und den Gebrauch von Sprache und Sprechen zu erlernen, mit möglichst eindeutiger Wortwahl durch den Alltag geleitet. Das wird hier sehr schön gezeigt. Es geht hierbei aber um noch einiges mehr.
Das Gesagte setzt sich immer auch zusammen aus den Dingen, die sich nicht in Worten verschriftlichen lassen. Die Redensart „Der Ton macht die Musik.“ ist bekannt. Es ist also auch abhängig davon WIE etwas gesagt wird. Ob man nun freundlich sagt „Das hast du ja toll gemacht.“ oder den exakten Satz in einem sarkastischen Unterton formuliert, macht einen ungemeinen Unterschied. Für die Kinder allerdings erstmal nicht. Denn sie können das seltsame Gefühl, das sie ereilte, als gesprochen wurde gar nicht zuordnen. Zumindest nicht zu Beginn des Sprechlernprozesses. Ab Schulalter könnte das schon funktionieren und natürlich ist das auch abhängig von der Art und Weise wie zuhause gesprochen wird. Wenn das Kind dort viel mit Ironie in Verbindung kommt, wird es diesen Unterton eher verstehen, als in einem Zuhause, in dem sehr viel Wert auf den „korrekten“ Ton gelegt wird. Dabei gibt es kein besser oder schlechter. Es sind einfach zwei unterschiedliche Arten des heimischen Familientons.
Weiterhin spielt eine Rolle, ob man sich körperlich dem Kind zuwendet, ob man in Ruhe spricht und vor allem auch ob man sich selbst, während man spricht, mit dem Gesprochenen beschäftigt.
Wenn man auf dem Handy eine Nachricht tippt und dabei sagt: „Und jetzt geh und räum dein Zimmer auf.“ dann wird vermutlich erst einmal gar nichts passieren. Wenn der Erwachsene der Thematik keine Aufmerksamkeit schenkt, warum sollte es dann das Kind tun?

Es gibt eine sehr simple Regel in der Kommunikation, die ich in meinen wissenschaftlichen Untersuchungen beweisen konnte:

Wenn sich der Sprecher Mühe gibt, von den Zuhörern verstanden zu werden, dann erhöht sich die Bereitschaft der Zuhörer, auch tatsächlich zuzuhören.

Das klingt so profan. Ist es auch, wenn wir uns daran hielten. Tun wir aber nicht immer…..geht auch nicht immer. Wir sind ja Menschen. Aber es kann uns ein Anhaltspunkt sein. Sowohl im Privaten als auch im Beruflichen. Es hat in meinen Augen auch etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun. Ich als Sprecher gebe mir Mühe für euch, und ihr gebt euch Mühe für mich. Das ist eine grundsätzliche Einstellung im sozialen Miteinander.

Als Beispiel:
Ich sitze auf einem Spielplatz. Neben mir ein Papa mit einem etwa 6 jährigen Sohn. Der Sohn schnappt sich ein Rad und fährt los. Der Papa des Kindes sitzt zurückgelehnt, beide Arme zur Seite gestreckt und auf die Rücklehne gelegt, auf der Parkbank und ruft: „Nicht wegfahren! Nur hier auf dem Spielplatz!“ der Sohn blickt zum Vater, guckt kurz, taxiert die Situation, dreht sich um und fährt weg. Nach einer Runde UM den Spielplatz, (nicht IM Spielplatz) wird der Papa unruhiger und ruft lauter: „Hey! Hörst du schlecht, ich habe gesagt, du sollst bitte hier bleiben!“.
Also fährt der Sohn weiter.
Bei der nächsten Runde erhebt sich der Vater und ohne etwas zu sagen, hält der Sohn an und steigt vom Rad.

Der Sohn hörte natürlich nicht schlecht. Wir haben ja gesehen, dass er sich sogar umgedreht und gut überlegt hat was er am Besten tun könnte. Wäre der Vater aber gleich aufgestanden und hätte somit den direkten Kontakt zur Situation und seinem Sohn hergestellt, wäre der Junge vermutlich im Rahmen des Spielplatzes geblieben.
Es war nicht einmal eine unfreundliche Situation. Weder Vater noch Kind waren gereizt. Ich würde es eher als eine misslungene Kommunikation bezeichnen. Und das ist irgendwie eine Zeitverschwendung, oder nicht?

