Verflucht und Zugehört!

Wenn Kinder schimpfen lernen, und wie!?
Dieses schönes Wortspiel mit meinen Kindern, hat mich heute einmal auf die Idee gebracht einen Beitrag über ein Erlebnis mit dem größeren der beiden, zu schreiben. Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich es bloggen soll, aber: Ich mag die Geschichte. Und sie zeigt, wie schwer es die kleinen kluges Köpfchen mit der Sprache und dem Sprechen haben. Nicht alles was so scheußlich klingt, ist auch so scheußlich zu verstehen.

Also:

Wie sollte es auch anders sein – mein Sohn ist sehr verbal veranlagt. Ich frage mich auch woher er das hat. Er redet sich um Kopf und Kragen. Vokabeln, Wörter, Phrasen und Strukturen speichert er in seinem gut riechenden, schlauen Köpfchen
wie ein ausgetrockneter Schwamm jeden Tropfen Wasser. Es wirkt als bereite er sich auf Großes vor. Er redet gerne schon bevor ihm klar ist, was er da so sagt und als er 3 Jahre alt war sagte er tatsächlich auf offener Straße, ohne jeden Ärger, dafür aber laut und und deutlich:

Du arschgefickte Mama!

…..ich lasse das jetzt mal auf euch wirken…..(Und ich muss lachen, wo ich das so schreibe und mir all die Gesichter vorstelle. Was hat DIE denn für ein Monster zuhause?! Nicht erzogen oder was? Da gibt‘s gleich was hinter die Löffel! Ihr kennt doch Dreijährige? Die mit den kleinen Pausbacken und den niedlichen Gesichtchen? Ok, zurück zum Text:)

Mein Sohn hatte einfach keinen blassen Schimmer was er da sagte. Meine Güte, er war ja erst 3 Jahre alt und es ist auch nie mehr wieder vorgekommen.

Ich hatte glücklicherweise an diesem Tag gute Laune und musste erst einmal lachen – es war so absurd. Es war wirklich so jenseits jeglicher Grenzen und passte einfach überhaupt nicht. Weder in die Situation, noch in seinen kleinen Mund, auch nicht in unsere Gemeinschaft, nicht in mein Ohr – es passte nicht. Das musste er wohl auch gemerkt haben. Nur so kann man sich das Interesse an diesem Ausdruck erklären.

Woher solche Wörter kommen ist ja klar. Abgeguckt und zugehört. Im Kindergarten sagte ein Kind mit großen Geschwistern genau das und es bekam die entsprechende, harte Reaktion zu spüren. (Das weiß ich heute.) Da wollte mein Sohn das auch einmal ausprobieren.

Es ist wie, wenn Kinder beobachten, wenn ein anderes Kind balanciert. Es möchte es auch ausprobieren – mit allen Konsequenzen. Aber am Liebste zuhause, weil es weiß, dass es dort aufgefangen wird.

Ja, also natürlich habe ich nicht nur gelacht. Ich habe die Kinder ins Auto gesetzt und in für Kinder recht ekligen Worten erklärt, was ,arschgefickt‘ bedeutet. Nicht detailliert – um Gottes Willen – ansatzweise natürlich. Ich sagte, dass das ja voll eklig ist wenn man was in den Po gesteckt bekommt und so…..eeeklig! Und außerdem auch unangenehm und dass man das nicht macht weil da ja der Stinker rauskommt. (Was auch immer der ein oder andere als Erwachsener darüber denkt – er war 3 und da gilt die Regel, niemand steckt seinen Finger oder irgendwas anderes in Anderleuts (so sagen wir hier in Frankfurt) Körperöffnungen.)

Das Ende vom Lied war, dass er seine Äußerung selbst als derartig eklig empfand, dass er es nie mehr – ich schwöre es euch – NIEMALS mehr gesagt hat.

Ich bin gar nicht so sicher, ob er es nicht lieber gehabt hätte, ich hätte mir ein paar eklige Ausschmückungen erspart. Oder einfach nur geschimpft.

Aber hey, ich bin eben auch abgrundtief verbal. Von nichts kommt nichts. Und wie wir beide danach feststellten war das Thema für alle Beteiligten „unangenehm“ –

„Machen wir aber nicht nochmal, Mama, ok?“

„Ok finde ich auch.“

Schreib einen Kommentar

BRIGITTE MOM BLOGS
footerfacebookicon twitter instagram bloglovin
Instaknacker
Blog via E-Mail abonnieren

Alle neuen Kirschkerne via Email!

September 2017
M D M D F S S
« Jun    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930