Wie Kinder Sprachen lernen

„It goes lose, wie der Franzose sagt“ – pflegte mein Klavierlehrer vor jeder Stunde zu scherzen – heute kann ich drüber lachen…..

Jeder, der eine Fremdsprache spricht, hat sich vielleicht schon einmal überlegt, was eine Sprache ausmacht. Oder zumindest, warum man einfach nicht so klingt, wie ein Muttersprachler.

Was macht denn eine Sprache so aus? Das muss man sich einmal überlegen. Ist es das Aneinanderreihen von erlernter Grammatik? Sind es die Wörter? Das Verständnis von komplexeren Satzstrukturen und der Melodie?

Wohl kaum. Dennoch: Eine Sprache derart zu dechiffrieren ist wohl nötig, um sie zu erlernen. Aber um eine Sprache richtig gut sprechen zu können, braucht man ein paar wichtige Zutaten. Eine Hauptzutat ist wohl, der Wille!

Man muss sich auf eine Sprach einlassen, komplett, um sie zu internalisieren; zu verinnerlichen.

 

Für mich gilt ganz klar: Das Erlernen einer Sprache, ist eine wunderbare Erfahrung und ein Können, dass sich immer wieder einsetzen lässt – von dem man nur profitieren kann. In allen Aspekten.

Initiiert durch den Artikel von tollabea ist mein  folgender Text entstanden. Ich sehe die Dinge anders. Aber man muss nicht eins gegen das andere ersetzen. Vervollständigen ist vielleicht ein sinnvollerer Ansatz.

Übereinstimmen kann ich damit, dass man üben muss, damit eine Sprache erlernt wird. Ok, dem stimme ich zu. Uneingeschränkt.

Aber bereits beim Vergleich von Zähneputzen und Sprachenlernen, da hakt es meiner Meinung nach ziemlich.

In wie fern ist das Zähneputzen mit dem Sprachenlernen gleichzusetzen? Wenn ich mir nicht die Zähne putze, werde ich krank. Die Zähne fallen aus, oder bekommen Löcher.

Wenn ich die Fremdsprache nicht übe……dann passiert genau genommen nichts. Außer dass ich die Sprache nicht lerne. Im ernst jetzt….ungeputze Zähne sind schon echt ganz schön eklig und ungesund obendrein. Und ohne ein paar von ihnen ist das Sprechen – auch in der eigenen Muttersprache – ganz schön schwierig. Aber keine Fremdsprache zu sprechen ist damit nicht vergleichbar. Klar wollen wir gerne, dass unsere Kinder das können – und bis zu einem gewissen Grad muss das in der Schule auch klappen. Aber noch lieber als dass mein Kind mit 18, vier Fremdsprachen beherrscht, hätte ich doch, dass es mit 18 noch ein weitgehend intaktes Gebiss hat.

Also die Priorisierung in diesem Artikel entspricht nicht meiner Ansicht.

Nicht umsonst bezeichnen wir das in der Schule gelernte Fremdsprachenwissen als „Schulenglisch“ oder „Schulfranzösich“ nicht selten mit dem vorangehenden Wort ’nur‘ versehen. Ob man eine Fremdsprache nur in der Schule gelernt hat, oder im jeweiligen Land, ob im Austausch, mit AuPairs, Tandems, Freunden mit anderen Muttersprachen o.ä. macht einen wesentlichen Unterschied und wir wissen, dass das wenn überhaupt gerade mal so genügt um sagen zu können, dass man eine Sprache grundlegend beherrscht.

Aber lasse ich auch das einmal einfach so dahin gestellt, frage ich mich weiter, nach der Kompatibilität des Vergleichs:

  • Ist Sprachenlernen so einfach wie Zähneputzen? – Nein
  • Kann jeder, jede Sprache so gut beherrschen wie Zähneputzen? – vermutlich nicht
  • Sollten wir bei Kindern im gleichen Alter mit den Fremdsprachen beginnen in dem wir beginnen ihnen die Zähne zu putzen? – NEIN! Himmel hilf.

Man lernt eine Sprache dann besonders gut, wenn man sich für sie interessiert. Und das ist sicher nicht, wenn man jeden Tag abliefern muss. Und selbst wenn der Lerner den Maßstäben entsprechend lernt, so ist das Erlernte schnell wieder verschwunden. Denn ein maßgeblicher Faktor, der Theorie fehlt hier:

DAS GEFÜHL FEHLT

Sprache und Sprechen leben vom Gefühl, von einem Miteinander. Man spricht nicht umsonst vom Sprachgefühl. Es geht ums Singen, um Musik – also die Musik der Sprache. Die Intonation, also die Sprechmelodie und um einen wohlwollenden inneren Bezug. Es geht um den Kontakt zur Lautformung etc.

Sprachen zu erlernen macht sich nicht alleine an einem guten Vokabular fest. Wenn man will, dass die Kinder oder man selbst eine Sprache lernt und lebt, dann tut man gut daran, den Spaß zu erhalten. Und der wird längerfristig erzeugt. Durch Urlaube, Musik, gute emotionale Verbindungen, Austausch oder Auslandsaufenthalte etc.

Die Vorschläge des Artikels, nämlich jeden Tag 5 Sätze zu sagen, aufzunehmen und per Smartphone an einen Lehrkörper zu senden….. Üben ist immer gut. Freiwillig und ohne Druck ist am Besten. Wobei – natürlich – es kommt auf das Ziel an. Wenn es uns genügt, dass unsere Kinder Sätze aneinanderreihen, Wörter und Grammatik beachten – ok, das würde vermutlich funktionieren.

Nur: Das macht keine Sprache aus!

 

Habt Ihr noch Lust auf konkretere Tipps? Lasst es mich wissen!

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