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Es gibt keine sch*** Zahnfee!

Das nehme ich jetzt auf meine Kappe. Ich habe mir zugegebener Maßen nicht einmal die Mühe gemacht herauszufinden, woher – ethymologisch gesehen – diese beknackte Zahnfee-Idee herkommt. Sie gibt es ja auch im Englischen….aber es ist mir auch vollkommen egal.

Ich habe die Nase so voll von den Wesen, die es angeblich gibt, die den Kindern ständig, pausenlos, immerzu und für jeden beknackten Scheiß Geschenke, Schokolade, Spielzeuge oder Geld versprechen.

Schnullerfee, Zahnfee, Töpfchenfee, Führerscheinfee, Menstruationsfee?! – im Ernst jetzt.

Wann hört das auf?! Wo soll das hinführen?! Wer hat sich das ausgedacht?! Und vor allem: WIESO?!?!?

Ich bin immer gerne bereit Kinder auch zu belohnen, für Dinge, die gut laufen. Oder sie einfach mal zu überraschen mit Kleinigkeiten. Wie meine Freundin einmal sagte: „Schockier‘ die Kinder, sag einfach mal JA!“

Aber hey,

den Kindern fällt nun einmal irgendwann der erste Zahn raus. Es ist ein Entwicklungsschritt – aber keine Fähigkeit.

Und es ist ein großes Ereignis. Aber es ist nicht mutig und irgendwie auch wenig belohnenswert, denn sie könnten es nicht einmal verhindern wenn sie wollten. Aber ich freue mich total mit ihnen. Mit dem Kind, über das Kind, über meine Wehmut, über sein Gefühl jetzt zu den Großen zu gehören. Ich will das überhaupt nicht verbinden mit nem Euro, oder nem Ninjago Karten-Pack.

Viel lieber, will ich, dass sie merken, dass Entwicklung etwas Tolles und Gutes ist und ich begleite sie. Aber ‚begleiten‘ heißt ja nicht ‚durchdrehen wenn etwas Natürliches passiert.‘

Was geschieht denn da? Wie stellt man sich vor, dass Kinder das Gewicht von Lob wahrnehmen? Nur durch Dinge? Was ist mit einer althergebrachten, festen Umarmung und einem frohen Gesicht? Wie wertvoll ist eine Kugel Eis zur Belohnung (die im Übrigen mittlerweile mit 1,10€ teurer ist als ein Ninjago-Pack!), oder einfach 10min langes und ausführliches Besprechen der hammerharten-mega-Leistung (ob jetzt aktiv oder passiv ist ja wurscht)?

Sich als Eltern die Zeit zunehmen, das Kind ausführlich zu loben, mit Worten, mit Körperlichkeit, mit Zeit. Das kommt irgendwie viel zu kurz in meinen Augen.  

Mein Sohn hat mir nach einem Wochenende beim Papa stolz seinen Zahn gezeigt. Endlich ist er raus. Man, das hat aber auch gedauert. Er guckte mich an und sagte „oh man, wie cool, dann kommt die Zahnfee wieder.“ und meine Tochter (der seit einem Unfall auch ein Zahn fehlt, zu der aber nie die Zahnfee gekommen ist, weil mir das damals nicht einmal bewusst war, dass das überhaupt ein Thema sein könnte) fing sofort an zu winseln…..“uuuuuhuuund iiiihiiiiich?“ Ich habe, in einem Zustand vollkommener Umnachtung noch versucht zu erklären, dass die Zahnfee nur kommt, wenn die Zähne bereit sind auszufallen und blablabla….irgendwann verfing ich mich im Lügengewirr und sagte zunächst leise „Also als ich so alt war wie ihr, da gab es gar keine Zahnfee.“ Die Gesichter hättet ihr mal sehen sollen.

