Verdammte Vorbilder

Wer schreit kommt nicht weit!20151027_095945_resized

Wir besprechen unsere Kinder.
Nicht nur wir tun dies. Sie werden auch von anderen besprochen, von ihren Freunden zum Beispiel. Von
Lehrern und Erziehern, vom Fernsehen, von Computerspielen, vom Radio, ihren Handys und von allem, was durch Sprechen und Sprache kommuniziert.

Allerdings ist das natürlich nicht immer dem Maßstab entsprechend, den wir uns für unsere Kinder vorstellen. Vor allen Dingen nicht dem Maßstab entsprechend der in der Schule sinnvoll ist, wenn es auch ums Schreibenlernen geht oder auch den sozialen Umgang untereinander.
Dass ausschließlich in einer idealen Art und Weise gesprochen wird, muss glücklicherweise aber auch nicht sein. Kinder können sehr wohl bereits innerhalb des Spracherwerbsprozesses zwischen unterschiedlichen Sprechweisen unterscheiden. Man kennt dieses „Code Switching“ zum Beispiel auch von zweisprachig erzogenen Kindern. Diese können meist absolut problemlos zwischen der Sprache der beiden Elternteile hin und her wechseln.
Weder Eltern noch Erzieher können in jeder Situation gut, vorbildlich und überlegt sprechen und reagieren. Wer macht das schon? Ich zumindest nicht. Ich wüsste auch nicht wie.
Sprechen und Kommunikation, ist eine wichtige Form des sozialen Miteinanders ist die bestimmten Regeln unterliegen. Regeln, die ebenso wie Verhaltensregeln („Man wünscht sich Guten Appetit“, „Man sagt Guten Morgen“, „Man sagt Bitte und Danke“ etc.) zum Miteinander gehören. Und es ist bei diesem Lernprozess genauso wichtig, dass wir als erwachsene und erfahrene Sprecher unserer Vorbildfunktion nachkommen.
Zu einem respektvollen Miteinander gehört natürlich auch der Ton den wir selbst anschlagen. Eine klassische Situation, die sich im Alltag in der Familie oder im Kindergarten vielfach einschleicht, ist das Rufen nach Personen.

Kleine Kinder sind flink. Sie sind schnell hier und schnell dort und immer weg oder nicht dort wo man sie vermutet oder sie gerne hätte. Ich bin sicher wir alle erinnern uns an den Schrei unseres Namens, wenn wir kommen sollten, zum Frühstück, zum Aufräumen, ans Telefon, oder wenn man etwas ausgefressen hatte. Natürlich will man weder als Elternteil noch als Erzieher ständig hinter den Kindern herlaufen. Deswegen ruft man. Logisch. Ich kann das auch – ganz schön laut! Aber wenn das Kind nach dem zweiten Mal nicht gehört hat….was dann? Ich könnte wahrscheinlich noch ein bisschen lauter. Aber woran liegt es, dass das Kind mich nicht gehört hat? Eigentlich gibt es nur drei Gründe:
– es hört mich nicht.
– es versteht mich nicht.
– es will mich nicht hören.
Alle drei Situationen lassen sich sicher nicht durch erneutes Rufen lösen. In allen Fällen geht man am Besten zum Kind hin, berührt es und stellen somit die Verbindung her, die man sich gewünscht hat.
Ist mir der Weg zu Weit oder ich habe darauf keine Lust, dann ist in der Regel mein Grund auch nicht Wichtig genug.
Wenn man allerdings weiterhin ruft, brüllt und nach den Kindern schreit, dann kann man unter Garantie sagen, dass die Kinder dieses auch mit anderen tun werden. Mit Geschwistern, mit Freunden, mit Klassenkameraden und wenn es ganz blöd läuft auch mit dem Lehrer und mit den Eltern. Denn wenn ein Kind „Mama!!, Maaaaaamaaaa, MMMMAAAMMAAAAAAHAAA“ sagt, immer lauter, immer vehementer, dann kommt das oft nicht von ungefähr.
Wir sind Vorbilder,
Scheiße nochmal!

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