Wenn es jetzt um die Kommunikation mit Babys geht, dann denke ich ist Susannes Ansatz sehr ambitioniert und auch sehr einfühlsam. Ich würde nur hinzufügen wollen, dass auch die Kraft der nonverbalen Kommunikation hier eine sehr große Rolle spielt und spielen kann. Zärtliche ruhige Bewegungen und gesungene Liebkosungen….all das schafft eine wunderbare Kommunikationsatmosphäre für Säuglinge und kleine Babys.

Eine Sache, die mir immer wieder auffällt, ist dass Kinder von Erwachsenen verbal häufig auf den Arm genommen werden. Dass das für die sprachliche Entwicklung durchaus von Vorteil sein kann, sehe ich in Grenzen ähnlich. Aber auch Kinder haben ein Recht auf Ruhe. Ich denke aber dass dieses Thema Potenzial hat ein ganzer, alleiniger Text zu werden 😉

Ach ja: Woher kam denn jetzt dieser Satz von meiner Tochter?

Heute früh hörten wir Kassetten, wie immer wenn wir Zähneputzen. Und da sagte doch der strenge Bernhard Blocksberg (der einzige, der in Bibis Familie Ordnung nicht herbei hexen kann) zu seiner Tochter eben diesen Satz! Aha! Ha! und nochmals AAAAHAAAAA!!!

Also: Wie ist es bei euch? Wie seht ihr das?

Schnuller ist auch ein Sch-Wort!

Lange Zeit dachte ich mit diesem Wort, also dem Sch-Wort, sei das Wort SCHEISSE gemeint. Ein Wort das man nicht vollständig aussprechen soll. Gehört sich nicht und ist anstößig. Seit ich Kinder habe, ist das SCH-Wort für mich: SCHLAF. Ich will es nicht aussprechen und auch nicht darüber reden.

Für viele Eltern ist es aber das Wort SCHNULLER. In Kindergärten und auf Spielplätzen spielt plötzlich die Fragen „Hat dein Kind noch einen Schnuller?“ eine wichtigere Rolle, als die Frage nach den Nächten, der Verdauung, der Windelmarke und den Dinkelstangen.

„WAS? Dein Kind hat mit 3 Jahren noch einen Schnuller?“

„Um Gottes Willen, so lernen die ja niemals sprechen!“

„Na dann freu dich mal auf die Zahnarztrechnung!“

oder meine Liebslingsfeststellung

„Also bis sie in die Schule kommt, muss der aber weg sein!“

Ja, so haben wir das vor. Also ICH habe es so vor. Nr. 2 hat gar nichts vor. Zumindest nichts ohne ihren Schnuller. Sie liebt ihn heiß und innig – und ich ihn auch. Ich liebe ihn auch, weil Nr. 1 ohne Schnuller lebt. Seit seiner Geburt und ich kann nur sagen, dass ich mir mehr als einmal, ja sogar mehr als 13 000 mal einen Schnuller für ihn gewünscht habe.

Ich sage es lieber gleich vorweg. Auch wenn ich es gerne wäre, ich bin nicht allwissend, allerdings so gut wie, und dies ist eine unvollständige aber gewissenhafte Beantwortung der immer wieder an mich gestellten Fragen.

Mit diesem Thema verhält es sich ähnlich, wie mit den anderen SCH…-Wörter. Es gibt viele Meinungen, ob man überhaupt damit anfangen soll oder  lieber gleich verbieten oder gar nicht anbieten. Das will ich hier echt nicht diskutieren. Macht mal wie ihr wollt. Aber wenn ihr wollt, dann ist folgendes Wissen ganz nützlich:

Meine Kinder haben sprechen gelernt. Eure werden das auch tun. Ob mit oder ohne Schnuller ist ganz egal. Es gilt allerdings ein paar Dinge zu beachten und zu wissen.

Ein Schnuller führt unter anderem dazu, dass:

  • der Mund des Kindes voll ist
  • eine ständige Saugbewegung stattfindet
  • die Zahnstellung beeinflusst wird (und mit ihr die Basis des Sprechenlernens)
  • Gaumen- und Kieferwachstum beeinflusst wird (ebenfalls Basis des Sprechenlernens)
  • die Zungenmuskulatur wenig beansprucht wird (ebenfalls Basis des Sprechenlernens)

Alle diese Eigenschaften beeinflussen und beeinträchtigen den Mund und die Artikulationswerkzeuge (also alles was man so zum Sprechen braucht, Lippen, Zunge, Zähne) unter Umständen enorm. Was also tun? Im Folgenden sind Altersangaben erwähnt. Bitte nehmt dies nur als Richtlinie. Jedes Kind ist anders und hat sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Es sind wirklich nur die gängigen Altersrichtlinien.