„WAS?! Ja wer hat dir denn da die Geschenke gegeben?“ Und das war wohl der Moment in dem ich sagen musste, was ich schon eine ganze Zeit lang sagen wollte und ich sagte etwas zu genervt und ein klitzekleines bisschen zu laut: „Kinder, wisst ihr, als mir meine Milchzähne herausgefallen sind, habe ich nichts bekommen.“ „WAS?!“ „Ja, genau. Nichts. Die Zahnfee gibt es nämlich nicht! Das Geschenk, dass es im Tausch gegen den kleinen Zahn gibt, ist der nächste große Zahn. So ist das. Es. gibt. keine. Zahnfee. Wenn hier jemand irgendwem Geld oder Gold unters Kopfkissen steckt, dann sind das die Eltern. Eure Zähne fallen aus, ob ihr wollt oder nicht. Und ich bin sehr stolz, dass ihr zwei so tapfer seid. Aber es gibt KEINE Zahnfee – und Lou, wo wir gerade dabei sind: Es gibt auch keine Schnullerfee. Aber wenn du so tapfer bist und irgendwann deinen Schnuller abgeben kannst, dann machen wir uns einen schönen Nachmittag. Und du darfst aussuchen wohin wir gehen.“ Man das war eine Erleichterung. Die Kinder waren nicht sonderlich erstaunt. Ich glaube fast, sie hatten so etwas schon vermutet, die kleinen blitzgescheiten Dinger.

Ich finde diese Tendenz echt problematisch. Nicht nur, was die Fantasiegestalten Schnuller- und Zahnfee angeht. (Osterhase, Christkind und Weihnachtsmann sind da was ganz anderes. Die liegen in unseren Traditionen und in unserer Kultur verankert, klar ne?) Sondern auch diese überproportionale Loben von Handlungen.

Kinder werden in manchen Situationen gelobt und belohnt für nichts und wieder nichts. Fürs Spülmaschineeinräumen, fürs Nichtverwenden von Schimpfwörtern, Zimmeraufräumen, Rasenmäher, Müll rausbringen,  etc.

Manch ein Kind kritzelt in der Schule unerkennbare Bäumchen lustlos auf ein Blatt Papier, einfarbig, und möchte dann Abends von der Mama ein anerkennendes Lob.

Äh, Moment mal, das sieht man doch, dass du dir da keine Mühe gegeben hast! (Ich kenne mich mit solchen „Kunstwerken“ aus.) Und man sollte meinen, dass es auch unsere Aufgabe als Eltern ist, nicht uneingeschränkt alles absolut GROßARTIG (dazu gab es schon einen weiteren Exkurs von mir) zu finden, sondern eben auch beizubringen, ob etwas wirklich eine tolle Leistung ist, die wahrhaftiges und ernstes Lob verdient, oder ob man den Willen erkennt, aber auch die Faulheit. Und was Haushaltsaufgaben angeht: Ja natürlich werden die Kinder dafür gelobt. Aber es ist eben auch unser Alltag, in dem jeder etwas mithilft. Und nur, wenn sie bestimmte Aufgaben auch übernehmen, werden sie die Wertigkeit der Aufgaben auch erkennen. Es genügt ein Danke und ein Kuss. Diese Dinge sind selbstverständlich, oder sollten es meiner Meinung nach sein.

Es wird für sie nämlich ganz hart, wenn sie denken, dass die Welt so läuft und es ihnen dann jemand anderes beibringt.

Wir lieben sie doch. Das sind wir ihnen schuldig.

Also wenn eure Kinder dann bald erzählen, dass jemand erzählt hätte es gäbe keine Schnullerfee und auch keine Zahnfee. Das war dann wohl ich.

Wie handhabt ihr das? Und wenn ihr die Geschichten am Leben erhaltet, was denkt ihr darüber und warum? Es interessiert mich wirklich sehr.

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Ich bin eine S.M.I.T.H.

Ich freue mich, mich nun endlich in eine von mir selbst kreierte Schublade stecken zu können:

Ich bin eine SMITH –  den Begriff habe ich mir gerade selbst ausgedacht. Es ist das Akronym für:

Single Mother(s) iTerraced House(s)

(SoloMutter im Reihenhaus)

 

(Dass es akronymtauglich ist, ist zwar nett….aber leider nur Nebensache….) Lasst mich kurz vorweg nehmen, was mich heute beschäftigt hat. Ich wohne in einem Reihenhaus und es ist ein Traum. Ach was habe ich mich früher lustig gemacht…und siehe da, kaum hat man Kinder ist es der Traum. Nebenan alles voller Kinder, überall Spielstraßen, die Kinder draußen und ich habe Zeit für mich. So ähnlich hatte ich es mir vorgestellt und so ähnlich ist es auch. BIS AUF:

Ich bin nicht wie die anderen und das hört und sieht man.

