Oh Gott – es sind Ferien!

Die letzte Woche Ferien hat nun begonnen und ich habe gerade im Radio Beträge zum Thema „Was tun in den Ferien, wenn auch noch schlechtes Wetter ist?“

Da gibt es ganz nette Idee. Wachsbilder zum Beispiel, oder auch Sockenmemory oder oder oder. Neben einer Milliarden anderer Ideen ist meine erste Idee immer: Matschklamotten an und einfach raus, aber ich verstehe schon, wenn das nicht für jeden etwas ist.

Was mich ein klitzekleines bisschen an der Thematik stört ist, der – zugegebenermaßen von mir interpretierte – Hilferuf: Oh Gott, es sind Ferien! Jetzt muss ich mich den ganzen Tag um meine Kinder kümmern! Eine Frau rief im Radio an, sie backe gerade Kuchen. Lächelnd sagte sie „Ja, man will den Kindern ja was Gutes tun und mit ihnen gemeinsam etwas tun. Sie steht mir schon etwas im Weg…und wenn ich ans Aufräumen denken….“

Kindergartenferien/Schulferien bedeutet: Freizeit mit den Kindern!

Ich habe zu diesen Themen immer gleich 2 Gedanken:

1.) Der Weg ist das Ziel: Es geht nicht zwingend darum, dass da ein wunderschöner Kuchen entsteht, sondern, dass die haptischen Erfahrungen stattfinden. Motorik geschult wird, geschleckt und geschlabbert wird. Dass man über nicht alltägliche Dinge redet, der Wortschatz erweitert wird und es ein schönes Erlebnis wird. Es muss gar kein Ehrgeiz dabei sein. Ob der Kuchen nun was wird oder nicht….das ist nicht unbedingt oberste Priorität.

2.) Was denkt man, wenn man so etwas sagt, was die denken, die daneben stehen? Aussagen wie „Wir backen zusammen, aber sie stehen mir schon im Weg.“ „Na klar, wird immer alles verschüttet.“ oder einfach nur „Oh Gott, Kindergarten/Schulferien, jedes Mal wieder der Horror.“ (Das ist übrigens ein Zitat einer Mutter aus dem Kindergarten meiner Kinder. Wenn wir unsere Kinder mit Respekt behandeln wollen, dann sind solche elterlichen Aussagen aber kein gutes Vorbild.

Kinderohren führen in Kinderseelen!

Auch Kinder haben Ohren und gerade sie haben einen Anspruch darauf von uns geschützt und gut behandelt zu werden. Ich finde es nicht in Ordnung wenn wir so tun, als wäre es die größte Arbeit von allen mit ihnen Zeit zu verbringen. Natürlich ist es manchmal für uns nicht so einfach. Wir müssten arbeiten, wichtige Gespräch führen, organisieren, einkaufen, ans Kochen denken, Wäsche machen, Auto repariere…..was auch immer. Wir sollten dieses und jenes tun und jetzt sind Ferien und wir müssen uns umstellen. Aber dafür können unsere Kinder doch nichts.

Im Gegenteil, je mehr wir uns mit ihnen beschäftigen, desto schöner und erfüllter wird diese Zeit auch. Wenn ich versuche mir vorzustellen, dass jemand in meiner Anwesenheit über mich sagt: „Naja, und dann muss ich mit Vivi auch noch einen Wein trinken gehen….du weißt ja….anstrengend!“ also gebauchpinselt und geliebt würde ich mich dabei nicht fühlen.

Wir sind die Eltern – wir wollen, dass sie sich geliebt fühlen.

Im Alltagsstress geht uns häufiger der Denkansatz verloren, dass die Kinder unser Leben sind. Dass sie es sind, weswegen wir tun was wir tun. Dass sie unsere Erfüllung sind und nichts dazu leisten müssen. Alles was sie tun und was uns anstrengt, gehört zum Paket. Und nur wenn wir dieses Paket auch komplett annehmen, können wir von ihnen profitieren. Von ihren witzigen, kreativen Handlungen, Bewegungen, Äußerungen. Von ihren Liebeserklärungen, ihrem Zorn, der irgendwann verfliegt wenn sie in unseren Armen schluchzen und wir merken, dass wir ihre Welt sind – noch.

Diese Privilegien haben wir nur einen kurzen Zeitraum in ihrem Leben. Der ist aber mit ziemlicher Sicherheit in den Kindergartenferien!

Mein Anliegen heute ist: Passt auf die Kinderohren auf. Sie führen direkt in ihre Seelen. Und genießt es, denn was ich so über pubertierende Kinder gehört habe, bedeutet, dass auch das bald ein Ende hat. Die Ohren schließen sich irgendwann……

Abgesehen von alldem: Kinder müssen nicht den ganzen Tag bespielt werden. Ruhe und eigeninitiatives Spiel ist vielleicht nicht zu jedem Zeitpunkt für jedes Kind eine Option (Ich habe damit Erfahrung, unterschiedlicher könnten meine beiden nicht sein.) aber auch das ist etwas, das mit Übung irgendwann gelingt. Langeweile ist nicht gleich Langeweile.

In diesem Sinne: Was denkt ihr? Wie handhabt ihr diese Situationen? Lasst es mich wissen. Und folgt meinem Blog über die Icons in der rechten Spalte.

Alles Liebe und vor allem viel Spaß für die restlichen Ferien und die anstehenden langen Wochenenden.

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