0-6 Monate: Nichts. Meistens sind die Kinder in dem Alter noch nicht ausgeprägt schnullersüchtig. Wenn doch: Drinnen lassen! Es ist in dieser Zeit wirklich egal und es ist wichtig und hat absolute Priorität, dass man selbst gut schläft und das Kind auch. Die ersten 6 Monate kann man einfach gar nichts verkehrt machen. Ein ruhiges zufriedenes Baby ist – wie wir alle wissen – goldwert.

6-12 Monate: Immer mal wieder den Schnuller heraus nehmen und Lippenspiele und Zungenspiele machen. Aktiv ein paar Phasen (wenige Minuten lang) am Tag einbauen, an denen das Baby keinen Schnuller im Mund hat. Zum Beispiel ist es sinnvoll diese Phasen tagsüber einzuplanen. Zu Zeiten an denen das Kind nicht müde ist. Dann wird gesungen und gelesen und die Kinder ahmen bereits die ersten Geräusche nach. Bei Kindern, die problemlos längere Zeit ohne Schnuller können, einfach dabei bleiben.

Bitte bloß nicht auf die Idee kommen in diesem sehr, sehr frühen Alter schon mit „Nimm mal deinen Schnuller raus, ich verstehe ja gar nichts!“ zu kommen. Zeigt euren Kindern eure eigenen Zungen. Lasst sie aus Strohhalmen trinken, aus Bechern, von Gabeln essen, von Löffeln…..alles was den Mund auf unterschiedliche Weisen formt und die Mundwerkzeuge unterschiedlich beansprucht ist gut. Singen, brummen, ploppen….mit den Lippen den Bauchnabel aufpusten und aufpusten lassen…..es gibt keine Grenzen. Und Immer schön loben. Klar!

Allerdings: Wenn das Kind nach seinem Schnuller verlangt, dann soll es ihn auch bekommen. Es sind Babys, die dürfen das!

ab ca. 12-14 Monate: Jetzt sollten wir wirklich darauf achten, dass die Zunge in Schwung kommt, wenn sie das noch nicht ist. Die Lippen müssen beweglich sein, die Zunge nicht schwer und ungebraucht, sondern voller Tatendrang. Lecken, schlecken, bewegen, küssen, tasten…..und singen, singen, singen.

Jetzt kommen immer mehr Zähne. Da werden die Kleinen wie wild auf dem Schnuller herumbeißen. Wunderbar! Sei froh, dass es nicht deine Brustwarze ist.

ab 24 Monaten: Die Zähne sind wohl alle da. Zumindest die vorderen und man sieht langsam aber sicher den Schnullermund bzw. das Schnullergebiss. Die Schneidezähne verlaufen in einem schönen Bogen um den Schnuller herum. Süß sieht das aus. Aber habt ihr mal versucht mit einem Korken zwischen den Zähnen ein Stück Fleisch abzubeißen? Klar, geht nicht. Und so geht es den Kindern auch. Teilweise können Problem auftreten beim Kauen. Das ist unter Umständen aber nicht weiter wild, wenn uns als Eltern das bewusst ist. Also, beobachtet eure Kinder. Können sie gut kauen? Fällt das Essen oft aus dem Mund? Schiebt die Zunge das Essen heraus oder liegt es an dem unvollständigen Verschluss der Schneidezähne? Ist das der Fall, dann müssen andere Strategien her.

Zeigt euren Kindern, wie man mit den Backenzähnen kaut. Zeigt ihnen, dass sie die Lippen verschließen beim Kauen, damit das Zeug nicht durch die offenen Zähnchen rutscht.

Das sind Dinge, die man eigentlich selten beibringen muss. Schnullerkindern sollte man fairerweise diese Aufmerksamkeit entgegen bringen. Kleiner Aufwand große Wirkung.

Also nochmal: Wenn die Zunge unbeweglich und massiv im Mundraum liegt, dann schiebt sie das Essen das vorne und die Kleinen müssen sich arg anstrengen.

Das ist aber wirklich nicht zwingend ein Grund für Logopädie oder Schnullerentwöhnung. Das ist ein Fall für Mama, Papa und die Backenzähne.