Frei nach unserem Motto „Wir sind drei“, gehe ich also mit den Kindern in unseren Garten, denn das Unkraut muss raus und der Rasen gemäht werden und ganz dringend muss ich die Moskitotür zusammen- und einbauen, die Kinder suchen ihre Crogs, einer fehlt. Der Wasserhahn geht nicht auf. Lou (4) muss im Bad geholfen werden. Da kippt der Stuhl um. Dahinten ist die Steckdose – nicht dran gehen. Auch nicht an den Rasenmäher. Ach jeh, einer stößt die Milch um – die war doch in der Kühlschranktür. Hmmmm ok, vielleicht hat da jemand etwas zu fest an der Tür gezogen. Ob sie ein Eis dürfen? Ja klar, es ist zwar erst 10.30 Uhr aber es ist warm und es sind Ferien….für Eis braucht man keine Rechtfertigung. Oh der Alarm der Tiefkühltruhe, die Tür klemmt, ob ich endlich auch mal mitspielen kann, ja gleich, ich muss nur kurz……und so weiter.
Für alle diese Wehwehchen und Problemchen kommt hier nur ein Erwachsener in Frage. UND DAS BIN ICH. Ich weiß im Großen und Ganzen kennt das jeder Elternteil.

Nur: hier gibt es nur mich. Tag und Nacht.

Ich könnte schwören, dass nicht mal mehr meine Nachbarn nach einem Tag im Garten das Wort „Mama“ noch hören wollen.

Ich mache Frühstück und räume es weg. Kein „Kannst du mir bitte mal die Butter mitbringen?“ oder „Ja ich nehme auch noch einen Kaffee, bitte“. Es sind diese Kleinigkeiten, die manchmal eine sehr große Hilfe wären. Natürlich musst du immer während des Essens aufs Klo, kannste nix dafür, kein Problem, Schatz.

Was mir aber aufgefallen ist, ich werde beguckt. Angeguckt. Beobachtet gar. Und ich weiß auch genau warum:

Man kommt selten dazu mit mir zu sprechen. Ständig bin ich schon wieder weg….

Ich hetze morgens in die Schule und bringe Fionn. Während ein paar Eltern einen klitzekleinen Plausch halten, bin ich mit beiden Kindern in Eile. Küsschen, bis später, ich hole euch gegen 16 Uhr ab. Dann ab in den KiGa, meist treffe ich dort andere Eltern, ganz kurz sehe ich sie, aber ich muss weiter. Beim Abholen das gleiche Spiel. Elternabende: Sollte ich einen Babysitter gefunden haben, kann ich nicht zum Plausch bleiben – viel zu teuer. Aber nur ganz selten kann ich mir das überhaupt leisten. Wir treffen uns nicht zum Joggen, gehen nicht zum „Endlich mal Zeit für mich“-Kurs, denn wir haben nicht „endlich mal Zeit für uns“ und auch keinen Babysitter.

Ich möchte mich gerne in der Gemeinschaft einbringen und will auch, dass meine Kinder das an meinem Beispiel lernen. Wir tragen uns ein – ok das erledige ich natürlich – für Kuchenverkaufen beim Flohmarkt, da stehen wir dann zu Dritt und verkaufen. Auch bei der Gartenarbeit „Wir machen den KiGa Sommerfit“ kommen wir zu Dritt und ja natürlich:

Ich bin diejenige, die nicht mit den anderen quatscht, sondern neben den Aufgaben, zwei Kinder im Blick haben muss (und will).

Und just heute, in 20min werde ich zum ersten Mal seit ich-weiß-nicht-mehr-wann einen Sonntag mit sogar 2 (!!!) Vater-Mutter-Kind-Familien verbringen. Denn auch das ist so eine Sache. Sonntags ist Familientag und wir werden nicht zu Vater-Mutter-Kind-Events eingeladen. Ganz einfach. Bestimmt ohne böse Absicht, aber in der Regel liegt es daran, dass irgendwie die Ehefrauen denken ich würde mir ihren Mann angeln wollen und die Ehemänner denken, ich könnte ihren Frauen Flausen in den Kopf setzen. Das weiß ich aus den Berichten von den jeweils anderen…..und aus noch anderen Berichten weiß ich:

Das geht nicht nur mir so.

Kennt Ihr Dr. Alexandra Widmer, Christine Finke oder www.gingerbread.co.uk ?

