Ich bin eine S.M.I.T.H.

Ich freue mich, mich nun endlich in eine von mir selbst kreierte Schublade stecken zu können:

Ich bin eine SMITH –  den Begriff habe ich mir gerade selbst ausgedacht. Es ist das Akronym für:

Single Mother(s) iTerraced House(s)

(SoloMutter im Reihenhaus)

 

(Dass es akronymtauglich ist, ist zwar nett….aber leider nur Nebensache….) Lasst mich kurz vorweg nehmen, was mich heute beschäftigt hat. Ich wohne in einem Reihenhaus und es ist ein Traum. Ach was habe ich mich früher lustig gemacht…und siehe da, kaum hat man Kinder ist es der Traum. Nebenan alles voller Kinder, überall Spielstraßen, die Kinder draußen und ich habe Zeit für mich. So ähnlich hatte ich es mir vorgestellt und so ähnlich ist es auch. BIS AUF:

Ich bin nicht wie die anderen und das hört und sieht man.

Frei nach unserem Motto „Wir sind drei“, gehe ich also mit den Kindern in unseren Garten, denn das Unkraut muss raus und der Rasen gemäht werden und ganz dringend muss ich die Moskitotür zusammen- und einbauen, die Kinder suchen ihre Crogs, einer fehlt. Der Wasserhahn geht nicht auf. Lou (4) muss im Bad geholfen werden. Da kippt der Stuhl um. Dahinten ist die Steckdose – nicht dran gehen. Auch nicht an den Rasenmäher. Ach jeh, einer stößt die Milch um – die war doch in der Kühlschranktür. Hmmmm ok, vielleicht hat da jemand etwas zu fest an der Tür gezogen. Ob sie ein Eis dürfen? Ja klar, es ist zwar erst 10.30 Uhr aber es ist warm und es sind Ferien….für Eis braucht man keine Rechtfertigung. Oh der Alarm der Tiefkühltruhe, die Tür klemmt, ob ich endlich auch mal mitspielen kann, ja gleich, ich muss nur kurz……und so weiter.
Für alle diese Wehwehchen und Problemchen kommt hier nur ein Erwachsener in Frage. UND DAS BIN ICH. Ich weiß im Großen und Ganzen kennt das jeder Elternteil.

Nur: hier gibt es nur mich. Tag und Nacht.

Ich könnte schwören, dass nicht mal mehr meine Nachbarn nach einem Tag im Garten das Wort „Mama“ noch hören wollen.

Ich mache Frühstück und räume es weg. Kein „Kannst du mir bitte mal die Butter mitbringen?“ oder „Ja ich nehme auch noch einen Kaffee, bitte“. Es sind diese Kleinigkeiten, die manchmal eine sehr große Hilfe wären. Natürlich musst du immer während des Essens aufs Klo, kannste nix dafür, kein Problem, Schatz.

Was mir aber aufgefallen ist, ich werde beguckt. Angeguckt. Beobachtet gar. Und ich weiß auch genau warum:

Man kommt selten dazu mit mir zu sprechen. Ständig bin ich schon wieder weg….

Ich hetze morgens in die Schule und bringe Fionn. Während ein paar Eltern einen klitzekleinen Plausch halten, bin ich mit beiden Kindern in Eile. Küsschen, bis später, ich hole euch gegen 16 Uhr ab. Dann ab in den KiGa, meist treffe ich dort andere Eltern, ganz kurz sehe ich sie, aber ich muss weiter. Beim Abholen das gleiche Spiel. Elternabende: Sollte ich einen Babysitter gefunden haben, kann ich nicht zum Plausch bleiben – viel zu teuer. Aber nur ganz selten kann ich mir das überhaupt leisten. Wir treffen uns nicht zum Joggen, gehen nicht zum „Endlich mal Zeit für mich“-Kurs, denn wir haben nicht „endlich mal Zeit für uns“ und auch keinen Babysitter.