Der Schnullerbogen verzieht sich übrigens ganz von alleine, wenn der Schnuller nicht mehr benötigt wird. Es dauert nur wenige Wochen und die Zähne schieben sich weiter nach unten. Die Milchzähne sind wie gemacht für die Schandtaten der Kleinen. Dafür gibt es das Milchgebiss.

Wichtig: Wenn es darum geht, dass das Kind den Schnuller abgeben soll, für 1 oder für 10 min, dann muss das für unsere Zwecke freiwillig geschehen. Keine einzige Übung lässt sich durchführen, wenn das Kind nicht freiwillig mitmacht. Den Kindern den Schnuller wegnehmen…..ich würde es nicht tun, alleine aus dem Grund, dass ich keinen Grund dafür sehe.

Kurz und bündig, hier noch die Beantwortung einiger aktueller Fragen, die mich die Tage erreicht haben.

1.) Welche Schnullerform eignet sich am Besten?

Ein geeigneter Schnuller sieht von beiden Seiten gleich aus. Egal wie herum man ihn in den Mund steckt hat er die gleiche Form. Der Steg sollte recht schmal und dünn sein, damit die Schneidezähne möglichst weit schließen können.

2.) Muss man die Schnullergröße wechseln? Und wenn ja warum?

Ja, ja muss man. Es ist wichtig, dass sich der kleine, weiche Babygaumen, an den der Schnuller durch das Saugen gedrückt wird möglichst gut entwickelt. Dazu darf er nicht zu eng sein. Sobald das Kind eine größere Schnullergröße annimmt, würde ich wechseln, damit der Gaumen breiter werden kann und nicht zu eng bleibt.

3.) Muss ich den Schnuller abgewöhnen? Wann und warum?

Es gibt wenig Gründe einen Schnuller abgewöhnen zu müssen. Ein paar habe ich schon aufgegriffen. Wenn das Sprechenlernen allzu langsam verläuft oder gar verzögert ist, oder die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt ist. Eigentlich sind das allerdings Gründe, denen man mit Schnuller-Einschränkung, Aufmerksamkeit und Eigeninitiative zuvor kommen kann. Wenn das nicht hilft: Dann muss der Schnuller leider wirklich weg.

Allerdings gibt es einen gravierenden Grund: Wenn der Zahnwechsel stattfindet. Wenn also die Milchzähne ausfallen, dann muss, dann MUSS wirklich der Schnuller weg. Denn was das Milchgebiss verzeiht, verzeihen die zweiten Zähne nicht. Es kann sogar sein, dass sie gar nicht ganz nach unten rutschen, weil sie aufgehalten werden.

Zahnwechsel=Schnullerentwöhnung.

4.) Mein Kind will ständig einen Schnuller, was tun?

Es gibt Phasen, da brauchen Kinder ständig ihren Schnuller. Das ist kein Problem an sich. Unter 3 ohnehin nicht, ab 3 besprecht ihr am Besten im Kindergarten (dort sollten sie angehalten werden den Schnuller in ein Töpfchen oder Täschchen zu legen), dass es Ausnahmen geben kann (zum Beispiel kurz nach dem Mittagessen oder bei enormer Müdigkeit. Danach kommt der Schnuller aber wieder in die dafür vorgesehene Tasche o.ä.). Achte einfach darauf, dass die Phase ein Ende nimmt. In der Regel handelt es sich so um ca. 8-10 Tage.

5.) Verändert der Schnuller das Sprechenlernen?

Ja klar, das tut er. Zum Einen, ist das Verhalten der Artikulationswerkzeuge natürlich ganz anders ob der Mund nun voll ist oder leer. Es wirkt sich aber nicht nur auf die Bewegung der Zunge aus. Auch das Schild des Schnullers bewirkt, dass die Lippen sich nicht spitzen können. Für einige Laute ist das aber maßgeblich.

Was man tun kann, ist wirklich darauf achten, dass man in Sprechlern-Situationen, also am Tisch, beim Vorlesen (nicht beim Zubettgehen, das ist natürlich Schnuller-Zeit), in der Badewanne, beim Fahrradfahren, Bereiche schafft, in denen der Schnuller nicht im Mund steckt. Immer freiwillig natürlich.