Neben allen diesen Dingen, die sowohl Dr. Alexandra Widmer, als auch Christine Finke zu bewältigen haben, sind die beiden und die Organisation www.gingerbread.co.uk dennoch unser Sprachrohr. Sie halten Vorträge und sensibilisieren wie sie nur können für uns. Sie sind unsere Stimme. Ich habe keine Ahnung wie sie es machen, denn neben Beruf und Kindern und Haushalt etc. arbeiten und sprechen Sie für ein ganzes Segment dieser Gesellschaft der total unterrepräsentiert ist. Die sehr berühmtes Präsidentin von gingerbread ist J.K.Rowling, Harry Potter’s Mutter – und die weiß bescheid. Und sie kann es auch in wahrhaft magische Worte kleiden.

Nicht jeder kann J.K. Rowling sein und nicht jedem wohnt die Macht der Worte inne. Zumindest habe ich hiermit die Hoffnung meine Stimme vom Schweigen zu erheben. Ein Anfang ist gemacht!

Danke, ihr Befürworter! Danke Alexandra und Danke Christine und Danke J.K.! 

Und euch anderen alle bitte ich: Wenn ihr jemanden trefft der alleine ist, denkt nicht, er / sie will haben was ihr habt. Denkt nicht, wir jammern nur oder hätten nichts zu erzählen. Denkt nicht dass wir erwarten, dass 2 Elternfamilien uns den anderen Elternteil ersetzen sollen. Ich für meinen Teil hätte einfach gerne immer mal wieder Kontakt zu dem einen oder der anderen, und das obwohl es immer eng ist mit der Zeit. Aber bitte seid euch darüber im Klaren, dass wir oft  mit unserer Situation an sich (also ohne anwesenden  Partner) zufrieden sind. Es ist für uns einfach oft sehr viel und über ein klitzekleines bisschen Hilfe bei der Gartenarbeit, beim Abholen, oder einfach nur ein nettes Wort am Kuchenstand freuen wir uns sehr.

Meine Stimme war still, jetzt ist sie immerhin schon leise.

Der Rasen ist gemäht, das Unkraut….ok fertig ist man damit ja nie so richtig aber wir haben auch zusammen gespielt und ich war mindestens so müde wie die beiden. Erfolgreich also.

Bitte vergesst nicht meine Blogs zu teilen und zu liken. Je mehr Menschen uns hören, desto mehr können wir auch ein Teil der Gesellschaft sein.

 

Dorf rules!

Ok ok, ich sehe gerade es ist fast genau 1 ganzes Jahr her, dass ich einen letzten Blogeintrag verfasst habe.
Wer mir über die sozialen Medien folgt konnte bereits erahnen warum. ICH BIN UMGEZOGEN. Ich, meine zwei Kinder und allerlei Krims und Krams und Tüddeldidei und hier noch ein Kästchen und ein Haarspängchen und „ach-das-Lego-Teil-habe-ich-schon-die ganze-Zeit-gesucht-das-muss-auch-noch-mit“. Wir haben also unsere Milliarden Sachen gepackt und sind endlich von der Innenstadt weg und in einen wunderschönen, äußeren Stadtteil von Frankfurt gezogen.
Jetzt höre ich euch in Gedanken schreien:

„SIE IST UMGEZOGEN?! EIN JAHR LANG?!“

Natürlich nicht. Aber irgendwie doch. Denn Umziehen mit Kindern (ob alleine oder nicht – und ich bin ja alleine) ist viel mehr, als das Bett von einer Wohnung in die nächste zu stellen. Es beginnt beim Aussortieren der gesamten Welt der kleinen Kinder. Was habe ich mir für Gedanken gemacht „Endlich kann der eklige Mundschutz aus dem Arztkoffer in den Müll“….es ist kein Witz…..keine 13 min später kommt Lou mit wässrigen Augen und zitternder Unterlippe ins chaotische „was einmal das Wohnzimmer war“-gewankt und schluchzt:

„Meeeheeeeein Muuhuuuundschuuuhuuuutz, das war mein aaaaahaaallllaaaaaallllaaaliebsta Muuuhuundschutz“

und ich denke:

OH GOTT. Da ist sie. Traumatisierung Nr.1.

Und da meinte ich zu erahnen, was mit den letzten Kindergartentagen, dem Freundeskreiswechsel, den neuen Gefilden, dem ersten Schultag, der ersten Geschwistertrennung und und und auf mich zukam –

HA! Ich hatte ja keine Ahnung.