Ich möchte mich gerne in der Gemeinschaft einbringen und will auch, dass meine Kinder das an meinem Beispiel lernen. Wir tragen uns ein – ok das erledige ich natürlich – für Kuchenverkaufen beim Flohmarkt, da stehen wir dann zu Dritt und verkaufen. Auch bei der Gartenarbeit „Wir machen den KiGa Sommerfit“ kommen wir zu Dritt und ja natürlich:

Ich bin diejenige, die nicht mit den anderen quatscht, sondern neben den Aufgaben, zwei Kinder im Blick haben muss (und will).

Und just heute, in 20min werde ich zum ersten Mal seit ich-weiß-nicht-mehr-wann einen Sonntag mit sogar 2 (!!!) Vater-Mutter-Kind-Familien verbringen. Denn auch das ist so eine Sache. Sonntags ist Familientag und wir werden nicht zu Vater-Mutter-Kind-Events eingeladen. Ganz einfach. Bestimmt ohne böse Absicht, aber in der Regel liegt es daran, dass irgendwie die Ehefrauen denken ich würde mir ihren Mann angeln wollen und die Ehemänner denken, ich könnte ihren Frauen Flausen in den Kopf setzen. Das weiß ich aus den Berichten von den jeweils anderen…..und aus noch anderen Berichten weiß ich:

Das geht nicht nur mir so.

Kennt Ihr Dr. Alexandra Widmer, Christine Finke oder www.gingerbread.co.uk ?

Neben allen diesen Dingen, die sowohl Dr. Alexandra Widmer, als auch Christine Finke zu bewältigen haben, sind die beiden und die Organisation www.gingerbread.co.uk dennoch unser Sprachrohr. Sie halten Vorträge und sensibilisieren wie sie nur können für uns. Sie sind unsere Stimme. Ich habe keine Ahnung wie sie es machen, denn neben Beruf und Kindern und Haushalt etc. arbeiten und sprechen Sie für ein ganzes Segment dieser Gesellschaft der total unterrepräsentiert ist. Die sehr berühmtes Präsidentin von gingerbread ist J.K.Rowling, Harry Potter’s Mutter – und die weiß bescheid. Und sie kann es auch in wahrhaft magische Worte kleiden.

Nicht jeder kann J.K. Rowling sein und nicht jedem wohnt die Macht der Worte inne. Zumindest habe ich hiermit die Hoffnung meine Stimme vom Schweigen zu erheben. Ein Anfang ist gemacht!

Danke, ihr Befürworter! Danke Alexandra und Danke Christine und Danke J.K.! 

Und euch anderen alle bitte ich: Wenn ihr jemanden trefft der alleine ist, denkt nicht, er / sie will haben was ihr habt. Denkt nicht, wir jammern nur oder hätten nichts zu erzählen. Denkt nicht dass wir erwarten, dass 2 Elternfamilien uns den anderen Elternteil ersetzen sollen. Ich für meinen Teil hätte einfach gerne immer mal wieder Kontakt zu dem einen oder der anderen, und das obwohl es immer eng ist mit der Zeit. Aber bitte seid euch darüber im Klaren, dass wir oft  mit unserer Situation an sich (also ohne anwesenden  Partner) zufrieden sind. Es ist für uns einfach oft sehr viel und über ein klitzekleines bisschen Hilfe bei der Gartenarbeit, beim Abholen, oder einfach nur ein nettes Wort am Kuchenstand freuen wir uns sehr.

Meine Stimme war still, jetzt ist sie immerhin schon leise.

Der Rasen ist gemäht, das Unkraut….ok fertig ist man damit ja nie so richtig aber wir haben auch zusammen gespielt und ich war mindestens so müde wie die beiden. Erfolgreich also.

Bitte vergesst nicht meine Blogs zu teilen und zu liken. Je mehr Menschen uns hören, desto mehr können wir auch ein Teil der Gesellschaft sein.

 

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