Mutation

Was passiert beim Stimmbruch?

Als würde es nicht genügen, dass die Kinder in diesem Alter ohnehin in allen Belangen wackelig sind, also psychisch und emotional, oft auch motorisch weil die Körpergröße einfach nicht zur kognitiven Entwicklung passen will, fängt auch noch die Stimme an, überaus deutliche Kapriolen zu schlagen. Man kann nicht einmal so tun, als würde man es nicht bemerken. Die armen Kinder. Und am Intensivsten merkt man es bei Jungs – sie können und dürfen sich nicht einmal geheim entwickeln. Nein, im Stadium, in dem sie sich am Liebsten verkriechen würden, wird es für alle sicht- und hörbar!

SEHT HER ICH PUBERTIERE!

Ganz wissenschaftlich betrachtet, nennt sich diese Entwicklung bei Jungs übrigens Stimmwechsel oder Mutation. Die Bezeichnungen werden dem Stimmklang der armen Jungs schon gerecht. Die kleinen, noch niedlichen Jungen bekommen eine gruselige Stimme, die im milisekündlichen Wechsel zwischen schrillen, glasbrecherischen Frequenzen und tiefen Männertönen schwankt. Gepaart mit Heiserkeit oder kompletter Tonlosigkeit. Stimmbruch ist ein sehr bildliches Wort, die Stimme bricht, die Gläser, die elterlichen Nerven….leider ab und an auch der Stolz des betroffenen Kindes. Gelegentlich führt es aber dummer Weise zum Gegenteil und die Jungs probieren gerade dann ihre Stimmen in jeglicher Dynamik aus. Glücklicherweise jedoch, hält dieser Zustand normalerweise nicht ewig. Die Dauer kann sich auf einige Tage beschränken, sie kann aber auch Wochen anhalten. Sehr zum Leidwesen aller akustisch Beteiligten. Das Ergebnis jedoch ist, dass die Stimme der Jungs deutlich tiefer ist, als vor dem pubertären Vorgang. So soll es sein. Ein weiterer Schritt in Richtung Erwachsenwerden.
Tja, wie ist das aber bei Mädchen? Haben Sie keinen Stimmbruch? Keine Mutation? Aber so richtige Kleinmädchenstimmen haben 18 jährige Frauen in der Regel doch auch nicht. Was passiert bei Mädchen???
Mädchen durchlaufen ebenfalls einen Stimmwechsel. Der ist aber einfach deutlich geringer als bei Jungen. Man geht davon aus, dass sich bei Frauen die Stimmtonhöhe um ca. eine Terz senkt, bei Jungs ca. eine Oktave. Bei Mädchen wird der Wechsel nicht so deutlich wahrgenommen. Es gibt Phasen, da klingen die Stimmen heiser, aber viel mehr passiert häufig nicht. Die Veränderung ist relativ gering und daher halten sich die Begleiterscheinungen auch im Rahmen.
Initiiert wird der Stimmwechsel zwar durch Sexualhormone während der Pubertät, aber das wirklich ausschlaggebende Kriterium dafür wie stark sich der Umschwung auf den Stimmklang auswirkt, ist die mit der Hormonproduktion zusammenhängende Wachstumsphase. Für Jungs ebenso wie für Mädchen, denn durch das Wachstum verändert sich nicht nur die Länge der Stimmbänder, sondern ganz simpel auch die Resonanzräume, also die Mundhöhle, der Rachen etc. Da bei Frauen das Ansatzrohr (also alles was man zum Sprechen und Artikulieren braucht; vom Kehlkopf bis zu den Lippen) etwas kleiner ist als bei Männern, muss sich bei ihnen nicht so viel verändern. Die Stimmlippen wachsen bei Männern ungefähr doppelt so viel, werden also ca. 5-8mm länger. Bei Frauen nur 2-4 mm.
Also gibt es ihn doch – den Stimmwechsel bei Frauen.

Und zu unser aller Freude geht es dann im Alter weiter. Wenn sich die Hormone erneut verändern…..dazu ein anderes Mal mehr.

 

Foto: Susann Schroeter Fotografie

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