Was ich irgendwie vergessen hatte, war: Mich selbst. Und meine Sachen. Und meine Klamotten!
Um den Kindern so viel Zeit wie möglich und so wenig Veränderung wie nötig abzuverlangen, begann ich meine Sachen als erstes einzupacken. Das schien sinnvoll. Ums kurz zu machen: Es war es nicht.
Nach dem Umzug hatte ich allerdings – so schön hier alles ist – zunächst Schwierigkeiten in den Alltag zurück zu finden. Jede Familie kämpft damit aber alleinerziehende Elternteile natürlich umso mehr. Nr. 1 hatte keinen Hortplatz, was meine Arbeit schlichtweg unmöglich machte.

(Wusstet ihr, dass Erstklässler teilweise nur bis 11.25 Uhr Unterricht haben?!?!? Wie soll man das denn machen? Nun denn, die Zeiten sind jetzt vorbei.) Beide Kinder haben einen tollen Betreuungsplatz bekommen. Jetzt starten wir hier wieder durch. Klar bleibt es anstrengend. Aber ich werde ab jetzt wieder versuchen in regelmäßigen Abständen von uns zu berichten, zu bloggen. Ich habe noch einige Themen geplant.
Es wird nicht nur um Kommunikation gehen. Auch einfach über mich, über uns, meine Gedanken, unsere Aktivitäten und mal sehen was sonst noch ansteht. Wenn ihr Wünsche habt: Immer her damit.
Mittlerweile hat sich auch eine kleine aber feine Leserschaft aus Großbritannien und Amerika hier eingefunden, ich werde mich also auch bald um Blogeinträge in Englisch bemühen.

Es geht bald wieder los! Schön, dass ihr meinen Eintrag gelesen habt.

Und: Dieses Dorf hier ist vielversprechend. Die Leute sind nett. Die Kinder sind gut angekommen und wir haben einen Garten.

Lou hat jetzt einen neuen Mundschutz. Sie hat bisher nie mehr damit gespielt.

So viel zur Traumatisierung.

Sprühsahne zum Frühstück

Kinderessen, Essen für Kinder, ich esse gleich die Kinder!

Wenn ich Artikel zum Thema „Essen mit Kindern“ lese verzweifle ich regelmäßig. Denn auch wenn ich meine, meistens sehr entspannt mit dem Thema umzugehen, so merke ich doch, dass auch ICH gerne mal wieder was anderes essen würde als Fischstäbchen, Reis, Kartoffelpüree (aber nur den aus der Packung, bloß keinen selbstgemachten, eklig, widerlich kotzwürgbrech). Ich denke oft „oohhh….mal sehen, was da für Rezepte im Artikel stehen….da ist doch bestimmt doch was Neues dabei…..ach neee….hab ich schon probiert…..ja neee, das isst Nr.2 nicht….und das ist Nr.1 nicht…..uuuuhhhh ok ach da ist Laktose drin, das geht natürlich auch bei mir nicht…..na gut. Gibts halt Nudeln.“

Wenn es für beide das „Lieblingsessen“ geben soll, bekommt Nr.1 (!! Also der Sechsjährige!) Babybrei mit Obstmus, frischem Obst, Zimt und Nüssen und Nr.2 Buchstabensuppe. Da kann man sich an einer Hand abzählen, dass das meinen Gaumen beides nicht sonderlich erfreut.

Aber lasst mich am Anfang starten:

Ich glaube Essen ist nicht immer ein so „normales“ Thema. Im Fall meines Sohnes habe ich wohl einiges übersehen. Es kam mir nicht in den Sinn, dass es solche Auswirkungen haben könnte……

Nr.1 ist jetzt 6 Jahre alt. Vermutlich würde er heute noch stillen, wenn ich ihn ließe. Aber ich mag nicht. Und das schon verhältnismäßig lange nicht mehr. Als er 18 Monate alt war, wurde ich wieder schwanger und stillte ihn ab. Er war bis dahin kein allzu großer Esser. Brei ging nie. Würstchen immer. Nudeln auch. Er war aber auch immer schon sehr ungeduldig und wollte lieber die Welt entdecken als zu essen. Nahrungsaufnahme war notwendig und wenig mit Genuss verbunden.

Was mir damals nicht so bewusst war, weiß ich heute. Er hatte schon immer riesige Rachenmandeln. Damit fällt das Schlucken natürlich furchtbar schwer. Das Essen war einfach keine besonders schöne Situation für ihn. Und erst als er Sprechen konnte sagte er einmal zu mir „Is mag das nis, das klebt im Hals“ und ich guckte und auf seinen Mandeln lagen die Körnchen. Auch wenn ich das aufgrund meines Jobs vielleicht hätte wissen sollen….es war mir nicht klar.