Eine veränderte Sprechlernsituation, bedeutet nicht, dass die Kinder falsch oder ungenau artikulieren müssen. Es bedeutet aber für uns Eltern, dass wir genau hinhören, genau hinsehen und mit den Kindern üben, damit sich alle Mundwerkzeuge stärken und ausbilden können. Sie müssen beweglich sein. Das ist das A und O.

6.) Gibt es Tricks wie man das Schnullern angewöhnt?

Ich habe diese Frage wirklich gestellt bekommen. Denn es gibt Eltern, deren Babys so unruhig sind, dass sie sich eine Möglichkeit wünschen, dass die Kinder sich selbstständig bzw. mit Hilfe des Schnullers beruhigen.

Es gibt da die bekannten Tipps, Muttermilch auf den Schnuller, drauf klopfen, immer anbieten etc. Ich denke, mit meiner spärlichen Erfahrung, was Babys angeht….die kleinen Dinger wissen sehr gut, was sie in ihren Mund lassen möchten und was nicht. Meistens gibt es im Laufe des Lebens dann eine Erklärung. Vielleicht kann es nicht gut durch die Nase atmen, oder das Mündchen ist zu eng, oder oder oder. Wenn ein Kind keinen Schnuller möchte, dann möchte es keinen, meistens wissen sie es am Besten. Das kann manchmal ärgerlich sein, hat natürlich den Vorteil, dass man den Schnuller nicht abgewöhnen muss. Aber wie man ja weiß, muss man dafür etwas anderes abgewöhnen. Sei es der Daumen, die Brust oder sonst was. Leider kann ich dabei nicht helfen. Solltet ihr aber noch Ideen haben, gebe ich das gerne weiter.

Ich halte es hier wie mit den anderen Sch…-Wörtern. Man kann immer gut Tipps geben, wenn man es leicht hat.

Diejenigen, die wissen, dass es harte Zeiten sind und werden (ich spreche vom Schlafen und Schnullerentwöhnen) halten sich zurück. Innerlich mitleidig, aber in vollkommener Solidarität.

Für konkretere Tipps und Fragen hinterlasst einfach eure Kommentare.

5 Tipps, für eine Nacht ohne Kinder!

Beim Zeitmanagement der freien Zeit liegen Wunsch und Wahnsinn empfindlich nah beieinander.

Kaum sind die Kinder eine Nacht nicht bei mir, bekomme ich jedes Mal wieder richtig gute Tipps, die ich sogar manchmal befolge und ausführe – fast.

 

I. WOW DANN KANNST DU JA MAL WIEDER IN DIE SAUNA GEHEN!

Realität: Wow, ja! Das könnte ich…..gute Idee….muss nur vorher die Kamelhaardecke von meinen Beinen entfernen und …hier auch noch und wenn ich schon dabei bin – das ganze Programm. MitPediküre. Also das muss schon sein, bin zwar Mama aber ja kein Yeti. Auch wenn jetzt Winter ist. Ok zum Rasieren müsste ich duschen. Dann werde ich ja vor der Sauna auch schon nass….lohnt sich das? Ja vielleicht. Ok, nehme ich jemanden mit? Wäre nett, ja moment….wer könnte denn Zeit haben…..da muss doch jemand….naja, vielleicht ist es alleine auch gut.

Dann nehme ich mein Buch mit und lese ganz viel. Ganz viel!

Ich könnte mit dem Bus fahren….och neeee…ist ja schon dunkel. Ich nehme das Auto. Heizung an – Uaaahhhh müde bin ich jetzt schon. Ok, aber vielleicht schaffe ich es das ganze Buch dort zu lesen.

Ich habe Zeit, es ist ja Nachtsauna wie ich sehe….ach nein NACKT-Sauna, als ob das nicht klar wäre. Ich brauche wirklich Kontaktlinsen.

So, ok, also dann jetzt, rein in die Hitze. Oh Gott. Ohnmacht. Ich bin es nicht mehr gewöhnt. Ok, langsam atmen. Die Entspannung kommt. Der Schweiß auch. Danke lieber Körper. Sauna ohne Schweiß ist Folter. Jetzt abkühlen…..nein ich kann nicht mit Eiswasser. Mein Körper tut überall weh. Ich kann ihm das nicht zumuten. Lauwarm für mich. Ok, ein bisschen kälter….ja danke, stopp genügt. Ok, jetzt ab auf die Liege. Fußbad eventuell nachher – bin ja hier nicht im Bootcamp. Ok ich lege mich nur ganz kurz mal hier her…..ohhhhh jetzt kann die Entspannung kommen. Was?! Schon 21 Uhr? Ich muss eingenickt ein. Mist. Sauna macht zu. Ab nach hause!

