Wir müssen reden!

Wir müssen natürlich nicht. Wir wollen – ok das ist klar. Aber worüber reden wir mit unseren Kindern? Das ist ein Gedanke auf den mich Elternpower gebracht hat. An manchen Tagen gehen unsere Gespräche wirklich nur ein kliiiitzekleines bisschen weiter als „Wie war es im Kindergarten/Schule?“, „Was gab es zum Essen?“ und „Habt ihr schön gespielt?“. Gegen Abend folgen dann „Kommt ihr bitte zum essen?“ Habt ihr die Hausaufgaben gemacht?“ „Danach aber ab jetzt ins Bad und Zähneputzen.“, „Schlafanzüge an, dann darf sich jeder noch ein Buch aussuchen.“

Jetzt habe ich ein bisschen Glück, dass meine Kinder seeeeehr, sehr gesprächig sind. Sie finden immerzu Themen. Aber auch ich ertappe mich dabei, dass mir die Themen nicht immer liegen. Oder auch – aber das ist jetzt ein Geheimnis – nicht iiiiiimmer hochgradig interessant sind. Liegt es denn daran, dass wir manchmal nicht so richtig mit den Kindern sprechen? Sind unsere Kinder langweilig? Oder wir, weil wir nicht mehr genügend Phantasie haben, für eine imaginäre und verbale Schlacht der Ewoks? Nein, das glaube ich nicht. Natürlich sind die Interessengebieten von 38 jährigen und 6 jährigen nicht immer kongruent, aber das ist nicht der Grund. Wir sind einfach etwas gefangen in unserem Alltag. Beschäftigt mit Gedanken, mit Dingen die noch erledigt, geplant oder getan werden müssen. Natürlich. Ebenso wie die Kinder auch.

Neue Gesprächsthemen initiieren

Mit Kindern zu sprechen ist so unglaublich interessant und schön. Und vor allem ist es immerzu eine einzigartige Gelegenheit. Denn sie werden groß und größer und irgendwann haben wir mit ihnen ganz normale, erwachsene Unterhaltungen. Nur jetzt, wenn sie von klein zu groß heranwachsen ist Platz für ungenormte Formulierungen und Gedanken. Und die sind oft unvorhersehbar witzig und kreativ und wenn wir genau hinhören geben unsere Kinder auch viel über sich selbst preis. Oftmals sind diese Äußerung aufschlussreicher als jede Antwort zu Zähneputzen, Hausaufgaben und Mittagessen.

Solch eine Gesprächssituation zu schaffen ist nicht schwer. Kreative Unternehmungen fördern natürlich solche Themen. Ich gehe dazu mit den Kindern in Museen, lass sie dort erzählen was sie in den Bildern sehen. Wir vergleichen oder gehen einfach nur rum. Auch gerne mehrfach in die gleiche Ausstellung – Installationen sind toll und können auch zuhause nachgemacht werden. Meine Regel dazu ist allerdings, dass wir wieder gehen, sobald ich merke, dass sie keine Lust mehr haben. Eine positive Stimmung ist die Grundvorraussetzung für eine funktionierende Kommunikation. Wir basteln etwas ohne Vorgaben und mit viel Fantasie, gehen in den Wald und ich spiele mit ihnen ihre Rollenspiele. Ich lasse mir das Leben von ihnen in ihrer Welt erklären. Und es ist mehr als faszinierend, wie sie sich einige Dinge erklären, wie sie sich die Sprache zurecht legen um sich Dinge und Situationen zu erklären. Mein Sohn erklärte mir gestern, dass Streichhölzer ihren Namen zurecht hätten, denn damit könne man schließlich prima Streiche spielen. (Ich muss das noch einmal mit ihm besprechen….)

Über den Tag berichten

Nichts desto trotz lohnt es sich natürlich die Kinder zum Erzählen über den Alltag zu motivieren. Aber wie um alles in der Welt bringen wir sie dazu uns mitzuteilen wie ihr Tag war. Ohne dass sich unsere Kommunikation auf die oben aufgeführten Satzfetzen beschränkt.

Beziehungsweise, was ich noch wichtiger finde, Freude daran zu haben, ihren Tag mit uns zu teilen.

Ich empfinde es als sinnvolle Eigenschaft, denjenigen mit denen man zusammen lebt mitteilen zu können, was man erlebt hat und was einen bewegt.

Ich möchte gerne meinen Kindern das Gefühl vermitteln, dass ich sehr interessiert bin an ihrem Alltag, ohne dass sie das Gefühl haben sich genötigt zu fühlen, es mir erzählen zu müssen. Und ich denke der Schlüssel dazu ist mal wieder:

Vorbild sein!

Also setze ich mich abends an den Abendbrottisch und berichte von meinem Tag. Ich versuche solche wichtigen Informationen einzustreuen wie „Ach ja, ich hab einen Salat gegessen heute Mittag, ich muss dringend einkaufen, ich hätte viel lieber Nudeln gekocht. Hattet ihr Nudeln?“ Und schwuppdiwupp erzählen sie, dass es Nudeln ohne alles gab. Oder eben Brot. Und das wird vermutlich gar nicht stimmen, denn wenn es nach meinen Kindern ginge, dann gäbe es jeden Tag Nudeln ohne alles oder Brot zum Mittagessen. Aber es ist der Gesprächsansatz der zählt.

Das Leben – insbesondere das Leben mit Kindern – ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Je mehr Situationen wir schaffen, in denen wir die Welt in Ruhe mit den Kindern leben und wahrnehmen können, desto besser wird unsere Grundlage sein.

Wie handhabt ihr das?

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Alles Liebe

Vivi

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