Lange Rede: Also er wurde mit 3 Jahren an den Ohren operiert und die Polypen entfernt. Danach sagte er „Was ist das Mama?“ Ich wusste nicht gleich was er meinte….aber es war der Regen. Aufgrund des ständigen Paukenergusses hatte er noch nie Regen gehört. Und auch sein Geschmackssinn veränderte sich bereits sehr. Erst mit 5 Jahren wurden dann die Mandeln (teil-) entfernt. Nachträglich weiß ich auch, warum man so lange wartet. Es ist wirklich ein starker Eingriff. Der Arzt sagte vorher zu mir: „ Sie werden sehen, dass dann auch die Gedeihstörungen aufhören.“ „WIE BITTE?!?!? Mein Sohn hat doch keine Gedeihstörungen!“ Glücklicherweise war es ein sehr, sehr netter Arzt. Er lächelte, betrachtet mich und Nr.1 der mit knapp 5 Jahren und 112 cm Körpergröße 12,5 kg auf die Waage brachte (für alle Nicht-Eltern: Es ist nicht so, dass er schwächlich oder kränklich gewesen wäre, aber es hätten auch 7 kg mehr sein können.) und sagte „Ist er denn ein guter Esser?“ Damit war das Gespräch beendet. Nach der OP begann mein Sohn zu essen. Alles und immer! Selbst seine Laktoseintoleranz wurde besser. Der Körper war nicht mehr so beschäftigt mit dem Rest. Nr. 2 hat in einem Jahr 8 kg zugelegt und ist immer noch eher sehnig. Aber nicht mehr so dürr. Er futtert fast alles und probiert und isst als hätte er eine neue Leidenschaft für sich entdeckt. Und er kocht. Am Liebsten alleine.

Etwas anders war das mit Nr.2 und ist es bis heute noch. Sie wollte nicht so arg stillen und stillte sich mit 9 Monaten ab. Danach folgte der erste Döner. Sie aß Spargel, Kartoffeln, Gemüse. Alles. Es war eine herrliche Zeit. Und dann kam, was kommen musste: Die kindliche Entwicklung.

Ihr Repertoire ist jetzt recht eingeschränkt. Reis, Nudeln, Erbsen, Butterkarotten, Pfannkuchen, Pesto, Bolognese und Sprühsahne.

Mein Lieblingszitat von Nr.2 entstand in folgender Situation. Wir waren auf einem kleinen Fest. es gab Unmengen zu essen und ich fragte sie was sie essen möchte. Sie sagte sie würde gerne Sprühsahne essen. Ich erwiderte „Schatz, es gibt nicht nur Sahne, es wird erst noch etwas anderes gegessen.“ Sie überlegte kurz dann kam sie wieder und sagte „Dann nehme ich Sprühsahne mit Gummibärchen.“ 

Sie isst wirklich nichts Frisches. Kein Gemüse. Kein Obst – wobei sie seit Kurzem Mandarinen isst. Nicht alle natürlich, nur wenn sie aus undefinierbaren Gründen nicht „kotzig“ schmecken. Sie leckt auch an Orangen, Limetten und Zitronen. Aber das wars. Sonst nichts. Sie verspricht, dass sie mit 4 Jahren dann auch Äpfel essen wird. Ich freue mich drauf. Aber ich würde da jetzt mal vorsichtigerweise kein Geld drauf verwetten.

Im Kindergarten muss sie essen probieren und dazu blogge ich vielleicht noch einmal gesondert etwas. Macht mich nicht glücklich.

Meine Einstellung zum Essen ist entspannt, wie auch mit den Windeln. Es kommt alles zu seiner Zeit. Bisher lief es auch genau so. Abwarten und Ruhe bewahren. Keines meiner Kinder ist irgendwie unterentwickelt oder kränklich. Selbst die Sahnenase nicht.

ABER: Ich freue mich darauf, wenn ICH! wieder Essen koche, dass ich selbst gerne essen mag. Denn es macht echt keinen Spaß ein etwas aufwändigeres Essen zu kochen, wenn es keiner isst. Also genau genommen ist das Thema für mich hauptsächlich deswegen ein Thema: Ich esse so gerne. Und da ich alleine bin mit den Kindern, isst keiner mit mir! Das nervt mich.

Also liebe Kinder….bitte entwickelt euch ein bisschen weiter, damit wir zusammen kochen und essen können! Ihr dürft dann auch 10 min länger aufbleiben und ich lese noch eine Seite mehr vor.

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