 

II. GEH DOCH MAL WIEDER AUS

Realität: Ja mache ich. Heute ist der Tag der Tage! Ich gehe mal wieder aus. Hmmm…..wohin könnte ich gehen….ok zuerst ins Restaurant an der Ecke, da ist immer ab 18 Uhr Happy Hour. Das ist gut. Da sitze ich an der Bar. Weil ich einschlafe, wenn ich später ausgehe. So, da sitze ich jetzt. Hm. Noch niemand da außer mir. Wirkt das nicht traurig? Die Muddi da alleine an der Bar? Ach, nette Barkeeper sind das, wir quatschen ein bisschen. Ein Mexikaner arbeitet beim Mexikaner – ist lustig oder? Wie die wohl aussehen? Nächstes Mal doch lieber mit Brille, schon ganz schön schummerig das Licht hier…..Huch, schon der 3. GinTonic. Ob ich mich mit jemandem treffe? Gute Frage, ähm, nein. Bin nur zur Happy Hour hier. Ja die Happy Hour ist dann jetzt auch vorbei. Wo meine Freunde sind? Ich glaub zuhause bei ihren Kindern. Und die anderen? Welche anderen? Meine Arbeitskollegen – ja ich bin Selbstständig. Ach ja, ich zahle, danke, och günstig. Danke sehr. Ich komme wieder. Schon 21 Uhr? Ja dann mal nix wie ab ins Bett. In 9 Stunden kommen die Kinder wieder.

 

III. ACH WIE SCHÖN, ENDLICH MAL WIEDER ZEIT FÜR DICH

Realität: Jaaaaaaa ganz für mich. Ich habe Zeit für mich. Sonst verbringe ich sie ja immer mit irgendwem – tausend Leute, die ich täglich anrufe, die alle nur mit mir Zeit verbringen wollen. Weil ich ständig total sozial und vor allem spontan, irgendwo einfach nur so abhänge. Selbstständig halt, wie man es sich so vorstellt. Überall mit einem Coffe-To-Go-Becher in der Hand und so voll social halt. Da ich sonst immer von unfassbar vielen Erwachsenen umgeben bin, bin ich froh, dass heute mal wieder alles anders ist.  Wer will sich schon immer mit Erwachsenen unterhalten? Genau! Heute habe ich ja endlich Zeit für mich. Die nutze ich natürlich auch  und arbeiten ohne die Kinder abzuholen ist ja fast wie Zeit für mich. Und einkaufen ohne Kinder….auch ein bisschen. Pah!

Ich kaufe mir eine ganze Packung hanuta und die esse ich dann alleine.

Nach der Arbeit auf der Couch. Wie jeden Abend. Aber heute habe ich Zeit für mich. Schlafen ja keine Kinder nebenan. Fühlt sich ganz anders an…..

Heute lasse ich die Türen auf und im Kinderzimmer einfach mal das Licht an. Verrückt!

 

IV. WEIßT DU SCHON WAS DU MIT DER GANZEN ZEIT MACHST?

Realität: In den ganzen 24 Stunden? Ja klar, ich habe viel vor. Es ist so vieles liegengeblieben. Wo war noch meine Liste. Ja, hm….ok also erst einmal einkaufen. Nein erst einmal Autoputzen, sonst muss ich ja die Einkäufe raus und rein hieven. Autowaschen, Einkaufen….ach Mist, jetzt stehe ich im Stau. Berufsverkehr ich dachte schon Ferienverkehr hahaha…hätte ich fast vergessen. Ist ja wie Urlaub so eine Nacht ohne Kinder. Ich mache mal das Radio ganz laut und schalte nicht um wenn Nachrichten kommen. Faszinierende Freiheiten, die man so haben kann! So jetzt aber ab nach hause. Muss dringend aufräumen. Noch alles in die Wohnung geschleppt. Puh, ok. Ach du jeh….da steht ja noch das Frühstück. Mist, immer ich. Ok, wer sonst?

Oh nein, Nr.1 hat seine Fußballschuhe vergessen. Schlechte Mutter ich.  Wieviele Stunden habe ich noch 19?! Was da alles noch passieren kann!!

Die Welt steht mir offen, ok erstmal kurz auf der Couch ausruhen. Frühstück kann ich auch später wegräumen…….

Oh Verdammt, bin wohl weggedöst! WAS?! Schon 23 Uhr? Bin eingeschlafen….ok, schnell ins Bett. Schlafen ist auch gut, und morgen kann ich ja auch endlich mal ausschlafen!

 

V. WOW HEUTE KANNST DU SO RICHTIG AUSSCHLAFEN

Realität: Ja kann ich. Heute besser gesagt morgen früh kann ich mal so richtig ausschlafen. Keiner bekommt mich aus den Federn. Am Besten gehe ich gleich ins Bett….gäääähnnnn….zzzzzz…. Huch, was? 4 Uhr? Oh, schnell wieder einschlafen. Heute kann ich schlafen. Ganz lang, keiner weckt mich. Los schlafen! Jetzt!…….Verdammt….ok ich gehe nochmal aufs Klo. So, jetzt wird geschlafen. Hach gemütlich die 140cm Matratze, wenn man mal alleine drauf liegt…… Mmmh, riecht lecker, das Kissen von der Tochter…..Was wohl die Kinder machen….? Naja, sie werden vermutlich jetzt schlafen. – Aber nicht mehr lange hehehe….aber ich darf ja ausschlafen. Also gut.

Nicht denken jetzt. Schlafen. Mmhhh was ist denn das?

Die Heizung geht ja schon um 5 Uhr wieder an! Werden davon die Kinder sonst wach? Muss ich morgen mal drauf achten. Ach und unbedingt Knusperbärmüsli kaufen. Fürs Frühstück. Aber erst ausschlafen. Ja Jetzt. Wenn ich allerdings schon früh einkaufen gehe, habe ich nachher mehr Zeit nochmal auf der Matratze zu liegen alleine. Ok, aber noch ein bisschen schlafen. Jetzt! Oder aufstehen? Also die ganze Zeit so umzudenken nützt ja auch nix.

Da kann ich auch aufstehen…..oder lieber doch noch schlafen?

 

Hättet ihr noch mehr gute Tipps? Bitte immer her damit – ich schwöre ich probiere sie alle aus (wenn ich nicht vorher einschlafe)!

Bearbeitet: 23. Mai 2017

Viel Lärm um Alles!

Im Trotz des Kindes Ruhe bewahren – wer weiß nicht, dass das eine gute Idee wäre!20151109_122457_resized

Animiert durch einen von BrigitteMom geteilten Artikel von urbia.de ist mir etwas im Umgang mit trotzigen Kindern aufgefallen, das ich einfach so nicht unterschreiben kann. Obwohl ich den Artikel und die Tipps im Großen und Ganzen wirklich gut finde, so ist doch die sprachliche Form, die dort empfohlen wird das Gegenteil von einer sinnvollen Alternative.

Ein Kind im Sprechlernprozess zu zu quatschen ist überheblich. Eine gut gemeinte Tat, die total nach hinten los geht. Wie frustrierend für ein kleines Kind in einer Situation, in der es sich verloren fühlt, niemanden zu haben, der ihm auf Augenhöhe begegnet. Auf Augenhöhe bedeutet aus sprecherischer und sprachlicher Sicht: Weiterlesen

Der Mama ihre komischen Regeln

Von Fällen und Un-Fällen

20150622_150000Ob ich mich da nun verhört habe oder nicht…..ich weiß es nicht genau. Manchmal beschäftigt mich eine Sache so sehr, dass ich gar nicht mehr weiß was jetzt richtig oder falsch ist. Ich bin betriebsblind oder einfach zu müde – letzteres ist natürlich immer eine Option. (Mein letzter Geistesblitz beim Einkaufen: „Oh es gibt schon wieder Rumkugeln….mmmmh das essen die Kinder sicher auch gerne.“)
Im Radio habe ich aber das neue Lied von Silbermond gehört. Es heißt „leichtes Gepäck“ und ich könnte schwören, dass die Sängerin singt „es reist sich besser mit leichteN Gepäck.“
Was ich da meine zu hören, also „leichtn Gepäck“ ist ein Phänomen des Sprechens, das sogar sehr leicht zu erklären ist. Man nennt es Ökonomisierung der Sprechweise und auch Assimilation, was soviel bedeutet wie:

So isses einfacher für die Zunge! Weiterlesen

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